Controlling

Controlling Grundlagen – Aufgabenbereiche und notwendige Fähigkeiten eines Controllers

25. Februar 2010

Controller werden im Unternehmen häufig als Schnittstelle nach innen bezeichnet. Sie arbeiten der Unternehmensführung in Sachen Entscheidungsfindung zu, treffen diese Entscheidungen jedoch auf höchster Ebene meist nicht selbst. Zusätzlich gilt der Bereich Controlling als kontrollierende Stabstelle zwischen Personal und Geschäftsleitung.

Um dem Posten eines Controllers gerecht zu werden, sind spezifische fachliche Kenntnisse, vor allem im kaufmännischen Bereich von Nöten. So gehört es unter anderen zu den Aufgabenfeldern des Controlling, die Rechnungslegung zu überwachen und gegebenenfalls zu korrigieren. Ähnlich verhält es sich diesbezüglich im Bereich der Bilanzkontrolle. Geschäftsprozesse, Unternehmenserfolge, wie auch Verluste sowie sämtliche Ausgaben werden vom Controller innerhalb der Anfertigung des Jahresberichtes und der hierfür benötigten Gewinn- und Verlustrechnung verfolgt und gegebenenfalls überarbeitet.

Ein weiterer wesentlicher Bestandteil der Pflichten eines Controllers ist das Personalmanagement. Hiermit verbunden sind entsprechend das Management der Löhne und Gehälter der Mitarbeiter des jeweiligen…

Unternehmens. Weiterhin sind fachliche, wie auch prozessbezogene Vorkenntnisse in den meisten Firmen Voraussetzung. Das bedeutet, dass der operative Sinnzusammenhang, etwa zwischen der Herstellung eines Produktes und der Steuerung beziehungsweise der Koordination und Delegation der einzelnen Mitarbeiterfachausrichtungen, ebenso zum Arbeitsfeld eines Controllers zählt, wie auch die Abrechnung der durch die Angestellten erbrachten Leistungen.

Im Sinne der Budgetverwaltung sind Controller dafür zuständig, dass vorgegebene Mittel effizient eingesetzt werden. Sollte die Effektivität eines Projektes gefährdet sein, ist es Aufgabe des Controllers die Geschäftsführung mittels entsprechender Nachweise in Kenntnis zu setzen und eventuelle Nachfinanzierungen auf deren Durchführbarkeit und Sinnhaftigkeit hin zu überprüfen.

In diesem Zusammenhang ist auch das Investitionsmanagement als wichtiger Teil des Aufgabenbündels, also des Controllerships zu benennen. Bereits getätigte Investitionen, beispielsweise in fremde Unternehmensstrukturen oder diverse Produktbereiche müssen vom Controller auf Finanzierbarkeit und Gewinngenerierung hin kontrolliert werden. Sollten gewisse Produkte oder Produktlinien nun bereits die Wachstumsphase im Markt überschritten haben und etwa durch wachsende Konkurrenz oder allgemeine Marktsättigung im Absatz abfallen, so sollte der Controller in der Lage sein, Lösungsansätze zu erkennen und darzulegen. Hierzu gehört die Beratung der Unternehmensführung hinsichtlich der Herstellung eines Produktes. Speziell ob die Produktion weiterhin Sinn macht, ob diese eingestellt werden sollte und lediglich noch Lagerbestände ab zu verkaufen sind. Eine andere Variante wäre die Weiterentwicklung oder die Erneuerung bestimmter Produktkomponenten. Dies macht jedoch nur dann Sinn, wenn noch eine entsprechende Marktkapazität zur Verfügung steht, sprich wenn der Markt in Bezug auf das jeweilige Produkt noch nicht gesättigt ist.

Ebenso das Risikomanagement bezüglich der durch das Unternehmen getätigter Investitionen ist vom Controller zu verwalten und durchzuführen. Ist das finanzielle Risiko, beispielsweise für eine Produktneueinführung zu hoch, ist es die Pflicht des Controllers die Geschäftsleitung mithilfe sachlicher und einschlägiger Fakten hierüber zu informieren und beratend zu unterstützen.

Durch die Eigenschaft eines Controllers als Schnittstelle zwischen der strategischen und operativen Ebene im Unternehmen, haben Controller neben der reinen Überwachung auch einen planerischen Aufgabenaspekt zu erfüllen. Sie prüfen vorzunehmende Projekte und die damit verbundenen Investitionen, lassen die zu erwartende Marktresonanz recherchieren und legen das Ergebnis sachlich wie auch fachlich fundiert der Führungsebene vor.

