Vorsteuer

Vorsteuerabzug bei Geschäften auf eBay und Co.

16. April 2012

eBay VorsteuerJe nach Unternehmens- und Umsatzgröße ist ein Betrieb immer dazu verpflichtet, dem zuständigen Finanzamt monatlich oder quartalsmäßig Mitteilungen über die erzielten Umsätze und Gewinne zu machen. Dieses Prozedere ist ein übliches Verfahren, denn die Finanzbehörden möchten sich hier gerne zügig die Umsatzsteuerzahllast erstatten lassen.

Die Umsatzsteuerzahllast ergibt sich aus der Differenz zwischen Vorsteuer und Mehrwertsteuer, wobei ein Vorsteuerüberhang zu einer Forderung gegenüber dem Finanzamt sorgt, ein Umsatzsteuerüberhang hingegen zu einer Verbindlichkeit.

Die meisten Unternehmen sind natürlich bestrebt, die Umsatzsteuerzahllast so gering wie nur eben möglich zu halten. Damit dies geschieht, ist es jedoch notwendig, dass hier entsprechende Vorsteuerposten gegengerechnet werden können. Wer als viel verkauft und damit auch große Umsatzsteuerbeträge einnimmt, der sollte in gleichem Maße Einkäufe getätigt haben, damit die Differenz zwischen Umsatzsteuer und Vorsteuer niedrig bleibt.

Tatsächlich wird so jedoch kaum ein Unternehmen überleben können, denn, wer in gleichem Maße Waren einkauft, wie auch verkauft werden, der erwirtschaftet keinen Gewinn. Von daher hat ein gut florierendes Unternehmen in der Regel auch einiges an das Finanzamt zu zahlen.

Vorsteuerabzug auch bei Geschäften im Internet

Einen möglichst hohen Umsatz zu erzielen, den Wunsch haben alle Unternehmen gleichermaßen. Auch die immer weiter steigende Zahl der eBay-Verkäufer hat hier nur eines im Sinn, nämlich Umsätze so hoch wie nur eben möglich zu erwirtschaften. Wer sich hier jedoch nicht auch über den Vorsteuerabzug und die Umsatzsteuerzahllast informiert, der wird mit seinem Geschäft in der Regel schnell wieder baden gehen, denn die nächste Umsatzsteuervoranmeldung kommt bestimmt und wer hier nicht vorgesorgt hat, bzw. sich kein entsprechendes finanzielles Polster geschaffen hat, der steht schnell vor dem finanziellen Aus mit seinem eBay-Shop.

So gut wie jeder kennt und nutzt das Portal ebay, denn hier lassen sich nicht mehr benötigte Kleidungsstücke, Bücher, CDs, Haushaltsartikel oder auch Möbel verkaufen und natürlich auch preiswert einkaufen. Für viele Menschen ist ebay sogar schon ein Hobby geworden, denn dem täglichen Suchen nach Schnäppchen kann sich kaum mehr jemand entziehen.

Doch die Verkäufer sollten hier äußerst vorsichtig ans Werk gehen, denn wer nicht an die Umsatzsteuer denkt, der kann sein Geschäft schnell wieder schließen.

eBay-Umsätze müssen versteuert werden

Für eBay-Verkäufer gelten grundsätzlich die gleichen Regeln, wie für alle anderen Unternehmer auch. Daher ist es wichtig, eine ordnungsgemäße Buchführung zu erstellen, die sowohl die Vorsteuerabzüge als auch die erhaltene Umsatzsteuer sichtbar macht. Nur wer geringe Umsätze erwirtschaftet, kann hier entspannt vorgehen, denn hier greift dann die Kleinunternehmerregelung, die es nicht nötig werden lässt, einen Vorsteuerabzug geltend zu machen, bzw. eine Umsatzsteuerzahllast zu ermitteln.

Vom Vorsteuerabzug und der Erstellung einer Umsatzsteuervoranmeldung sind alle die Unternehmen befreit, deren Umsätze eine Größe von 17.500 Euro pro Jahr nicht übersteigen. Kommt die Kleinunternehmerregelung zum Tragen, dann dürfen natürlich auch keine Rechnungen mit Mehrwertsteuer ausgestellt werden und auch ein Vorsteuerabzug auf den Eingangsrechnungen darf nicht verbucht werden.

Powerseller auf ebay sind zum Vorsteuerabzug berechtigt

Neben den vielen kleinen Händlern, die auf ebay tätig sind, gibt es jedoch mehr und mehr auch die sogenannten Powerseller, die hier oftmals riesige Umsätze erwirtschaften.

Hier ist es dann in der Regel Pflicht, die Umsätze genauestens zu dokumentieren und die jeweiligen Vorsteuerabzüge und die Umsatzsteuerzahllast zu errechnen.

In den meisten Fällen verlangt das zuständige Finanzamt hier die Abgabe der Umsatzsteuervoranmeldung, die dem Unternehmer aufzeigt, wie hoch die Umsatzsteuerzahllast tatsächlich ist, bzw., wenn ein Vorsteuerüberhang vorliegt, wie viel Geld vom Finanzamt zurückgefordert werden kann.

Vorsteuerabzug mindert die Zahllast

Grundsätzlich ist es so, dass ein Vorsteuerabzug die Zahllast gegenüber dem Finanzamt deutlich verringern kann. Ob das wirtschaftlich ist, bleibt dahin gestellt, jedoch haben alle Unternehmen immer mal wieder Monate, in denen die Geschäfte schlecht laufen, sprich, mehr eingekauft als verkauft wird.

Ein Vorsteuerabzug macht die diesbezüglichen Probleme zwar nicht besser, verschlimmert die Situation jedoch auch nicht noch mehr.

Wer hingegen stets viel an das Finanzamt zahlen muss, der hat entweder keine Eingangsrechnungen oder aber die Umsätze sind so hoch, dass sie mit den Eingangsrechnungen nicht gedeckt werden können.

 

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