Gehalts- und Lohnabrechnung

Steuerbegünstigte Gehaltsextras und Arbeitgeberleistungen

26. Juli 2013

SteuerbegünstigungenSteuerbegünstigt zu sein, ist für jeden Steuerzahler von Vorteil. In diesem Fall erwartet er nämlich beim Einreichen seiner Steuererklärung eine Rückzahlung. Es gibt viele Situationen im Leben, aus welchen jemand als steuerbegünstigt hervorgehen kann. Auch in Bezug auf den Arbeitgeber können Steuerzahler einige Extras erwarten.

Steuerbegünstigt von Steuerfreibeträgen profitieren

Arbeitende Eltern können steuerlich vom sogenannten Kinderfreibetrag profitieren. Erklärt sich der Arbeitgeber bereit, freiwillige Zuschüsse zum ohnehin geschuldeten Lohn zu zahlen, können diese zusätzlichen Extras steuerlich geltend gemacht werden. So ist ein arbeitender Vater oder eine arbeitende Mutter steuerbegünstigt, wenn der Arbeitgeber sich zum Beispiel an den Kosten für die Kinderbetreuung während der Arbeitszeit beteiligt. Dabei kann es sich durchaus auch um einen Zuschuss für die Inanspruchnahme eines Kindergartenplatzes handeln. Steuerbegünstigt werden zudem freiwillige Zuschüsse seitens des Arbeitgebers, die sich mit dem Arbeitsweg befassen. So kann der Arbeitgeber auf freiwilliger Basis einen Fahrtkostenzuschuss für den Weg von der Wohnung des Arbeitnehmers hin zur Arbeitsstätte leisten.

Neuere Urteile verschaffen weitere steuerliche Vorteile

Galten früher nur freiwillige Leistungen als steuerbegünstigt, so hat sich dies zum Ende des Jahres 2012 geändert. Der Bundesgerichtshof sprach zwei neue Urteile aus, die besagen, dass nicht nur freiwillige Leistungen des Arbeitgebers von Vorteil für den Steuerzahler sein können. Demnach können nun auch nicht freiwillige Leistungen von der Steuer abgesetzt werden. Die Urteile werden zwar bislang noch nicht überall umgesetzt, es gibt jedoch schon Arbeitgeber in einigen Bundesländern, bei welchen auch nicht freiwillig gewährte Zuschüsse auf der Einkommenssteuererklärung geltend gemacht werden können. Die neue Gesetzgebung vereinfacht die Lage für Arbeitgeber und Steuerzahler. Demzufolge können nun auch gewährte Leistungen als steuerbegünstigt eingestuft werden, wenn lediglich der Tatbestand erfüllt ist, dass sie zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn hinzukommen. Deshalb ist nun nicht mehr zwingend erforderlich, dass die Leistungen vom Arbeitgeber auf freiwilliger Basis erfolgen. Auf Gehaltsumwandlungen, die der Gesetzgeber als schädlich betrachtet, treffen diese Regelungen nicht zu. Wird das Gehalt also vom Arbeitgeber in eine andere Form der Leistung umgewandelt, dann bringt diese auch bei Angabe auf der Einkommensteuererklärung keine Vorteile für den Steuerpflichtigen.

Auf den Arbeitsvertrag kommt es an

Notwendig wurde die neue Rechtsprechung, weil Arbeitgeber mit ihren Arbeitnehmern neue Arbeitsverträge vereinbart haben. In denen wurde eindeutig festgelegt, dass zusätzlich zum Bruttolohn Leistungen bewilligt werden. Zwar bewerten die hiesigen Finanzbehörden diese Thematik nicht so streng, wie der Bundesfinanzhof, dennoch bedarf die Gewährung immer einer individuellen Prüfung. Die Finanzbehörden legen bei der Einschätzung, ob ein Arbeitnehmer als steuerbegünstigt eingestuft werden kann oder nicht zugrunde, dass die zusätzlich vom Arbeitgeber gewährten Leistungen den ohnehin zu entrichtenden Bruttolohn übersteigen. Nur dann ist es dem Steuerzahler möglich, diese Leistungen auf der Einkommenssteuererklärung geltend zu machen.

Weitere steuerbegünstigte Leistungen des Arbeitgebers

Neben den Geldleistungen, die zusätzlich zum Lohn gezahlt werden können, hat der Arbeitgeber auch die Möglichkeit, zusätzliche Zuwendungen in Form von Sachleistungen zu gewähren. Auch diese können, wenn sie bestimmte Wertgrenzen nicht überschreiten als steuerbegünstigt eingestuft werden. Als Leistungen in Form von Sachwerten werden zum Beispiel Arbeitsessen behandelt. Diese Zuwendungen dürfen allerdings eine Grenze von 40 Euro nicht übersteigen. Auch die Dienstkleidung, die in manchen Berufen vorgeschrieben ist und in anderen Berufen einfach zum guten Ton gehört, kann beim ersten Dienstverhältnis steuerlich von Vorteil für den Arbeitnehmer sein. So kann der Arbeitgeber Zuschüsse für die Berufskleidung im Arbeitsalltag oder zu besonderen Anlässen gewähren. Diese kann der Steuerzahler ebenfalls auf seiner Steuererklärung angeben, und wenn die Prüfung der Finanzbehörden erfolgreich verläuft, steuerbegünstigt in Anspruch nehmen. Um die Arbeit motiviert und leistungsfähig zu verrichten, braucht es regelmäßige Mahlzeiten. Verfügt das Unternehmen über eine firmeneigene Kantine, dann kann der Arbeitgeber auch hierfür zusätzliche Leistungen, die steuerlich geltend gemacht werden können, zur Verfügung stellen. Zuschüsse zur Teilnahme an Betriebsveranstaltungen oder sogenannte Erholungsbeiträge können ebenfalls vom Arbeitgeber gezahlt werden. Wer nun nicht so genau weiß, welche Leistungen seines Arbeitgebers als steuerbegünstigt eingestuft werden können und welche Leistungen er überhaupt auf der Steuererklärung angeben soll, kann die Hilfe eines kompetenten Steuerberaters in Anspruch nehmen. Dieser ist nicht nur bei der Realisierung der Steuererklärung behilflich, er kennt auch gute Tipps, die am Ende als Steuervorteil zu sehen sind.

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