Kleinunternehmer

Privatkonto und Geschäftskonto – lohnt sich die Differenzierung?

7. Dezember 2012

Privatkonto oder GeschäftskontoSelbstständige und Gründer sind nicht dazu verpflichtet ein Geschäftskonto zu eröffnen, eine entsprechende gesetzliche Vorschrift existiert nicht. Die betrieblichen Transaktionen dürfen grundsätzlich auch über ein Privatkonto abgewickelt werden. Das bedeutet jedoch nicht, dass die Trennung eines geschäftlichen und eines privaten Kontos nicht sinnvoll ist.

Warum ist ein Geschäftskonto sinnvoll?

Zwischen einem Geschäftskonto und einem Privatkonto besteht kein Funktionsunterschied. Weder die Geschwindigkeit bei Überweisungen und Gutschriften ist unterschiedlich, noch ist es für Kunden und Geschäftspartner ersichtlich, um was für eine Form des Kontos es sich handelt. Eine saubere Trennung von Privatem und Geschäftlichem ist dennoch sinnvoll. Dabei kann auch das zweite Konto ein privates sein. Bei vielen Banken ist es möglich, zu einem bereits bestehenden Konto kostenlos ein Unterkonto einzurichten. Um den Aufwand der Verwaltung gering zu halten, empfiehlt es sich ein separates Konto direkt bei der Aufnahme der Selbstständigkeit einzurichten. Auch können so Mehrkosten vermieden werden, die sonst durch die Änderung von Geschäftspapieren und folgenden Umbuchungen zustande kommen. Kunden müssen nicht über Änderungen informiert werden und es kann nicht zu versehentlichen Fehlbuchungen kommen. Haben Sie bisher Ihr Privatkonto für Geschäftszwecke verwendet, ist ein Umstieg dennoch sinnvoll und empfehlenswert.

Differenzierung bei den Banken

Im Allgemeinen differenzieren Banken sehr genau zwischen einem Privatkonto und einem Geschäftskonto. Da das Transaktionsvolumen von Kleingewerbetreibenden und Freiberuflern in der Regel nicht sonderlich hoch ist, sind die Banken nicht sonderlich pingelig. Zum Schutz der Verbraucher sind die Banken bei Privatkunden zu besonders großer Transparenz verpflichtet. Bei Unternehmern sind die Banken wesentlich freier.

Die Gesamtkosten müssen berücksichtigt werden

Selbstständige und Gründer müssen bei der Frage, ob eine Trennung von Privatkonto und Geschäftskonto sinnvoll ist, auf die Gesamtkosten achten. Die Kontoführungsgebühren unterscheiden sich bei privaten und geschäftlichen Konten zum Teil erheblich. Auch wenn die Grundgebühren bei einem Geschäftskonto meist höher sind, bedeutet dies nicht, dass solch ein Konto insgesamt teurer ist. Es gilt bei dem Vergleich immer auf die gesamten jährlichen Kosten zu achten, dabei spielen besonders die anfallenden Transaktionskosten und Kontoführungsgebühren eine entscheidende Rolle. Auch die Überziehungszinsen sind natürlich von besonderer Bedeutung, schließlich liegen diese zwischen 10-15 Prozent. Die Habenzinsen tendieren hingegen derzeit gegen null, sodass diese bei der Überlegung vernachlässigt werden können. Einzelne Kreditinstitute verlangen für geduldete Überziehungen sogar bis zu knapp 20 Prozent. So kann ein scheinbar kostenloses Girokonto schnell sehr teuer werden. Bei der Wahl des Kontos müssen auch Unternehmen die Angebote der unterschiedlichen Banken daher genau verglichen werden. Ohne irgendwelche Nachteile zu haben, können bei der richtigen Wahl pro Jahr einige Hundert Euro eingespart werden. Bei den Privatkonten sind besonders die Direktbanken empfehlenswert und schneiden häufig sehr gut ab.

Worauf muss bei der Auswahl eines geeigneten Kontos geachtet werden?

Bei der Suche nach einem neuen Konto müssen zahlreiche Kriterien berücksichtigt werden. Wichtig sind folgende Punkte:

–         Wie hoch sind die zu zahlenden Grundgebühren?

–         Wie hoch ist die angebotene Guthabenverzinsung?

–         Wie hoch ist der Kreditrahmen

–         Wie hoch sind die Kosten für Kontokorrent-/Dispositionskredite

–         Wie hoch sind die Kosten für kurzfristige Überziehungen der mit der Bank vereinbarten Kreditlinie?

–         Wie hoch sind die Kosten für Kontoauszüge und deren Versand?

–         Fallen Kosten bei der Bargeldabhebung an Geldautomaten an?

–         Wie verbreitet sind die kostenlosen Geldautomaten?

–         Besteht die Möglichkeit Transaktionen bequem online durchzuführen?

–         Werden jährliche Gebühren für mögliche Kreditkarten berechnet

–         Fallen Kosten für die EC-Karte an?

Der größte Vorteil der Trennung von einem Privatkonto und einem Geschäftskonto ist also schlicht die saubere Trennung von Privatem und Geschäftlichem. Werden nur wenige Transaktionen durchgeführt, muss nicht unbedingt ein getrenntes Konto geführt werden, um die Übersicht zu behalten. So bleibt es jedem Unternehmer selbst überlassen, individuell zu entscheiden, ob eine solche Trennung notwendig ist. Informieren Sie sich bei Ihrer Hausbank über die unterschiedlichen Kontoformen und vergleichen Sie diese unbedingt mit den Angeboten anderer Banken. Zu guter Letzt muss auch der persönliche Kontakt bedacht werden, der bei einer Direktbank natürlich so nicht gegeben ist.

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