Die hier beschriebenen Aufgabenfelder eines Controllers machen deutlich, dass dieser gewisse Eigenschaften mit sich bringen muss. Hierzu gehört neben zum jeweiligen Geschäftsablauf passendes Fachwissen auch eine gewisse Risikoaversität. Controller nehmen somit eine Art „vernünftige“ Gegenposition zum Unternehmer ein. Dessen Aufgabe wiederum ist es, Risiken einzugehen um einen Geschäftserfolg mithilfe von Visionen und guten Ideen voranzutreiben. Der Controller muss im Gegenzug genau diese Vorhaben auf finanzielle Durchführbarkeit hin und Gewinnträchtigkeit prüfen. Controller sind also als Entscheidungshilfe für die Geschäftsleitung tätig und arbeiten der Führungsebene zu. Sie fällen jedoch meist keine relevanten Geschäftsentscheidungen. Die Verantwortung hierfür liegt einzig und allein bei der Unternehmensführung.

Dies macht deutlich, dass ein Controller in vielen Bereichen über Kenntnisse verfügen muss und diese durch Steuerungs- und Koordinationsaufgaben auf die Mitarbeiter und somit das gesamte Unternehmen zu übertragen im Stande sein sollte. Einher gehen diese Qualifikationen mit einer großen Verantwortung, dessen sich ein angehender Controller bewusst sein muss. Vorteil dabei ist, dass eine Anwendung der gegebenen Fähigkeiten in vielfältiger Art und Weise realisiert werden kann. Ein Controller hat Einblick in alle Unternehmensbereiche und hat diesbezüglich Befugnisse steuernd in den Ablauf, nach Absprache mit dem Geschäftsleiter einzugreifen.

Fachliche und lehrspezifische Voraussetzungen

Controller kann werden, wer eine entsprechende fachliche Vorbildung innehat. Das heißt, als Voraussetzungen geeignet sind je nach Unternehmensanforderung beispielsweise entweder ein abgeschlossenes Studium der Betriebswirtschaftslehre oder des Wirtschaftsingenieurwesens. Selbstverständlich gibt es in der Berufsklasse des Controllers, wie auch in vielen anderen operativen und strategischen Berufen, auch die Möglichkeit des Quereinstiegs. Jedoch setzt das Gros der Geschäftsleitungen eine vorangegangene Weiterbildung für dieses Berufsfeld als Mindestqualifikation voraus. Hierzu werden entsprechend dem Berufsbildungsgesetz passende Lehrgänge angeboten, welche auf den Abschluss der Prüfung zum Controller vorbereiten. Je nach zeitlichem Aufwand kann diese weiterbildende Maßnahme in etwa einem bis zwei Jahren absolviert werden. Intensivlehrgänge werden auch für einen zeitlichen Rahmen von nur drei Monaten angeboten. Jedoch kann auch zur Abschlussprüfung zugelassen werden, wer nicht zwingend alle Lehrgangsveranstaltungen absolviert hat. Als effektive Vorbereitung ist dies jedoch im Regelfall sehr zu empfehlen.

Neben den bisher aufgezählten benötigten Fähigkeiten und fachlichen Hintergründen sehen es viele Firmen als maßgebliche Voraussetzung an, dass angehende Controller bereits einmal im operativen Geschäft tätig waren. Das bedeutet, dass diese in einem anderen oder sogar dem gleichen Unternehmen als Mitarbeiter, etwa in der Buchhaltung oder als Abteilungs- oder Teamleiter Erfahrung gesammelt haben. Diesbezüglich wird in der Regel ein Mindestzeitraum von drei Jahren praktischer Erfahrung als Voraussetzung vorgegeben. Dies ist vor allem deswegen notwendig, da auch eine fachlich-inhaltsreiche kaufmännische Ausbildung oder ein abgeschlossenes Studium nicht das umfassende Spektrum einer praktischen Tätigkeit wiedergeben können. Hinzu kommt die Arbeit mit sensiblen Hardware- und Softwaresystemen, welche meist erst im Unternehmen angelernt werden kann. Beispielsweise in Bezug auf die Abrechnungen innerhalb der Buchhaltung oder zur Analyse der bisherigen Unternehmenserfolge, sprich der Umsatzerlöse und der daraus resultierenden Gewinne. Hilfreich ist es zudem, wenn eine Tätigkeit bereits in unterschiedlichen Bereichen eines branchenähnlichen Unternehmens sowie auf verschiedenen Ebenen ausgeführt wurde.

Quereinsteiger mit abgeschlossenem Weiterbildungszusatz zum Controller sollten zudem eine absolvierte dreijährige kaufmännische oder einen Verwaltungsausbildung genossen haben. Zu bedenken ist, dass alle in der jeweiligen Bewerbung angegebenen Qualifikationen auch einschlägig sein müssen. Das heißt, diese müssen lückenlos nachweisbar sein.

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