Rechnungswesen

Die vier Bereiche des betrieblichen Rechnungswesens

20. Juli 2012

Betriebliches RechnungswesenBeim betrieblichen Rechnungswesen handelt es sich um das gesamte Überwachen und Auswerten des Unternehmensgeschehens, welches insbesondere die Fertigung sowie Beschaffenheit und deren Absatz erfasst. Die Hauptaufgaben des betrieblichen Rechnungswesens sind die Kontrollaufgabe, die Dokumentationsaufgabe, die Rechenschaftslegungs- und Informationsaufgabe sowie die Dispositionsaufgabe.

Die Hauptaufgaben des betrieblichen Rechnungswesens in Einzelnen:

Bei der Dokumentationsaufgabe erfolgt die zeitliche, sachliche und geordnete Aufzeichnung aller Geschäftsfälle anhand von Belegen, die das Eigen- und Fremdkapital, die Vermögenswerte und ebenso den Jahreserfolg des jeweiligen Unternehmens verändert. Die Rechenschaftslegungs- und Informationsaufgabe beinhaltet die gesetzlichen Vorschriften der jährlichen Rechenschaftslegung und Information der Unternehmenseigner, der Gläubiger über die Vermögens-, Schulden- sowie Erfolgslage des Unternehmens sowie der Finanzbehörde. Bei der Kontrollaufgabe wird die Ausgestaltung des Rechnungswesens zu einem aussagekräftigen Kontroll- und Informationssystem ermöglicht, sodass die Unternehmensleitung jederzeit eine Überwachung, der Wirtschaftlichkeit der Zahlungsfähigkeit sowie der betrieblichen Prozesse durchführen kann. Bei der Dispositionsaufgabe erfolgt eine Bereitstellung des aufbereiteten Zahlenmaterials, welches als Grundlage für alle Planungen und Entscheidungen von großer Bedeutung ist.

Um alle vorgenannten wichtigen Aufgaben bestens organisatorisch in den Griff zu bekommen, wird das betriebliche Rechnungswesen in vier Bereiche aufgeteilt. Zu bedenken ist jedoch, dass alle Aufgaben nicht immer auf den jeweiligen Bereich beschränkt werden können. Daher ist es unabdingbar, wenn man für ein effizientes Rechnungswesen sorgen möchte, dass ein konstruktiver Informationsaustausch zwischen den unterschiedlichen Bereichen erfolgt. Denn somit werden zum einen Doppelarbeiten an den Aufgabenschnittstellen bestens vermieden und zum anderen wird allen Beteiligten bewusst, dass sie zwar mit Sicherheit einige Sachlagen anderes sehen aber dennoch im gleichen Unternehmen tätig sind.

Die vier Bereiche des betrieblichen Rechnungswesens im Einzelnen:

Bei dem ersten Bereich – der Buchführung handelt es sich um eine Zeitraumrechnung, die alle Vermögens- und Kapitalbestände sowie deren Erfolg erfasst und somit der Erfolg eines Rechnungszeitraumes ermittelt werden kann. Das Vermögen und das Kapital werden nach Menge, Wert und Art aufgezeichnet. Der Erfolg kann hierbei entweder der Gewinn oder der Verlust sein. Übrigens hat die Buchführung der Franziskanermönch mit Namen Luca Pacioli im Jahr 1494 erfunden.

Bei der Kalkulation, die den zweiten Bereich des betrieblichen Rechnungswesens darstellt, handelt es sich um die Kosten- und Leistungsrechnung sowie um die Stück- beziehungsweise Leistungseinheitsrechnung. Es werden bei der Kostenrechnung der Gütereinsatz bei der Herstellung sowie Bereitstellung der Waren und Dienstleistungen erfasst. Das führt dazu, dass die Selbstkosten des hergestellten Produktes ermittelt werden können. Die Aufgabe der Leistungsrechnung ist die Erfassung und die Gegenüberstellung der Kosten, die beispielsweise die betrieblichen Leistungen, die an den Umsatzerlösen gemessen werden und die Bestandsveränderung und die innerbetriebliche Eigenleistung sein können.

Die Statistik ist eine sogenannte Vergleichsrechnung, wobei in dieser Rechnung die immer wiederkehrende Vorgänge, wie die Auftragseingänge, Zahlungsströme, Umsätze und die Laufstunden von Maschinen erfasst. Die Buchführung mit ihren Belegen sowie die Erhebung durch eine unmittelbare Mengenfeststellung dienen als Quelle für die Statistik. Bei der Planung handelt es sich um eine Vorschaurechnung. Sollzahlen werden für begrenzte Projekte oder Zeiträume aufgestellt.

Neben den oben genannten Punkten dient das betriebliche Rechnungswesen auch für die Information an die Öffentlichkeit. Große Kapitalgesellschaften sind zudem verpflichtet ihre Gewinn- und Verlust-Rechnung, ihre Bilanz und den Anhang sowie den Lagebericht der Öffentlichkeit zu präsentieren. Die Unterlagen müssen beim Handelsregister, lt. § 325 Abs. 2 HGB eingereicht werden. Das Rechnungswesen informiert außerdem über wesentliche Besteuerungsgrundlagen und die entsprechende Finanzverwaltung verfügt über das Recht, eine Nachprüfung bezüglich der in den Steuererklärungen angegebenen Besteuerungsgrundlagen durchzuführen. So wird mit dieser Überprüfung mittels Hilfe des Rechnungswesens festgestellt, ob die Steuern auch ordnungsgemäß eingezahlt wurden.

Ebenso hat das betriebliche Rechnungswesen auch die Beschreibung als dynamischen Systems. So werden hier erst die relevanten Informationen erhoben, gespeichert sowie verarbeitet und wieder erneut gespeichert. Erst dann werden sie an interne oder externe Adressaten abgegeben. Die Belege werden kontiert und gebucht und ebenso bilanziert. Danach erfolgt eine Weiterleitung an die Unternehmensführung und an die Aktionäre.

Somit kann abschließend zusammengefasst werden, dass das betriebliche Rechnungswesen die wirtschaftlichen und rechtlichen Vorgänge umfasst, die sich durch das Vermögen und durch die Schulden eines Unternehmens ständig verändern. Diese Veränderung ist auf die Einkäufe, auf die Nutzung und den Verbrauch von Gebäuden, Werkzeugen, Maschinen und Werkstoffen sowie auf die Lagerung zurückzuführen.

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