Kleinunternehmer

Umsatzsteuerbefreiung – für Existenzgründer und kleine Unternehmen

10. Februar 2011

Einfache Buchführung durch Umsatzsteuerbefreiung

Rechnungserstellung ohne Umsatzsteuer

Mehr Vorteile oder auch Nachteile?

Mehrwertsteuer, Umsatzsteuer, Vorsteuer

© photoGrapHie - Fotolia.com

Das Thema Umsatzsteuer ist für viele Unternehmer ein sprichwörtliches rotes Tuch. Aufgrund der Umsatzsteuer steigt der bürokratische Aufwand in der Buchhaltung enorm an, sodass viele Unternehmer sich einerseits wünschen, ihnen würde eine Umsatzsteuerbefreiung zukommen. Neben den monatlich oder quartalsmäßig zu erstellenden Umsatzsteuervoranmeldungen müssen natürlich auch entsprechende Rücklagen für eventuelle Umsatzsteuernachzahlungen gebildet werden. Durch diese Abführung der Umsatzsteuer an die zuständigen Finanzbehörden gehen den Unternehmen meist große Mengen liquider Mittel verloren. Außerdem muss hier noch der Vorsteuerabzug berechnet werden, was ebenfalls mit sehr viel bürokratischem Aufwand verbunden ist und auch bei der Rechnungsstellung muss ohne eine Umsatzsteuerbefreiung ein…

großes Paket an entsprechenden Richtlinien umgesetzt werden.

Umsatzsteuerbefreiung – wenig Bürokratie für Existenzgründer

Für Existenzgründer und kleinere Unternehmen wirkt sich die Umsatzsteuerbefreiung im Hinblick auf den fehlenden bürokratischen Aufwand mehr als positiv aus. Auf das komplizierte Umsatzsteuerverfahren kann hier gänzlich verzichtet werden, sodass die Buchführung lediglich aus einer simplen und für jeden verständlichen Einnahmen-Überschuss-Rechnung (EÜR) –ohne Ausweis der Umsatzsteuer- bestehen kann.

Kleinunternehmerregelung bedeutet Umsatzsteuerbefreiung

Eine Umsatzsteuerbefreiung kommt in der Regel immer dann in Betracht, wenn das Unternehmen einen nur geringen Umsatz erwirtschaftet. Dies ist oftmals sowohl bei den Existenzgründern und auch bei den kleineren Unternehmen, wie beispielsweise den Onlineshop, der Fall. Gemäß § 19 (1) des Umsatzsteuergesetzes darf hier kein Ausweis der Umsatzsteuer auf den Rechnungen erfolgen. Gleichzeitig muss jedoch auch ein diesbezüglicher Hinweis auf den Rechnungen enthalten sein. Der bezogene Geschäftspartner hat dann seinerseits keine Möglichkeit, einen Vorsteuerabzug geltend zu machen.

Umsatzsteuerbefreiung unterliegt Umsatzgrenzen

Wer den Kleinunternehmerstatus und damit auch die Umsatzsteuerbefreiung behalten möchte, der darf bestimmte Umsatzgrenzen nicht übersteigen. Im vergangenen Kalenderjahr sieht der Gesetzgeber hier eine Höchstgrenze in Höhe von 17.500 Euro vor; im laufenden Jahr dürfen es nicht mehr als 50.000 Euro sein. Nur dann bleibt auch die Umsatzsteuerbefreiung erhalten.

Ist eine Umsatzsteuerbefreiung immer erstrebenswert?

Obwohl die Umsatzsteuerbefreiung den Verwaltungsaufwand im Unternehmen deutlich senkt, ist sie nicht immer die beste Alternative für das Unternehmen. Selbst dann nicht, wenn eine Umsatzsteuerbefreiung aufgrund der noch nicht erreichten Umsatzgrenzen möglich wäre.
So kann beispielsweise kein Vorsteuerabzug geltend gemacht werden, was sich –je nach Größe des Einkaufs- doch sehr summieren kann. In diesem Fall müssen diese Vorsteuerbeträge komplett als Kosten gebucht werden.

Auch viele Geschäftspartner und Kunden sehen es lieber, wenn die Eingangsrechnungen die Mehrwertsteuer ausweisen. Denn diese Mehrwertsteuer kann nun wiederum als Vorsteuer in Abzug gebracht werden. Liegt jedoch eine Umsatzsteuerbefreiung vor, so kann der Kunde keine Kosten vom Finanzamt zurückholen.

Umsatzsteuerbefreiung zulasten des Images

Auch wenn alle Umsatzzahlen der Buchführung für die Kleinunternehmerregelung und somit auch für die Umsatzsteuerbefreiung sprechen, so sollte jedes Unternehmen auch die Möglichkeit der Regelbesteuerung in Betracht ziehen. Durch einen expliziten Verzicht auf die Umsatzsteuerbefreiung steigt in den meisten Fällen auch das Prestige und das Image des Unternehmens stark an. Viele gewerbliche Kunden ist eine Umsatzsteuerbefreiung von Anfang an ein Ausschlußkriterium für das Zustandekommen der Geschäftsbeziehungen.
Außerdem ist bei der Kleinunternehmerregelung (und somit auch der Umsatzsteuerbefreiung) für jeden ersichtlich, in welcher (kleinen) Größenordnung sich das Unternehmen befindet.

Umsatzsteuerbefreiung – Vor- und Nachteile abwägen

Wer als Kleinunternehmer von der Umsatzsteuerbefreiung Gebrauch machen will, der sollte immer auch prüfen, ob ein Verzicht hier nicht mehr Nachteile als Vorteile bringt. Was zwar einen niedrigeren Verwaltungsaufwand darstellt, kann aus anderer Sicht durchaus negativ für das Geschäft selbst sein. Ebenfalls sollte auch klar sein, dass ein Verzicht auf die Umsatzsteuerbefreiung in den kommenden fünf Jahren nicht mehr rückgängig gemacht werden kann.
Wer hier unsicher ist, der sollte unter Umständen den Rat eines Steuerberaters einholen.
Auf jeden Fall aber sollte man sich fragen, ob eine Umsatzsteuerbefreiung immer die beste Lösung für das Unternehmen ist.

Eine Antwort auf Umsatzsteuerbefreiung – für Existenzgründer und kleine Unternehmen

K.S. sagt:
10. Mai 2012 um 17:22

… da Umsatzsteuer ein „durchlaufender Posten“ ist, kann man dadurch bei UST-pflichtigen Einkäufen
für den Geschäftsbetrieb diese „Vorsteuer“ gegen die abzuführende MWST gegenrechnen.
Je mehr MWST abzuführen ist, umso größer ist doch auch der eigene Umsatz und letztlich Ertrag.
Also; fleißig MWST berechnen und abführen.

Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

*