Gehalts- und Lohnabrechnung

Lohnbuchhaltung und die Besonderheiten zum Mutterschutzgesetz

18. Januar 2011

Wer junge Frauen im Unternehmen beschäftigt, der kommt über kurz oder lang auch mit dem Mutterschutzgesetz in Kontakt, denn werdende Mütter genießen auch im Berufsleben einen ganz besonderen Schutz. Aus diesem Grund hat der Gesetzgeber einige Richtlinien aufgestellt, welche die arbeitsrechtlichen und auch finanziellen Belange der angehenden Mutter betreffen. Explizit die Mitarbeiter der Lohnbuchhaltung sollten sich aus diesem Grund unbedingt mit den Regelungen zum Mutterschutzgesetz auskennen, da hier eine Vielzahl auch an Besonderheiten in Bezug an die Lohn- und Gehaltszahlungen gelten.

Lohnbuchhaltung und Mutterschutz

Teilt die Mitarbeiterin ihren Vorgesetzten mit, dass sie in anderen Umständen ist, so fängt meist auch die Arbeit der Lohnbuchhalter an. Eine sogenannte Sofortmeldung an die Krankenkasse muss erstellt…

werden, die Kostenerstattungsfrage muss geklärt werden und letztlich muss auch das Mutterschaftsgeld berechnet werden.

Mutterschutzfrist und Mutterschaftsgeld

Bevor das Mutterschaftsgeld berechnet wird, muss natürlich auch festgesetzt werden, ab welchem Tag der Mutterschutz beginnen wird. Laut Gesetz darf eine festangestellte schwangere Mitarbeiterin des Unternehmens sechs Wochen vor dem errechneten Entbindungstermin in den sogenannten Mutterschutz gehen. Ist das Kind dann geboren, stehen ihr nochmals acht Wochen Mutterschutz zu. Erst danach muss sie die Arbeit im Unternehmen wieder aufnehmen. In der Zeit des Mutterschutzes läuft zum einen die Lohn- oder Gehaltszahlung weiter und auch die Zahlungen an die Sozialversicherungsträger. Hierfür muss jedoch eine Mitgliedschaft in einer gesetzlichen Kasse bestehen.

Damit die Mitarbeiter der Lohnbuchhaltung die Berechnungen zu den Fristen und auch Zahlungen exakt berechnen können, sollte die Mitarbeiterin ein vom Arzt ausgestelltes Formular einreichen, aus dem der errechnete Geburtstermin hervorgeht. Diese Meldung sollte gleich auch der zuständigen Krankenkassen übermittelt werden.

Höhe des Mutterschaftsgeldes

In der Zeit in der sich die gesetzlich versicherte Angestellte im Mutterschutz befindet, erfolgt die Zahlung des Mutterschaftsgeldes. Hier tritt zunächst die jeweilige Krankenkasse mit einer Zahlung in Höhe von maximal 13 Euro pro Arbeitstag ein; der Arbeitgeber wiederum stockt diese Beträge bis zu der vorherigen Nettosumme auf, sodass es hier zu keinen Lohnausfällen kommen kann. Maßgeblich für die Berechnung dieser Aufstockung, ist für die Mitarbeiter der Lohnbuchhaltung der Lohndurchschnitt der vergangenen drei Monate vor dem Beginn des Mutterschutzes. Die geleisteten Überstunden werden hier mitgerechnet, lediglich eine volle Versicherungspflicht muss bestanden haben.

Wie viel die Krankenkasse an Mutterschaftsgeld tatsächlich zahlt, hängt jedoch in erster Linie vom durchschnittlichen Nettolohn ab. Auch hier dienen zur Bemessungsgrundlage die letzten drei Monate vor Eintritt des Mutterschutzes. Es erfolgt eine Umrechnung auf die einzelnen Tage. Liegt das durchschnittliche Nettogehalt unterhalb von 390 Euro, so ist der Arbeitgeber von der eigenen Zahlungspflicht entbunden, da in diesem Fall nur die Krankenkasse in Leistung gehen muss.

Beantragung des Mutterschaftsgeldes

Wer gesetzlich versichert ist, der muss das Mutterschaftsgeld bei der zuständigen Krankenkasse beantragen. Dies kann die Mitarbeiterin selbst erledigen, in der Regel übernehmen dies jedoch die Mitarbeiter des Lohnbüros. Auch wer Fragen zu den einzelnen Fristen und zur Höhe der jeweiligen Zahlungen hat, erhält hier in der Regel kompetente Hilfe. Für viele große Unternehmen ist speziell das Thema Mutterschutz ein alltägliches Vorkommen, sodass man hier meist bestens über alle Neuerungen und Gesetze im Bilde ist.

Privat versicherte Arbeitnehmer

Ist die Arbeitnehmerin privat versichert, so zahlt der Arbeitgeber den durchschnittlichen Nettolohn abzüglich 13 Euro. Grundsätzlich zahlen die privaten Krankenkassen kein Mutterschaftsgeld, jedoch kann hier eine Einmalzahlung in Höhe von 210 Euro beantragt werden. Zuständig hierfür ist das Bundesversicherungsamt in Bonn. Im Online-Portal des Amtes kann man sich gleich auch einen entsprechenden Antrag auf die Einmalzahlung des Mutterschaftsgeldes herunterladen.

Besonderheiten

Wer arbeitslos gemeldet ist, der erhält Mutterschaftsgeld in gleicher Höhe wie das Arbeitslosengeld.

Hausfrauen haben keinen Anspruch auf eine Zahlung von Mutterschaftsgeld, da dieses als Lohnersatzzahlung gilt und Hausfrauen entsprechend keinen diesbezüglichen Lohn beziehen.

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