Rechnungswesen

Rechnungswesen verstehen: Die ersten Schritte für Start-Ups

9. Oktober 2013

Rechnungswesen verstehen

Das Rechnungswesen ist ein zentraler Bestandteil in der Organisation eines Unternehmens und eine wesentliche Grundlage für den wirtschaftlichen Erfolg. Um das Rechnungswesen zu verstehen, sollte man sich mit den einzelnen Bereichen und ihren Funktionen auseinandersetzen.

Rechnungswesen verstehen: Welche Bereiche gehören dazu?

Die wichtigsten Bereiche des Rechnungswesens sind:

  • Buchhaltung
  • Kostenrechnung
  • Statistik und Controlling
  • Unternehmens- und Finanzplanung

Die Buchhaltung

Die Buchhaltung ist sicherlich eine der wichtigsten Säulen des Rechnungswesens. Hier werden alle Einnahmen und Ausgaben verbucht, sodass jederzeit eine auf Fakten und Zahlen basierende Beurteilung der finanziellen Lage des Unternehmens und seiner Liquidität durchgeführt werden kann. Aber auch steuerliche Vorgaben und Erfordernisse müssen hier berücksichtigt werden.
In bestimmten Fällen gibt es eine Buchhaltungspflicht, die vom Gesetzgeber vorgeschrieben ist. Diese gilt für alle Kaufleute und Betriebe, die im Handelsregister (HR) eingetragen sind, sowie für Kapitalgesellschaften wie AG, GmbH, UG, OHG und KG. Auch Nicht-Kaufleute, wie beispielsweise Freiberufler und Kleinunternehmer, deren Umsatz im Jahr höher als 500.000 € oder deren Gewinn jährlich über 50.000 € liegt, sind zur Buchhaltung verpflichtet. Alle anderen Selbstständigen unterliegen zwar keiner Buchhaltungspflicht, sie sind aber trotzdem dazu verpflichtet, dem Finanzamt in der jährlichen Einkommenssteuerklärung Umsatz und Gewinn zu übermitteln. Darüber hinaus muss in regelmäßigen Abständen eine Umsatzsteuererklärung abgegeben werden. Schon alleine für diese steuerlichen Vorgaben ist zumindest eine einfache Buchhaltung erforderlich, um aus den Einnahmen und Ausgaben den Gewinn ermitteln zu können.

Die Buchhaltung erfasst alle Zahlungseingänge und –ausgänge. Für die Verwaltung wird normalerweise eine Buchhaltungssoftware eingesetzt, die alle finanziellen Transaktionen registriert und speichert. Mit diesen Programmen lassen sich dann auch relativ einfach die Daten für die Umsatzsteuererklärung, für die Gewinnermittlung zur Einkommenssteuererklärung, für den Jahresabschluss oder die Bilanz erstellen.

Kostenrechnung

Die Kostenrechnung ist ein betriebsinterner Bereich des Rechnungswesens und unterliegt nur bedingt gesetzlichen Vorschriften. Durch eine Kostenrechnung wird praktisch das Kosten-Leistungs-Verhältnis von betrieblichen Prozessen analysiert, um die Wertschöpfung der einzelnen Elemente beurteilen zu können. Dementsprechend ist die Kostenrechnung eine wichtige Grundlage für organisatorische und strategische Entscheidungen sowie für die Beurteilung der Effizienz eines Unternehmens.

Statistik und Controlling

Das Controlling dient im Wesentlichen der Überprüfung, ob die geplanten Ziele auch eingehalten werden. Dazu sind entsprechende Statistiken erforderlich. Der Zweck des Controllings besteht darin, positive und negative Entwicklungen festzustellen, sodass gezielt Anpassungen geplant werden können. Dabei kann es sich beispielsweise um die Veränderung der Produktpalette oder eine veränderte Ausrichtung am Markt handeln. Damit nimmt das Controlling auch Einfluss auf den Bereich des Marketings.

Unternehmens- und Finanzplanung

Ein Unternehmen muss den Blick auch immer in die Zukunft richten und die weitere Entwicklung planen: Wie schnell soll das Unternehmen wachsen, auf welchen Märkten soll das geschehen und was ist dazu erforderlich? Unter Umständen müssen dafür Investitionen getätigt werden, deren Finanzierung wiederum auch geplant werden muss.

Rechnungswesen verstehen: Wie organisiert man ein funktionierendes Rechnungswesen?

Um alle Bereiche aus dem Rechnungswesen zu verstehen und richtig anzuwenden, sind zumindest auf lange Sicht fundierte Fachkenntnisse erforderlich. Im besten Fall kann man dafür entsprechend ausgebildete Fachkräfte einstellen. Für kleinere Unternehmen ist das jedoch nicht immer möglich. Hier gibt es die Möglichkeit, das Rechnungswesen an einen externen Dienstleister zu vergeben. Das können Steuerberater oder entsprechende Dienstleister sein. Wenn man das Rechnungswesen selbst in die Hand nehmen will, können die erforderlichen Kenntnisse in Seminaren erworben werden. Außerdem gibt es eine zunehmende Zahl an Software und Programmen, die hilfreiche Lösungen für die meisten standardisierten Vorgänge bieten. Um diese Programme adäquat nutzen zu können, sind Grundkenntnisse des Rechnungswesens, besonders in der Buchhaltung mit seiner steuerlichen Relevanz, oft mehr als nützlich. Denn hier gilt der Grundsatz, dass Unkenntnis nicht vor Strafe schützt.

Eine Antwort auf Rechnungswesen verstehen: Die ersten Schritte für Start-Ups

Martin sagt:
19. März 2014 um 16:09

Ich persönlich vertraue in meiner Firma auf einen externen Dienstleister, wenn es ums Rechnungswesen geht. Als Unternehmer hat man ohnehin schon alle Hände voll zu tun. Warum soll man sich also auch noch mit einem ggf. „fachfremden“ Thema beschäftigen (wenn man zB, so wie ich, Techniker ist)?

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