Kleinunternehmer

Das Führen des Kassenbuchs bei der Kleinunternehmerregelung

22. Juni 2012

Das Führen eines Kassenbuchs bei Kleinunternehmerregelung

Wer selbstständig oder freiberuflich tätig ist, benötigt in jedem Falle eine entsprechende Buchführung. Ziel dabei ist es, alle Geschäftsvorgänge zur Überprüfung einer möglichen Steuererhebung sowie zur Prüfung der einzelnen Vorgänge nachvollziehbar zu machen. Dies gilt auch dann, wenn eine Kleinunternehmerregelung in Anspruch genommen wird. Für Kleinunternehmer gelten jedoch vereinfachte Regelungen, wobei das Führen eines Kassenbuchs ausreicht. Voraussetzung für die Kleinunternehmerregelung ist, dass der geplante Umsatz im Jahr der Gründung den Betrag von 17.500 Euro nicht übersteigt. Der Selbstständige muss anschließend jedes Jahr neu überprüfen, ob die Kleinunternehmerregelung noch anwendbar ist. Dies ist immer dann der Fall, wenn der Vorjahresumsatz die Grenze von 17.500 Euro nicht überschritten hat und für das anstehende Geschäftsjahr nicht mehr als 50.000 Euro an Umsatz prognostiziert wird. Werden alle Forderungen erfüllt, kann der Kleinunternehmer eine einfache Buchführung in Form eines Kassenbuchs vornehmen.  

Führen des Kassenbuchs

Wie bei der doppelten, müssen auch bei der einfachen Buchführung mithilfe des Kassenbuchs alle täglichen Einnahmen und Ausgaben aufgeführt werden. Dabei spielt keine Rolle ob diese in bar oder über das Geschäftskonto abgewickelt werden. Wer einen Lieferdienst oder eine kleine Spedition betreibt, muss zudem auch den Ein- und Ausgang der Warenwerte pünktlich erfassen. Dabei ist wichtig nicht nur die Ein- und Ausgänge mit dem Kassenbuch zu erfassen, sondern diese müssen auch anhand der zugehörigen Quittungen und Rechnungen belegt werden können. Dabei verpflichtet die Buchführung mit dem Kassenbuch zum Einhalten einer chronologischen Ordnung. Die lose Sammlung der vorhandenen Belege in einem Schuhkarton reicht hierfür nicht aus. Zwar mag sich der Steuerberater eventuell damit zufriedengeben, kommt es jedoch zu einer Buchprüfung, dann sind die Probleme bereits vorprogrammiert. Bei einer Buchprüfung müssen die gesamten Eintragungen im Kassenbuch auch ohne die Hilfe des Unternehmers jederzeit nachvollziehbar sein. Mithilfe des Kassenbuchs ist es zum Ende des Geschäftsjahres möglich, eine korrekte Einnahme/Überschussrechnung zu erstellen.

Nachweis des Anlagevermögens

Das Führen des Kassenbuchs ist jedoch nur ein Teil der Buchführung. Für den Fall, dass der Selbstständige Anlagevermögen wie Computer oder andere Büroeinrichtungen in das Unternehmen einführt, müssen diese ebenfalls erfasst werden. Diese zählen allerdings nicht zu den Einnahmen und Ausgaben und werden deshalb nicht über das Kassenbuch erfasst. Damit die Zugänge des Anlagevermögens nicht in der Einnahme/Überschussrechnung erfasst werden, wird hierfür eine separate Liste geführt. Diese muss ebenfalls in einer chronologischen Form erstellt werden. Alle weiteren Geschäftsvorfälle wie Gewinne- bzw. Verluste aufgrund von Abschreibungen oder Privatentnahmen müssen nicht täglich jedoch monatlich aufgeführt werden. Dabei empfiehlt es sich, die zugehörigen Belege stets hinter der jeweiligen Liste anzuhängen.

Keine Pflicht zur Führung eines Kassenbuchs

Für Kleinunternehmer ist die Führung eines Kassenbuchs nicht gesetzlich vorgeschrieben. Erforderlich ist lediglich eine Einnahme/Überschussrechnung zum Ende des Geschäftsjahres. Die Führung eines Kassenbuchs ist jedoch immer empfehlenswert. Dies gilt besonders dann, wenn das Unternehmen floriert und die Umsätze irgendwann die Vorgaben für die Kleinunternehmerregelung übersteigen. In diesem Falle müsste das Kassenbuch noch nachträglich erstellt werden, was sehr aufwendig ist. Zudem erhält der Kleinunternehmer anhand des Kassenbuchs jederzeit eine genaue Auskunft über seine finanzielle Lage.

Kassenbuch als Software

In der heutigen Zeit ist es nicht mehr erforderlich, ein Kassenbuch manuell zu führen. Als Erleichterung bieten verschiedene Softwarehersteller Programme zur Führung des Kassenbuchs an. Diese lassen sich in der Regel sehr leicht bedienen, ohne dass hierfür besondere Kenntnisse in der Buchführung erforderlich sind. Dabei haben Kunden zudem den Vorteil, dass steuerliche Änderungen regelmäßig über Updates in die Software eingearbeitet werden. Vorteilhaft sind elektronische Kassenbücher, welche über eine Datev-Schnittstelle verfügen. Dadurch lassen sich alle Daten und Belege direkt an einen beauftragten Steuerberater übermitteln. Zudem besteht natürlich auch die Möglichkeit, die Einnahme/Überschussrechnung einfach mit wenigen Klicks zu erstellen und falls eine Schnittstelle zu Elster vorhanden ist, auch direkt an das zuständige Finanzamt weiterzuleiten. Voraussetzung ist natürlich, dass alle Einnahmen und Ausgaben regelmäßig im elektronischen Kassenbuch erfasst werden. Neben kostenpflichtigen Programmen werden Kassenbücher zum Teil auch als Freeware angeboten. Dabei sollte jedoch immer darauf geachtet werden, dass diese was die gesetzlichen und steuerrechtlichen Vorschriften betrifft, auf dem neuesten Stand sind.

 

Eine Antwort auf Das Führen des Kassenbuchs bei der Kleinunternehmerregelung

Tomczyk Frank sagt:
11. April 2013 um 11:31

Endlich mal klare und verständliche, sachlich bezogene Texte, in denen man nicht eine halbe DIN A4 Seite lesen muß um zu verstehen was die Autoren in den ersten Satzreihen ausdrücken wollen.

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