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Kontenrahmen für die einzelnen Wirtschaftszweige

1. März 2012

Für jeden Geschäftsbetrieb den passenden Kontenrahmen nutzen

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Wer ein Unternehmen führt, der hat immer auch Beleg darüber zu führen, wie es um die Einnahmen und auch um die Ausgaben des Geschäftsbetriebes bestellt ist. Für das bezogene Finanzamt ist es äußerst wichtig zu wissen, mit welchen Betriebsergebnis abgeschlossen wurde, da anhand dieser Summe die Steuerzahllast ermittelt wird.

Ordnungsgemäß Buch zu führen über die einzelnen Geschäftsfälle ist jedoch nicht nur für die Ermittlung der zu leistenden Steuer wichtig, denn auch der Geschäftsinhaber sollte zu jeder Zeit wissen, wie es um seinen Betrieb finanziell bestellt ist. Nur so ist es möglich, die Preise der zu verkaufenden Waren und Dienstleistungen zu berechnen, Investitionen zu tätigen, Außenstände zu ermitteln und ggf. auch Kapital fremd zu finanzieren.

Ordnungsgemäße Buchführung ist Pflicht

Je nach Umsatzgröße des Unternehmens ist der Geschäftsbetrieb sogar gezwungen eine doppelte Buchführung zu betreiben, sprich, jeder Geschäftsfall hat auf zwei Konten verbucht zu werden. Häufig ist auch das Erstellen einer Bilanz Pflicht, sodass die Buchführung mindestens genauso wichtig ist, wie die Produktion der Waren oder auch deren Verkauf.

Um eine ordnungsgemäße Buchführung erstellen zu können, benötigt die Buchhaltungsabteilung einen Kontenrahmen, mit welchem die einzelnen Geschäftsfälle schnell und unproblematisch den jeweiligen Kontenklassen und Konten zugeordnet werden können.

Für jeden Wirtschaftszweig gibt es einen Kontenrahmen

Ein Kontenrahmen fasst üblicherweise die unterschiedlichen Kontenarten in der jeweiligen Kontenklasse zusammen und nummeriert diese systematisch durch. Dies ist deshalb äußerst wichtig, da Sinn und Zweck eines Kontenrahmens der ist, die Buchführung in allen Geschäftsbetrieben zu einem einheitlichen Bild zusammenzufassen und den Organisations- und Gliederungsplan somit deutlich zu vereinfachen.

Kontenrahmen gibt es für alle Wirtschaftszweige, sodass sowohl der Groß- und auch Einzelhandel als auch die Banken und Industriebetriebe stets einen allgemeingültigen Kontenrahmen vorfinden werden. Obwohl es keine gesetzliche Pflicht für die Nutzung eines bestimmten Kontenrahmens gibt, so halten sich die meisten Unternehmen oder Banken trotzdem an den für ihren Wirtschaftszweig vorgegebenen Kontenrahmen, um hier gleichermaßen wie alle anderen Betriebe die jeweiligen Geschäftsfälle verbuchen zu können.

Die einzelnen Kontenrahmen im Überblick

Grundsätzlich gibt es Kontenrahmen für drei unterschiedliche Wirtschaftszweige. Zum einen handelt es sich hierbei um den Kontenrahmen des Einzelhandels (kurz = EKR), zum anderen um den Kontenrahmen des Großhandels (kurz = GKR) und um den Kontenrahmen der Industrie (kurz = IKR). Darüber hinaus findet sich dann noch der standardisierte Kontenrahmen der DATEV, der ebenfalls von vielen Unternehmen genutzt wird und der sich wiederum in einzelne unterschiedliche Kontenrahmen unterteilen lässt.

Der DATEV Kontenrahmen

Der sogenannte DATEV Kontenrahmen wird häufig sowohl von kleineren wie auch von großen Unternehmen genutzt. Um eine problemlose und übersichtliche Buchführung jedoch möglich zu machen, ist es sinnvoll, den Kontenrahmen zu wählen, der für die jeweilige Betriebsgröße am besten passend ist. So wählen beispielsweise kleinere Personengesellschaften den Kontenrahmen SKR 01, während große Kapitalgesellschaften den Kontenrahmen SKR 02 für sich nutzen. Darüber hinaus bietet DATEV noch zwei weitere Kontenrahmen an, den SKR 03 und SKR 04, die in sich dann noch mal etwas detaillierter aufgebaut und untergliedert sind.

Der Aufbau eines Kontenrahmens

Alle gängigen Kontenrahmen sind nach einem sogenannten dekadischen System aufgebaut, d. h., sie sind in zehn Kontenklassen (von 0 bis 9) unterteilt. Wird der Kontenrahmen SKR 04 genutzt, so finden sich in der Kontenklasse 0 die Konten des Anlagevermögens, in der Klasse 1 das Umlaufvermögen und in der Klasse 2 das jeweilige Eigenkapital.

Auch die Aufwendungen und Erträge lassen sich kontenmäßig verbuchen, da diese beim Kontenrahmen SKR 04 den Klassen 4 bis 6 zuzuordnen sind. Die Kontenklasse 3 wiederum enthält die Konten, die das Fremdkapital betreffen, Klasse 7 alle weiteren Erträge, Klasse 8 die Umsatzerlöse und die Klasse 9 die Privatkonten.

Wird streng nach diesem Kontenrahmen gebucht, so ist es in der Regel ein Leichtes, während des ganzen Geschäftsjahres die Kontenstände der einzelnen Bereiche abzurufen. So ist der Unternehmer beispielsweise stets in der Lage nachzuschauen, wie es um die liquiden Mittel bestellt ist, wie hoch die Außenstände sind und auch wie sich die Umsatzzahlen entwickelt haben.

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