Kleinunternehmer

Kleinunternehmerregelung – diese Hinweise gilt es zu beachten

12. April 2012

Kleinunternehmerregelung

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Ist von der sogenannten Kleinunternehmerregelung die Rede, so ist hiermit immer eine Vereinfachungsregelung gemeint, die sich gemäß § 19 UStG im Umsatzsteuerrecht widerspiegelt. Sinn und Zweck der Kleinunternehmerregelung ist die, dass Unternehmen, die über keine großen Umsätze verfügen, hier buchhalterisch einen Vorteil erhalten.

Grundsätzlich ist es den Kleinunternehmern erlaubt, zum einen auf die Erhebung der Umsatzsteuer zu verzichten, zum anderen brauchen sie die Vorsteuer bei den Eingangsrechnungen nicht separat zu verbuchen.

Kleinunternehmerregelung ist abhängig von den Umsätzen

Wer ein Unternehmen gründet, der hat in der Regel einen entsprechenden Plan, wie sich die Umsätze in den folgenden Jahren bestenfalls entwickeln werden. Natürlich ist es besonders zu Anfang sehr schwer gleich auch schwarze Zahlen zu schreiben, denn je nach hergestelltem Produkt oder je nach angebotener Dienstleistung ist der Markt mehr oder weniger gesättigt, d. h., der Jungunternehmer muss sich zunächst einmal einen eigenen Kundenstamm aufbauen. Das ist nicht immer leicht und so vergehen oft viele Monate oder gar Jahre, bis sich das neue Unternehmen auf dem Markt etabliert hat und dem Unternehmer gute Umsatzzahlen beschert.

Viele Unternehmer, die mit einem eigenen Betrieb in die Selbstständigkeit starten, haben aber vor allem die angebotenen Produkte im Visier und nicht, wie mindestens genauso wichtig, die buchhalterischen Aufgaben. Werden die aber vernachlässigt, so wird es äußerst schwierig werden, die finanzielle Lage des Unternehmens einzuschätzen, bzw. bei größeren Problemen hier schnell auch eingreifen zu können.

Da auch die Bundesregierung über diese Problematik informiert ist und da auch die Finanzämter hier nicht sofort auf die Übermittlung von Umsatzsteuervoranmeldungen bestehen wollen, hat der Gesetzgeber die sogenannte Kleinunternehmerregelung ins Leben gerufen. Diese macht es dem Jungunternehmer möglich, besonders in der Anfangszeit die Buchhaltung mit einfachen Mitteln erstellen zu können.

Einnahmen-Überschuss-Rechnung (EÜR) ist bei der Kleinunternehmerregelung ausreichend

Wer als Kleinunternehmer tätig ist –und hierunter fallen sehr viele Existenzgründer– der darf die Buchhaltung zunächst ein wenig vernachlässigen, bzw. diese mit sehr einfachen Mitteln erstellen. Für Kleinunternehmer ist es nämlich ausreichend, wenn sie lediglich die Einnahmen und Ausgaben des Betriebes gegenüberstellen und nicht auf unterschiedliche Konten, wie es beispielsweise bei der doppelten Buchführung üblich ist, zurückgreifen müssen.

Das vereinfacht die Buchführung meist ungemein und setzt zum anderen auch keine großen Fähigkeiten vonseiten des Unternehmers voraus.

Kleinunternehmer darf sich nur nennen, wer bestimmte Umsatzzahlen nicht überschreitet

Als Kleinunternehmer kann sich der Unternehmer einstufen lassen, dessen Umsätze eine gewisse Größe nicht überschreitet. Hierfür gibt es Vorgaben, auf deren Einhaltungen die zuständigen Finanzbehörden bestehen. So darf ein Kleinunternehmer beispielsweise die Vorjahres-Umsatzgröße von 17.500 Euro brutto nicht überschritten haben und im laufenden Geschäftsjahr dürfen es nicht mehr als 50.000 Euro sein, um die Kleinunternehmerregelung auch weiterhin noch in Anspruch nehmen zu können.

Grundsätzlich sind das sehr exakte Größen, jedoch, und so zeigt die Erfahrung immer wieder, vergessen manche Unternehmer rechtzeitig bei Überschreiten dieser Umsatzzahlen auch das zuständige Finanzamt dahin gehend zu informieren. Die Folgen sind dann Nachzahlungen, die schon so manch einem Unternehmer die Existenz gekostet haben.

Wer also die Kleinunternehmerregelung für sich in Anspruch genommen hat, der sollte hin und wieder schauen, ob die maximalen Höchstgrenzen in puncto Umsatz nicht bereits überschritten sind. Ist dies der Fall, so heißt es das Finanzamt zu informieren, damit rechtzeitig auf die Regelbesteuerung umgestellt werden kann.

Natürlich ist es ebenfalls möglich, schon bei der Existenzgründung auf eine Regelbesteuerung zu bestehen. Dann ist der buchhalterische Aufwand zwar von Anfang an deutlich höher, jedoch braucht hier niemand Angst zu haben, dass er die Umstellung nicht rechtzeitig mitgeteilt hat.

Zu bedenken gilt hierbei allerdings, dass, wer sich von Anfang an für die Regelbesteuerung entschieden hat, so schnell auch nicht mehr wechseln darf. Ganze fünf Jahre muss die Regelbesteuerung angewandt werden, und das selbst dann, wenn die Umsatzzahlen deutlich unter den vorgegebenen Höchstgrenzen liegen.

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