Kleinunternehmer

Verdienstgrenzen bei Minijobs – das müssen Unternehmer und Buchhalter wissen

30. November 2012

Verdienstgrenzen bei MinijobsZum 1. Januar 2013 werden die Verdienstgrenzen für geringfügig Beschäftigte erhöht. Sowohl Minijobber als auch Midijobber können dann mehr hinzu verdienen. Das Gesetz wurde mit einer Mehrheit im Bundestag beschlossen. Stimmen der FDP und der Union stimmten dem Antrag zu, die Opposition stimmte geschlossen dagegen.

Mehr Geld für Kleinverdiener

Für Minijobber wird die Grenze von 400 Euro auf 450 Euro erhöht. Beschäftigte, die in der sogenannten Gleitzone beschäftigt sind, also Midijobber können künftig anstelle von 800 Euro 850 Euro verdienen. Mit Gleitzone ist dabei gemeint, dass die Beiträge der Arbeitnehmer zur Sozialversicherung gleitend von einem ermäßigten Niveau auf das reguläre Niveau ansteigen. Zusätzlich sind die Midijobber verpflichtet, in die gesetzliche Rentenversicherung einzuzahlen.

Verdienstgrenze bei Minijobs erstmals an die Lohnentwicklung angepasst

Die sogenannten Minijobs wurden im Jahr 2003 eingeführt. Die Verdienstgrenze war seit dem unverändert. Eine Anpassung an die seit 2003 stattgefundene Lohnentwicklung findet damit zum ersten Mal statt. Für alle, die bereits in einem Beschäftigungsverhältnis als Minijobber angestellt sind, gilt eine Übergangsregelung bzw. eine Bestandsschutzregelung. Für Arbeitsverhältnisse, die nach dem 1. Januar 2013 eingegangen werden, gilt die neue Regelung.

Viele Minijobber finden Vollzeitbeschäftigung

Nach der Ansicht von Experten hat sich die Arbeit als geringfügig Beschäftigter als guter Einstieg in den Beruf bewährt. Demnach würde rund die Hälfte der Arbeitnehmer die als Minijobber beginnen anschließend eine sozialversicherungspflichtige Teilzeit- oder Vollzeitbeschäftigung im Unternehmen finden. Gleichzeitig ist die andere Hälfte z. B. aus familiären Gründen mit dem Beschäftigungsverhältnis aus Minijobber gut zufrieden.

Wer ist Minijobber?

Rund 70 Prozent der Minijobber sind Hausfrauen und Hausmänner. Weitere zehn Prozent sind Arbeitslose. Der Rest der Minijobber sind Rentner, Studenten und Schüler. Insgesamt arbeiten in Deutschland rund sieben Millionen Menschen als Minijobber.

Kritik an der Erhöhung der Verdienstgrenze bei Minijobs

Von anderen Experten wird die Erhöhung der Verdienstgrenze kritisiert. Nach deren Ansicht fördert die Erhöhung den Zwei-Klassen-Arbeitsmarkt. Demnach wird durch eine Erhöhung der Verdienstgrenze die Arbeit mit sozialer Sicherung weiter verdrängt. Nach Ansicht der Opposition sei die Annahme abwegig, dass die Anhebung der Verdienstgrenze dazu führt, dass die Arbeitnehmer mehr Geld verdienen. Im Schnitt verdienen diese nicht 400 Euro, sondern 220 Euro, sodass die bisherige Grenze meist gar nicht ausgenutzt wird. Die Kritiker der Minijobs sehen diese als Niedriglohnfalle an.

Die Befürworter der Neuregelung sehen darin einen Inflationsausgleich und ein Stück mehr Gerechtigkeit. Der Eintritt in die Rentenversicherung kann von den Arbeitnehmern auf Wunsch ausgeschlossen werden. Die Befürworter hoffen jedoch, dass sich die meisten Beschäftigten dafür entscheiden werden. Durch den Eintritt haben die Betroffenen die Möglichkeit zum Riestersparen, zur Erwerbsminderungsrente und zur Rentenanwartschaft.

Die Linke möchte die Minijobs abschaffen

Die komplette Abschaffung der Minijobs wurde von Diana Golze von der Linksfraktion gefordert, jedoch vergeblich. Ihrer Ansicht nach werden nicht die Löhne für die Beschäftigten steigen, sondern die Anzahl der Stellen. Für die Minijobber sei die Altersarmut quasi vorprogrammiert, woran auch die neue Rentenversicherungspflicht nichts ändern könne. Wer 45 Jahre lang im Rahmen eines Minijobs tätig ist, würde am Ende nur eine Rente in Höhe von 205,70 Euro erhalten.

Statistisches Bundesamt und Minijobs

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes kann der Vorwurf des Lohndumpings im Rahmen des Minijobs nicht aufrechterhalten werden. Minijobs sind notwendig, gewollt und gebraucht. Während die Preise und Löhne seit 2003 deutlich gestiegen sind, war die Grenze seit der Einführung der Minijobs nie angehoben worden. Durch die Erhöhung zum Jahreswechsel soll demnach ein Stück mehr Gerechtigkeit geschaffen werden.

Ob die Minijobber wie erhofft von der Versicherungspflicht in der Rentenversicherung gebrauchen machen, oder sich von dieser befreien lassen, bleibt abzuwarten. Bisher war der Fall andersherum gegeben. Minijobber waren grundsätzlich von Zahlungen für die Rentenversicherung befreit, konnte die Vollmitgliedschaft jedoch beantragen.

An den Minijobs scheiden sich die Geister. Die Kritiker sehen darin eine Nische für schlecht bezahlte und schlecht abgesicherte Arbeitsplätze und eine finanzielle wie berufliche Sackgasse. Auch Gewerkschaften und Sozialverbände gehören zu den Kritikern der Minijobs und haben bereits mehrfach gefordert, dass diese eingedämmt werden. Die Übergangsregelung ist bis Ende 2014 befristet. Bis dahin können Betroffene, die durch die Neuregelung in eine andere Kategorie fallen, den bisherigen Status beibehalten oder sich für die Anwendung der neuen Bestimmungen entscheiden.

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