Kleinunternehmer

Der Weg zurück von der Regelbesteuerung zum Kleinunternehmer-Status

7. Juli 2010

Kleinunternehmerregelung

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Als Kleinunternehmer werden all die selbstständig tätigen Unternehmer bezeichnet, deren Vorjahresumsatz einen Bruttobetrag in Höhe von 17.500 Euro nicht überschritten hat und die im laufenden Kalenderjahr mit ihrem Umsatz voraussichtlich unter der Grenze von 50.000 Euro bleiben werden.

Mit der Kleinunternehmer-Regelung gemäß § 19 UStG verpflichtet sich der Unternehmer auf seinen Rechnungen und Honoraraufstellungen keine MwSt. auszuweisen. Im Gegenzug entfällt hier dann jedoch auch die Pflicht, monatlich oder vierteljährlich eine Umsatzsteuervoranmeldung abzugeben. Die ausgewiesene Vorsteuer auf Eingangsrechnungen wiederum kann nun nicht mehr berücksichtigt werden, sondern wird lediglich als Kostenfaktor verbucht. Ein Erstattungsanspruch entfällt hier dem zufolge.

Übersteigt der Umsatz im laufenden Geschäftsjahr jedoch die Kleinunternehmer-Grenze, so wird der Wechsel hin zur Regelbesteuerung und die damit einhergehende Umsatzsteuervoranmeldung Pflicht.

Viele Unternehmer sind bei der Existenzgründung unsicher, wie hoch der zu erwartende Umsatz des neu gegründeten Unternehmens ausfallen wird. Um Umsatzsteuernachzahlungen aus dem Weg zu gehen, entschließen sie sich deshalb viele zur direkten Einstufung in die Regelbesteuerung. Dies ist selbstverständlich auch der Fall, wenn der zu erwartende Umsatz die Kleinunternehmer-Grenze schon vorab geschätzt übersteigen wird.

Was passiert jedoch hat man sich einmal für die Regelbesteuerung entschieden? Was ist, wenn der Umsatz das geschätzte Ziel nicht erreicht?
Zunächst sei gesagt: wer sich freiwillig für die Regelbesteuerung entschieden hat, der ist daran die nächsten fünf Jahre gebunden. Und dies bleibt auch unabhängig vom tatsächlich erwirtschaftetem Umsatz. Erst nach Ablauf dieser Frist, ist ein Wechsel zur Kleinunternehmer-Besteuerung wieder möglich.

Wer jedoch aufgrund von steigenden Umsätzen vom Kleinunternehmer-Status zur Regelbesteuerung wechseln musste, für den gibt es durchaus noch einen Weg zurück. Maßgeblich hierfür sind jedoch eine ganze Reihe von Bedingungen, wobei hier zunächst natürlich die ausbleibenden Umsatzzahlen zu nennen wären.

Aufgrund der Weltwirtschaftskrise sind auch deutsche Unternehmen mehr und mehr in ihrer Existenz bedroht. Stark schwankende Gewinn- und Umsatzzahlen sind mittlerweile mehr die Regel als die Ausnahme. Nicht wenige Unternehmen stehen aus diesem Grund vor der Frage, wie sie bestmöglich oder überhaupt aus der Pflicht zur Regelbesteuerung wieder hinauskommen können. Viele Firmeninhaber wissen darüber hinaus gar nicht, dass diese Möglichkeit überhaupt besteht.

Sinken oder stagnieren die Auftragszahlen, rutscht der zu erwartende Umsatz des laufenden Geschäftsjahres unter die 50.000 Euro-Grenze und war der Vorjahresumsatz bereits niedriger als 17.500 Euro, so gestatten die ortsansässigen Finanzbehörden eine Abstufung zurück auf den Kleinunternehmer-Status.
Dies ist jedoch nur dann möglich, wenn der Unternehmer sich nicht freiwillig zur Regelbesteuerung entschlossen hat, bzw. sofern die 5-Jahresfrist bereits abgelaufen ist.

Gibt es Einnahmen aus mehreren einzelnen Unternehmen und Selbstständigkeiten, so sind diese kumuliert zu sehen und müssen demnach hier mit einfließen.
Einnahmen aus Vermietungen und Verpachtungen werden weiterhin so berücksichtigt, wie dies vorab gehandhabt wurde. Unterliegen sie der Umsatzsteuer, so haben diese auch Auswirkungen auf die Einstufung in die Kleinunternehmer-Regelung.

Zu beachten ist weiterhin, dass Erlöse aus Lieferungen und Leistungen, welche vor der Rückstufung zur Kleinunternehmer-Besteuerung erfolgt sind, auch nachträglich noch der Umsatzsteuer unterliegen. Dies ist auch unabhängig davon, wann die Zahlung von Seiten der Kunden beim Unternehmen eingegangen ist.

Werden all diese Vorgaben berücksichtigt, so werden dem Unternehmen auf dem Weg zurück keine Steine in den Weg gelegt. Auch wenn wirtschaftliche Schwierigkeiten diese Maßnahme notwendig machen, kann man sich nun zumindest auf einen deutlich geringeren Verwaltungsaufwand und die gestrichene Umsatzsteuervoranmeldung freuen.

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