Kleinunternehmer

Kleinunternehmerregelung – die gesetzlichen Pflichten von A-Z

8. September 2011

Was wird für die Anmeldung als Kleinunternehmer benötigt?

Wer sich selbstständig macht und sein neu gegründetes Unternehmen beispielsweise als Einzelunternehmer beginnt, der wählt häufig die Kleinunternehmerregelung für die Besteuerung. Die Kleinunternehmerregelung hat viele Vorteile, die sich vor allem aber durch den wesentlich geringer ausfallenden bürokratischen Aufwand erkennbar macht. Auch für die Anmeldung selbst wird nicht viel benötigt, denn wer alle Unterlagen beisammen hat, hat auch schnell den Gewerbeschein in der Hand und kann …mit den Geschäften beginnen.

Mitzubringen ist in der Regel zunächst der Personalausweis oder der Reisepass. Soll ein Gastronomiebetrieb eröffnet werden oder ist der Unternehmenssinn die Personenbeförderung, so benötigt der Jungunternehmer hierfür noch eine Genehmigung von der zuständigen Behörde. Handelt es sich hingegen um einen neu gegründeten Handwerksbetrieb, so ist es die Handwerkskarte oder die Gewerbekarte für handwerkliche Betriebe.
Liegen dem Gewerbeamt alle nötigen Unterlagen vor, dann erfolgt von hier aus gleich auch die Anmeldung beim Finanzamt, ggf. bei der Industrie- und Handelskammer, dem Gewerbeaufsichtsamt oder bei der Handwerkskammer.

Die Vorteile der Kleinunternehmerregelung

Die Kleinunternehmerregelung macht sich vor allem dadurch erkennbar, dass hier kein Ausweis der Mehrwertsteuer erfolgt. D.h., bei der Rechnungsstellung ist explizit zu deklarieren, dass ein Mehrwertsteuerausweis gemäß § 19 Abs. 1 nicht erfolgt. Das hat natürlich viele Vorteile für den Unternehmer, da der bürokratische Steueraufwand sich wesentlich minimiert und beispielsweise schon die Umsatzsteuervoranmeldung nicht mehr nötig ist. Gleichermaßen ist es dann aber auch nicht erlaubt, Vorsteuern oder Erwerbssteuern vom zuständigen Finanzamt zu fordern.

Von Beginn an Kleinunternehmer oder doch die Regelbesteuerung wählen?

Da die Regelbesteuerung an gewisse Umsatzgrenzen gebunden ist, sind vor allem die Jungunternehmer überfragt, wenn es darum geht, einzuschätzen, wie denn der zukünftige Umsatz ausfallen wird. Deshalb wird hier gerne von Anfang an die Kleinunternehmerregelung gewählt. Ein Wechsel in die so genannte Regelbesteuerung kann sich dann später aufgrund von wachsenden Umsatzzahlen ergeben, wobei eine Umstellung hier problemlos möglich ist.
Grundsätzlich kann allerdings gesagt werden, dass zunächst ein jeder Unternehmer als Kleinunternehmer beginnen kann – und zwar so lange, bis er die Gesamtumsatzgrenzen übersteigt. Erst danach ist die Regelbesteuerung Pflicht. Ist die Gewerbeanmeldung erfolgt, so wird erfragt, ob die Kleinunternehmerregelung beibehalten werden soll, oder ob der Unternehmer in die Regelbesteuerung übergehen will.

Umsatzschätzungen sind schon im Gründungsjahr Pflicht

Obwohl kein Unternehmer genau sagen kann, wie sich der Umsatz entwickeln wird, ist für die Einstufung in die steuerliche Klasse eine Schätzung des Umsatzes bereits bei Unternehmensgründung erforderlich. Wer als Kleinunternehmer agieren will, dessen Umsatz darf die Grenze von 17.500 Euro keinesfalls überschreiten. Auch der Umsatz des folgenden Jahres muss vorab geschätzt werden und muss, um die Kleinunternehmerregelung aufrechterhalten zu können, unter einer Höchstgrenze von 50.000 Euro liegen.

Pflichtangaben auf Rechnungen von Kleinunternehmern

Neben dem Hinweis, dass gemäß § 19 Abs. 1 UStG kein Ausweis der Mehrwertsteuer erfolgen darf, haben Rechnungen von Kleinunternehmern natürlich auch noch andere Vorgaben, die eingehalten werden müssen. So muss beispielsweise die vollständige Adresse des Kleinunternehmers angegeben sein, die Adresse des Kunden, die Steuernummer, die natürlich auch ein Kleinunternehmer hat, die Rechnungsnummer und das Datum der Ausstellung dieser, die Anzahl der gelieferten Produkte sowie die Produktart oder die jeweilige Dienstleistung, die erbracht wurde.

Nachteile der Kleinunternehmerregelung

Natürlich hat auch die Kleinunternehmerregelung nicht nur Vorteile. Gerade, wer Geschäftskunden hat, wird oftmals mit diesen Nachteilen konfrontiert. Gewerbliche Kunden wollen nämlich in der Regel gerne einen Vorsteuerabzug geltend machen, der jedoch bei Geschäften mit Kleinunternehmern nicht möglich ist. Auf den Eingangsrechnungen fehlt die Mehrwertsteuer, sodass ein Vorsteuerbetrag hier nicht ausgewiesen ist und deshalb natürlich auch nicht geltend gemacht werden kann. Gerade für die Umsatzsteuervoranmeldung ist vielen Kunden das jedoch sehr wichtig, da sich die Umsatzsteuerzahllast so erheblich verringern kann.


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