Spesen

Verpflegungsmehraufwand bei Dienstreisen

28. Oktober 2013

Verpflegungsmehraufwand

Dienstreisen sind für die Reisenden mit erhöhten Kosten verbunden. Das liegt nicht nur an den Fahrt- und Übernachtungskosten, auch der Verpflegungsaufwand steigt. Deshalb können Dienstreisende einen sogenannten Verpflegungsmehraufwand als Betriebskosten angeben oder als Werbungskosten steuerlich absetzen.

Verpflegungsmehraufwand als Teil der Reisekosten

Der Verpflegungsmehraufwand kann als ein Teil der Reisekosten, die im Rahmen einer Dienstreise entstehen, angegeben werden. So ist es möglich, im Zuge der Einkommensteuererklärung pauschal Betriebskosten oder Werbungskosten anzugeben, die aufgrund von Dienstreisen entstanden sind. Dadurch lässt sich der entstandene Mehraufwand für Verpflegung – falls er beruflich bedingt ist – berücksichtigen. Die gesetzlichen Grundlagen dazu können §4 und §9 des Einkommensteuergesetzes (EStG) entnommen werden. §9 des Einkommensteuergesetzes gewinnt dabei ab dem Jahre 2014 zunehmend an Bedeutung, denn ab Januar 2014 werden die Reisekosten umfassend geregelt.

Eine grundlegende Voraussetzung dafür, dass die Kosten für die Verpflegung bei einer Dienstreise als Betriebs- oder Werbungskosten angegeben werden können, ist, dass es sich um eine beruflich bedingte Reise handeln muss. Als Dienstreise können alle beruflich bedingten Aufenthalte außerhalb der Betriebsstätte angesehen werden, bei denen die eigene Wohnung verlassen werden muss. Bei einer Dienstreise kann es sich zum Beispiel um eine auswärtige Teilnahme an einem Seminar oder einer Weiterbildungsmaßnahme handeln. Auch beruflich bedingte Besuche von Lieferanten oder Kunden sowie andere Außendiensttermine werden als Dienstreisen angesehen.

Pauschalen des Verpflegungsmehraufwandes

Die Höhe des Verpflegungsaufwandes kann, je nach Person und Dienstreise, teils deutlich schwanken. Zugleich ist der erhöhte Aufwand nicht immer leicht zu ermitteln, sodass zur Vereinfachung Pauschalbeträge angegeben werden müssen. Diese Pauschalbeträge werden auch als Tagegeld bezeichnet. Dabei sind die Pauschalbeträge nicht freiwillig, sondern sie müssen seit dem Jahre 1996 angegeben werden, sodass eine separate Berücksichtigung der tatsächlich entstandenen Kosten nicht möglich ist.
Wie hoch diese Pauschalbeträge sind, hängt insbesondere davon ob, ob es sich um eine Inlands- oder Auslandsreise handelt und wie viele Stunden pro Tag mit dienstlichen Angelegenheiten verbracht werden.

Pauschalbeträge bei inländischen Dienstreisen bis zum 31. Dezember 2013:

  • Aufenthaltsdauer zwischen acht und 13,99 Stunden = acht Euro je Tag
  • Aufenthaltsdauer zwischen 14 und 23,99 Stunden = zwölf Euro je Tag
  • Aufenthaltsdauer von 24 Stunden = 24 Euro je Tag

Somit können im Rahmen einer Dienstreise am Tag maximal 24 Euro als Mehraufwand für Verpflegung angegeben wurden. Bei Dienstreisen von weniger als acht Stunden kann dieser Mehraufwand jedoch nicht geltend gemacht werden. Ab dem 1. Januar 2014 werden jedoch neue Regelungen zu den Reisekosten eingeführt, die auch die Pauschalbeträge des anzugebenden Verpflegungsmehraufwandes betreffen. Ab diesem Zeitpunkt fällt der geringste Pauschalbetrag in Höhe von acht Euro weg, sodass nur noch die Pauschalbeträge in Höhe von zwölf und 24 Euro angegeben werden können.

Pauschalbeträge bei inländischen Dienstreisen ab dem 1. Januar 2014:

  • Aufenthaltsdauer zwischen 8 und 23,99 Stunden = zwölf Euro je Tag
  • Aufenthaltsdauer von 24 Stunden = 24 Euro je Tag

Durch die neuen Regelungen können Dienstreisende die Kosten bei mehrtägigen Reisen für jeden vollen Kalendertag mit 24 Euro pro Tagangeben. Der geringere Pauschalbetrag in Höhe von zwölf Euro kann dann für den An- und Abreisetag gewählt werden. Dabei spielt es keine Rolle, ob der Aufenthalt am An- und Abreisetag bei mehr als acht Stunden lag oder nicht.
Bei Dienstreisen ins Ausland können in der Regel höhere Beträge angegeben werden. Diese sind abhängig vom jeweiligen Zielland. Die Staffelung gemäß der Aufenthaltsdauer ist mit denen für inländische Dienstreisen vergleichbar. Bei einer Reise nach Belgien können Dienstreisende im Jahre 2013 zum Beispiel Pauschalbeträge zwischen 14 und 41 Euro angeben. Bei Dienstreisen nach Luxemburg liegen diese Beträge zwischen 16 und 47 Euro. Höhere Pauschalbeträge können zum Beispiel für einen beruflich bedingten Aufenthalt in Norwegen angegeben werden, nämlich in Höhe von 22 bis 64 Euro.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

*