Künstlersozialkasse

Webseiten-Betreiber – Wenn die Künstlersozialkasse zur Kasse bittet

10. November 2010

Wer als freischaffender Künstler tätig ist, kann unter bestimmten Voraussetzungen in den Genuss einer Versicherungsveranlagung bei der Künstlersozialkasse (KSK) kommen. Die KSK ist eine Unterabteilung der sogenannten Unfallkasse des Bundes, unselbstständig jedoch vermögens- und haushaltsmäßig eigenständig, und ermöglicht hier beispielsweise Publizisten, Musikern, Schauspielern und Malern den Zugang zur gesetzlichen Sozialversicherung. Wer der Künstlersozialkasse angeschlossen ist, bleibt zwar auch weiterhin in einer gesetzlichen oder privaten Krankenkasse, jedoch übernimmt in diesem Falle die KSK einen entsprechenden Arbeitgeberanteil, wie dies bei Angestellten im Rahmen der Lohnbuchhaltung erfolgt.

Neben dem Krankenkassenbeitrag beinhaltet dies explizit die Pflege- und Rentenversicherung – dh., wer Mitglied…

in der KSK ist, ist immer auch rentenversichert!

Woraus finanziert sich die Künstlersozialkasse aber nun?

Derzeit sind der KSK deutschlandweit rund 170.000 freischaffende Künstler angeschlossen. Während diese in der Regel von persönlich gesunkenen Beiträgen zur Krankenversicherung und auch von der Rentenversicherungspflicht profitieren, muss die KSK dafür sorgen, diese Leistungen auch erbringen zu können. Sie benötigt Einnahmen, um die fiktiven Arbeitgeberanteile zahlen zu können.

Die Einnahmen der Künstlersozialkasse erwirtschaften sich zum einen durch die Beiträge der Versicherten und zum anderen, indem alle die zur Kasse gebeten werden, die die Leistung eines sogenannten Künstlers in Anspruch nehmen. Und zwar unabhängig davon, ob der Künstler selbst der KSK angeschlossen ist! Der derzeitige Beitragssatz beträgt 3,9 Prozent.

Im täglichen Leben gibt es in der Regel eine Vielzahl von Transaktionen, die mit Honorarrechnungen eines Künstlers einhergehen, wobei in der heutigen Zeit vielfach besonders Webseitenbetreiber betroffen sind.

Webseiten- und Blogbetreiber sind meist abgabenpflichtig

Im Zeitalter des 21. Jahrhunderts ist das Internet das Medium schlechthin. Portale und Präsenzen schießen wie Pilz aus dem Boden und für jedes angebotene Produkt oder jede Dienstleistung gibt es entsprechende Abnehmer.

Um jedoch eine Leistung oder ein Produkt auch online lukrativ absetzen zu können, benötigt es in der Regel eine ansprechende Website oder Homepage. Hier reicht es meist nicht aus, lediglich Waren aufzulisten, sondern hier muss explizit an Werbung und Vermarktung gearbeitet werden. Viele Anbieter nehmen aus diesem Grund die Leistung eines Werbefachmanns oder einer Textagentur in Anspruch.

Ebenso erfolgreich und aufstrebend ist der Markt mit den sogenannten Blogs. Blogs gibt es mittlerweile in jeder erdenklichen Form und mit unendlich vielen inhaltlichen Themen. Privatpersonen schreiben hier genauso regelmäßig wie auch Unternehmer, während bei zweiteren Gruppe nicht selten sogar Dienstleistungs- oder Warenangebot mit zusätzlichen interessanten Blogs zum jeweiligen Angebot kombiniert werden.

Wer sein Onlineportal oder Blog jedoch nicht selber betexten kann oder will, ist in der Regel auf professionelle Hilfe angewiesen. Nur –was viele gar nicht wissen: Auch in diesem Fall ist eine Abgabe an die Künstlersozialkasse fast immer Pflicht! Publizistische Arbeiten unterliegen hier einer gesonderten Abgabe.

Nachzahlungen vermeiden!

Wer umfangreiche Nachzahlungen vermeiden will, der ist gut beraten, sich umfassend mit der Thematik auseinanderzusetzen.
Eine formlose Mitteilung bei der Künstlersozialkasse hat jedoch zu erfolgen.

Ausnahmen

Unter bestimmten Voraussetzungen ist eine Befreiung hier jedoch möglich. Dies ist der Fall, wenn nicht in regelmäßigen Abständen Leistungen in Anspruch genommen werden oder wenn es sich bei dem Auftragnehmer um eine juristische Person (GmbH, AG, e.V. etc.) handelt.

Verbuchung

Da es sich bei den Auftragnehmern in der Regel um selbstständig tätige Künstler handelt, sind die Abgaben an die KSK auch nicht unter Personalkosten zu verbuchen. Hier erfolgt die ordnungsgemäße Verbuchung unter dem Aspekt der sogenannten Fremdleistung.

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