Finanzierung

Innenfinanzierung durch Rückstellungen und Abschreibungen

11. März 2011

Unternehmenswachstum durch Investitionen mit Kapital von innen

Investitionen sind für fast alle Unternehmen ein wichtiges Mittel, um den Betrieb voranzubringen und vor der meist großen Konkurrenz bestehen zu können. Gerade Existenzgründern und Jungunternehmern fehlt es hier jedoch vielfach am nötigen Kapital, um bereits in den ersten Jahren effektiv investieren zu können. Und da in der Regel auch die nötigen Mittel für eine Fremdfinanzierung voll ausgeschöpft sind, bleibt vielen Unternehmen nichts anderes übrig, als auf weitere und oftmals sehr wichtige Investitionen zu verzichten.

Investitionen mit Hilfe von Innenfinanzierungen

Unternehmenswachstum kann jedoch nicht nur durch den Einsatz von Fremdkapital erfolgen. Was viele nicht wissen: Auch innerbetrieblich gibt es einiges an Kapital, welches für Investitionen genutzt werden kann. Ein bisschen buchhalterisches…

Wissen reicht hier aus, um alle Mittel flüssig zu machen und den Eigenkapitalstand drastisch zu erhöhen. Als sogenannte Innenfinanzierung werden Investitionen genannt, die aus diesen innerbetrieblichen Mitteln finanziert werden können. Es werden keine Investoren benötigt und es müssen auch keine Kredite aufgenommen werden, wenn das Potenzial entsprechend nur richtig ausgeschöpft wurde.

Die Vorteile der Innenfinanzierung

Jegliches Investitionskapital, welches nicht aus fremden Mitteln von Investoren und Kreditinstituten stammt, ist der Innenfinanzierung zuzuschreiben. Wer Investitionen mittels der Innenfinanzierung anstrebt, der ist in den meisten Fällen immer gut beraten. Die Kreditzinsen entfallen und auch das Mitspracherecht eventueller Investoren kann hier gänzlich ausgeschlossen werden. Wer schnell innerbetriebliches Kapital flüssig machen kann, der kann auch schnell investieren.

Die Möglichkeiten der Innenfinanzierung

Die Buchhaltung hält einige Instrumente bereit, mit deren Hilfe es leicht ist, Kapital für Investitionen bereitzustellen. Zum einen ist hier von der sogenannten Selbstfinanzierung die Rede, zum anderen jedoch auch von der Umfinanzierung und der Finanzierung aus Rückstellungen und Abschreibungen. Alle vier Positionen richtig genutzt, kann hier eine ganz Menge Kapital aus der Innenfinanzierung zusammenkommen.

Innenfinanzierung durch Selbstfinanzierung

Die Position der Selbstfinanzierung ist eine erste Möglichkeit der Innenfinanzierung des Kapitals. Selbstfinanzierungen erhöhen das Eigenkapital in vielen Fällen ganz erheblich und sollten als Erstes in Erwägung gezogen werden, wenn Investitionen geplant und Kapital benötigt werden. Die Selbstfinanzierung wird in zwei Bereiche unterteilt, wobei hier zum einen die offene Finanzierung und zum anderen die stille Finanzierung möglich ist. Bei der offenen Finanzierung ist jegliches Kapital in der Bilanz erfasst und durch das Eigenkapitalkonto notiert. Die Summe des Eigenkapitalkontos ergibt somit auch die Summe des zur Verfügung stehenden Kapitals. Die stille Selbstfinanzierung hingegen zeigt Kapital an, welches nicht explizit in der Bilanz erfasst wurde. Beispielsweise könnte dies aufgrund einer Unterbewertung des tatsächlichen Betriebsvermögens zustande gekommen sein. Auch Rückstellungen machen sich bei der Selbstfinanzierung bemerkbar –und zwar dann, wenn die Rückstellungen überbewertet wurden, d. h. das Unternehmen zunächst Kapital gebunden hat, um für voraussichtliche Zahlungen in der kommenden Geschäftsperiode gewappnet zu sein.

Innenfinanzierung durch Umfinanzierung

Auch die Umfinanzierung ist eine gelungene Maßnahme, um schnell Kapital für Investitionen flüssig zu machen. Umfinanzierungen verändern die Bilanzsumme nicht, dienen jedoch in erster Linie zur Innenfinanzierung, wenn anderweitig keine Quellen mehr aufgetan werden können. Auch die Innenfinanzierung durch Umfinanzierung lässt sich in zwei Kategorien einteilen; zum einen können Änderungen auf der Kapitalseite erfolgen, zum anderen im Umlaufvermögen. Die Vermögenskennzahlen ändern sich durch diese Art der Innenfinanzierung und die Liquidität wird verbessert.

Innenfinanzierung durch Rückstellungen und Abschreibungen

Unter der Bezeichnung Rückstellung werde alle die Positionen zusammengefasst, für die zum Bilanzstichtag noch keine genauen Zahlen vorliegen. Rückstellungen sind als Verbindlichkeiten zu sehen, welche sich entsprechend positiv auf das Betriebsergebnis und somit auf die Steuerfestsetzung auswirkt. Viele Unternehmen nutzen die Rückstellungen als zinsloses Darlehen, da die Rückstellungen erst nach deren Auflösung voll zu versteuern sind.

Auch Abschreibungen bieten sich für eine Innenfinanzierung an, da hier aufgrund einer jährlichen Wertminderung der Wirtschaftsgüter auch die Steuerlast sinkt. Richtig angelegt bietet sich diese Summe am Ende der Nutzungsdauer für eine Neubeschaffung des Wirtschaftsgutes an.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

*