Buchhaltung Grundlagen

Anlagevermögen und Umlaufvermögen – das sind die Unterschiede

30. April 2012

Anlage- und Umlaufvermögen

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Kapital wird im Rechnungswesen als das Gesamtvermögen definiert, welches eine Gesellschaft oder ein Einzelner an einem bestimmten Zeitpunkt besitzt. Im Gegensatz dazu steht das Einkommen, welches aus diesem Vermögen gewonnen wurde, ebenfalls innerhalb eines bestimmten Zeitraumes. Demzufolge verfügen Firmen über Kapitalkonten, in denen das Vermögen aufgelistet wird, dass eine Firma zu einem bestimmten Zeitpunkt besitzt. Gleichzeitig werden von den Firmen Einkommenskonten geführt, die den Warenfluss sowie Forderungen und Verbindlichkeiten zum gleichen Zeitpunkt auflisten.

Eigenkapital, Fremdkapital und Vermögen per Definition

Im betriebswirtschaftlichen Sinn ist Kapital das, was in Form von Eigenkapital und Fremdkapital aufgebracht werden muss, um Vermögen zu schaffen. Bei dem erwirtschafteten Vermögen wird zwischen Anlagevermögen und Umlaufvermögen unterschieden. Zu einem bestimmten jährlichen Stichtag, meist der 31.Dezember, müssen Firmen ihr Kapital und Vermögen in einer Bilanz auflisten.

Mittelverwendung und Mittelaufbringung

Die Bilanz ist vom Grundsatz her in die beiden Bereiche Aktiva (Mittelverwendung) und Passiva (Mittelaufbringung) aufgeteilt. Bei der Mittelaufbringung unterscheidet man zwischen dem Eigenkapital und dem Fremdkapital, beides addiert ergibt das Gesamtkapital. Die Mittelverwendung wird unterschieden zwischen Anlagevermögen und Umlaufvermögen, beides zusammen ergibt das Gesamtvermögen.

Eigenkapital und Gewinnbeteiligungen

Unter Eigenkapital versteht man die Mittel, die einem Unternehmen unbegrenzt zur Verfügung stehen. Es handelt sich um langfristiges Kapital, welches von den Gesellschaftern aufgebracht wird. Von der Rechtsform eines Unternehmens ist abhängig, in welcher Form und zu welchen Bedingungen bei der Gewinnbeteiligung dieses Kapital zur Verfügung gestellt wird. Dagegen steht Fremdkapital immer nur zeitlich begrenzt zur Verfügung, es wird dem Unternehmen von Außenstehenden lang- oder kurzfristig bereitgestellt, muss aber letztendlich immer zurückgezahlt werden.

Das Anlagevermögen verdeutlicht konkret vorhandene Vermögenswerte

Unter Anlagevermögen versteht man die direkt und konkret vorhandenen Vermögenswerte eines Unternehmens. Dazu gehört das Sachanlagevermögen, wie Maschinen, Einrichtungsgegenstände, Grundstücke und Gebäude. Weiter gehört das Finanzanlagevermögen  in Form von Beteiligungen an anderen Unternehmen dazu. Letztlich werden auch immaterielle Werte wie Patente und Lizenzen zum Anlagevermögen gezählt. Bei dem Umlaufvermögen unterscheidet man zwischen Sachumlaufvermögen, wie Werk- und Betriebsstoffe sowie Finanzumlaufvermögen. Dazu zählen Zahlungsmittel, Forderungen und Umlaufpapiere wie Schecks und Wechsel.

Das Umlaufvermögen im Vergleich zum Anlagevermögen

Die Kapitalformen können, wie bereits angedeutet, auf verschiedene Weise unterschieden werden. Vereinfacht ausgedrückt umfasst das Anlagevermögen alle dauerhaften Produktionsmittel, wie Boden, Grund, Maschinen und Gebäude. Das Umlaufvermögen beziffert die nicht erneuerbaren oder dauerhaften Güter, wie Rohmaterial, Brennstoffe und Mittel, welche benötigt werden, um Verbindlichkeiten zu erfüllen oder Löhne zu zahlen.

Unternehmen ordnen gerne alle Vermögenswerte, die sich schnell zu Bargeld machen lassen, wie Wertpapiere, Aktien oder Fertigprodukte, als flüssiges Kapital ein. Alles, was dagegen nicht so zügig in Bargeld umgewandelt werden kann, wie beispielsweise Ausrüstungen, Maschinen oder Gebäude, wird unter gebundenes Kapital notiert.

Produktionsmittel werden als Kapital eingeordnet

Im volkswirtschaftlichen Sinn versteht man unter Kapital alle Produktionsmittel, die an der Erzeugung von Gütern beteiligt sind, sowohl materiell als auch immateriell. Dies umfasst zum Beispiel Anlagen, Maschinen, Fabriken, Lagerbestände, Patente, Werkzeuge und auch das Know-how der Mitarbeiter. Unter Kapitalgütern versteht man die Güter, die im Produktionsprozess benötigt und eingesetzt werden. Die sich im Laufe der Zeit ansammelnden Kapitalgüter, die dauerhaften Konsumgüter sowie eventuell vorhanden nutzbare Bodenschätze ergeben das Volksvermögen.

Eine Erhöhung des Kapitalgüterbestands macht in der Regel einen, zumindest teilweisen, Konsumverzicht notwendig. Ein solcher Verzicht muss lohnenswert sein und in Form von Zinsen einen Ertrag bringen. Der Verzicht erfolgt dadurch, dass die Mitarbeiter das Geld nicht sofort ausgeben, sondern bei einer Bank gegen Zinsen hinterlegen. Die Banken zahlen diese Zinsen, da sie ihrerseits das zur Verfügung gestellte Kapital gegen Zinsen (die natürlich höher sind) an Unternehmen verleihen, die mit diesem geliehenen Geld wiederum ihre Investitionsvorhaben finanzieren und umsetzen.

Wenn gespartes Geld in Form von Krediten über Banken an Unternehmer weitergeleitet wird, die davon Fabriken und Straßen bauen oder Maschinen anschaffen, um ihre Forschungstätigkeiten zu intensivieren, erhöht dies die zukünftige Produktivität der Unternehmen und damit der gesamten Volkswirtschaft.

Das bedeutet, anders ausgedrückt: Unser heutiger Lebensstandard ist die Folge der Investitionen in der Vergangenheit, die Entscheidungen von heute bestimmen den Lebensstandard der Zukunft.

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