Kleinunternehmer

Umsatzsteuerbefreiung auf Rechnungen und die Auswirkungen auf Unternehmer und Kunden

28. März 2011

Umsatzsteuerbefreiung bedeutet, dass Unternehmer oder auch Freiberufler, die ein so genanntes Kleingewerbe betreiben, von der Umsatzsteuer befreit sind. Folglich müssen sie weder Umsatzsteuer auf ihren Rechnungen ausweisen, noch müssen sie demnach Umsatzsteuern abführen. Diese Kleinunternehmerregelung findet ihre Grundlagen im Paragraf 19 Absatz 1 des Umsatzsteuergesetzes.

Wie sieht jedoch die genaue Regelung für die Umsatzsteuerbefreiung aus?

Die genaue Regelung im Paragraf 19 Absatz 1 besagt, dass die für Umsätze geschuldete Umsatzsteuer von Unternehmern, die im Inland oder in den in Paragraf 1 bezeichneten Gebieten ansässig sind, nicht erhoben wird, wenn die Umsätze zuzüglich der darauf entfallenden Steuer im vorangegangenen Kalenderjahr 17.500 Euro nicht…

überstiegen hat und im laufenden Kalenderjahr voraussichtlich 50.000 Euro nicht übersteigen wird. Nun profitieren von dieser Art der Regelung allerdings nicht nur Unternehmer, die niedrige Umsätze vorweisen können, auch all jene, die sich selbstständig machen, können diese Regelung anwenden, wenn sie im Gründungsjahr einen Umsatz von weniger als 17.500 Euro und im Folgejahr von weniger als 50.000 Euro erwarten.

Dabei sollte jedoch bedacht werden, dass das Thema Umsatzsteuer für nahezu alle Unternehmer ein heikles Thema ist, nicht nur, dass der damit verbundene bürokratische Aufwand immens steigt, auch ist in Sachen Buchhaltung wesentlich mehr Arbeit von Nöten. In Anbetracht der monatlich oder quartalsweise zu erstellenden Umsatzsteuervoranmeldung für das Finanzamt, wären viele Unternehmer froh, die Kleinunternehmerregelung anwenden zu können. Ein weiteres Manko ist hier, es müssen Rücklagen gebildet werden, für eventuelle Umsatzsteuernachzahlungen, was auch nicht für jedes Unternehmen leicht ist. Nicht selten gehen den Unternehmen durch diese Abführung an die jeweiligen Finanzämter große Mengen liquider Mittel verloren, was sich natürlich in dem entsprechenden Geschäftsjahr schon stark bemerkbar machen kann.

Ein wichtiger Vorteil ist mit der Kleinunternehmerregelung verbunden, der vor allem Existenzgründer dazu bewegt, ihre Selbstständigkeit im Rahmen dieser Kleinunternehmerregelung zu starten. Während ab einem Jahresumsatz über 50.000 Euro eine Bilanzierung vom jeweiligen Finanzamt erwartet werden kann, sind alle Kleinunternehmer und all jene, die unter dieser Grenze liegen, im Rahmen des Jahresabschlusses lediglich zu einer so genannten Einnahmenüberschussrechnung verpflichtet. Dies erleichtert natürlich gerade jungen Unternehmen und Existenzgründern die ersten Geschäftsjahre.

Rechnungsstellung nach der Kleinunternehmerregelung

Unternehmer und Existenzgründer, die die Kleinunternehmerregelung für sich geltend gemacht haben, weisen also in ihren Rechnungen keine Mehrwertsteuer aus und sollten dies unbedingt durch einen Zusatz auf der Rechnung kenntlich machen, der besagt, dass sie eben die Kleinunternehmerregelung nutzen und demnach keine Umsatzsteuer ausweisen. Auch sollten sie grundlegend ihre Geschäftspartner darauf hinweisen, dass sie Kleinunternehmer sind. Grundlegend hat diese Kleinunternehmerregelung keine Auswirkungen auf die Geschäftsbeziehungen als solches. Wenn nun also eine Geschäftsbeziehung zwischen einem Kleinunternehmer und einem umsatzsteuerpflichtigen Unternehmer besteht, so kann der umsatzsteuerpflichtige Unternehmer seine Rechnungen ganz normal mit ausgewiesener Umsatzsteuer erstellen, der Kleinunternehmer kann diese nur nicht absetzen.

Es gibt aber grundsätzlich auch noch eine zweite Möglichkeit, bei der eine Umsatzsteuerbefreiung in Frage kommt. Dies betrifft in erster Linie die verschiedenen Bildungsträger, die von der Umsatzsteuer befreit sind. Hier kommt aber nicht zwingend eine Kleinunternehmerregelung zum Tragen. Vielmehr ist es dann einfach so, dass auf einen im Vorfeld ausgehandelten Preis eben keine Steuern mehr aufgeschlagen werden.

Die Auswirkungen der Umsatzsteuerbefreiung auf Kunden und Unternehmer

Eine Umsatzsteuerbefreiung hat prinzipiell keine sonderlichen auf eine Geschäftsbeziehung. Es muss im Vorfeld eben in diesem Falle ein Endpreis ausgehandelt werden, wie bei allen anderen Geschäften auch. Dass nun ein Kleinunternehmer keine Umsatzsteuer geltend machen kann, beeinflusst seine Geschäftspartner im Grunde genommen gar nicht. Auch haben die Kunden eines Kleinunternehmers keinerlei Nachteil aus dieser Regelung, sie können eben aus solchen Rechnungen keine Vorsteuer geltend machen, was sich aber auch nicht negativ auswirkt, da die Umsatzsteuer an sich ja ein so genannter Durchlaufposten ist, somit fällt ja auch der entsprechende Betrag im Umsatz weg. Somit kann festgehalten werden, dass eine Umsatzsteuerbefreiung weder aus Sicht des Kunden noch aus Sicht des Unternehmers nachteilige Auswirkungen hätte. Es ist nur eine Frage des entstehenden Arbeitsaufwandes.

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