Künstlersozialkasse

Künstlersozialkasse – Wer kommt rein und wer muss draußen bleiben?

5. Juli 2011

Die Künstlersozialkasse (kurz=KSK) sorgt immer wieder für Unmut unter den deutschen Künstlern. Die Aufnahmezahl scheint begrenzt und die Mitgliedskriterien irgendwie willkürlich. Wer „drinnen“ ist, darf sich glücklich schätzen, denn insgesamt ist der Weg hier hin in der Regel eher lang und problembehaftet, als schnell und einfach.

Die Künstlersozialkasse versteht sich als eigenständige Behörde des deutschen Sozialwesens. Sie wurde im Jahre 1983 gegründet und soll seither den selbstständigen Künstlern den gleichen sozialen Schutz bieten, den sonst nur Angestellte und Arbeiter der gesetzlichen Krankenkassen bekommen. Selbstständig tätige Künstler müssen in der KSK nur die Hälfte der Sozialversicherungsbeiträge zahlen und sind zudem immer auch automatisch rentenversichert.

Künstlersozialkasse für Journalisten, Musiker und Maler

Es darf sich zwar jeder Künstler nennen, der etwas kreiert, jedoch sind die Aufnahmekriterien bei der…

Künstlersozialkasse nicht immer für jeden nachvollziehbar. Dies gilt besonders für den Punkt der Einnahmen, da dieser offensichtlich eng mit der möglichen Mitgliedschaft zu sehen ist. Die KSK weist in ihrer Satzung nämlich ausdrücklich darauf hin, dass eine Mitgliedschaft in der Künstlersozialkasse nur dann möglich ist, wenn der Künstler selbstständig tätig ist und auch den Lebensunterhalt mit dieser Tätigkeit selbst finanzieren kann. Durch diesen Aspekt ist der Grundgedanke, weswegen die Künstlersozialkasse eigentlich ins Leben gerufen wurde, nämlich um finanziell schlecht gestellten Künstlern zu helfen, irgendwie ausgehebelt worden.

Die Künstlersozialkasse nur für finanziell gut betuchte Künstler?

Der Weg in die Künstlersozialkasse ist in der Tat nur freiberuflichen oder selbstständigen Künstlern möglich, die entweder im Bereich Schrift und Wort, im Bereich Musik oder in den bildhauerischen und malenden Künsten tätig sind. Andere Freiberufler und Selbstständige haben keine Chance, sich von der KSK unterstützen zu lassen.

Aber auch die tatsächlich als Künstler anzusehenden Antragsteller haben nicht immer die Zutrittsberechtigung. Es muss belegt werden, dass es sich um eine freiberufliche Tätigkeit handelt, von der der Künstler auch leben kann. Lediglich in den ersten drei Jahren erlaubt die Künstlersozialkasse einen geringeren Verdienst. Wer nach drei Jahren jedoch den Mindestverdienst nicht nachweisen kann, der muss die Künstlersozialkasse wieder verlassen.

Langwieriges Aufnahmeprozedere bei der Künstlersozialkasse

Wer sich selbst als Maler, Musiker oder Journalist bezeichnet und der Künstlersozialkasse beitreten möchte, der muss zunächst einen mehrseitigen Aufnahmeantrag ausfüllen. In diesem Antrag sind Angaben zur Person, zum Wohnort, zur Tätigkeit und zum Einkommen zu machen. Auch Festanstellungen und Nebenbeschäftigungen müssen hier gemeldet werden.

Nachdem der Antrag verschickt wurde, muss der Antragsteller in der Regel einige Monate auf einen ersten Bearbeitungshinweis warten. Dies teilt die Künstlersozialkasse auf ihrer Homepage bereits mit, jedoch gibt es auch eine Eingangsbestätigung, wenn die Unterlagen bei der KSK angekommen sind.

Künstlersozialkasse fordert im Bedarfsfall zahlreiche Belege an

Für die meisten Antragsteller, die sich selbst als Künstler betrachten, ist es unverständlich, dass die KSK dem Antrag nicht gleich zustimmt, sondern die freiberufliche oder selbstständige künstlerische Tätigkeit häufig einfach in Frage stellt. Oft ist es so, dass die Mitarbeiter der Künstlersozialkasse nach einigen Monaten damit beginnen, beweisende Unterlagen anzufordern. Dies sind in der Regel Zertifikate und Zeugnisse, aber auch Rechnungen und Bankbelege. Ja selbst Verträge mit Kunden oder anderen Geschäftspartner werden von der KSK gerne angefordert.

Viele vermeintliche Künstler werden von der Künstlersozialkasse abgelehnt, weil sie keine Einnahmen nachweisen können. Dies ist besonders bei Buchautoren häufig der Fall, die zunächst nicht schlüssig belegen können, von welchen Geldern sie denn ihren Lebensunterhalt bestreiten.

Langer Atem und Geduld sind bei der Künstlersozialkasse Pflicht

Wer den Mitgliedsantrag bei der Künstlersozialkasse stellt, der sollte bereits im Vorfeld damit rechnen, dass er zahlreiche Belege nachreichen muss und dass bis zur endgültigen Zusage oder Absage meist bis zu einem halben Jahr vergehen können. Ist die Mitgliedschaft dann aber genehmigt, gibt es die Anteile der bisher gezahlten Beiträge an die regulären Krankenkassen umgehend zurückerstattet.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

*