Controlling, Rechnungswesen

Bonitätsscore – Das Aus für jede geschäftliche Transaktion?

12. Juli 2010

Bonität - Bonitätsscore

Der Begriff Bonitätsscore ist in aller Munde. Wer hier nicht den richtigen Wert hat, dessen private und geschäftliche Transaktionen können schnell auf Eis gelegt werden.

Bonität steht für Kreditwürdigkeit. In der heutigen Zeit, geprägt von Wirtschaftskrise und hoher Arbeitslosigkeit, gewinnt diese mehr und mehr an Bedeutung. Einer ständig wachsende Zahl an Privatleuten wie auch Unternehmen gelingt es in diesem Zusammenhang kaum noch, den Bonitätsscore und die damit einhergehende Kreditwürdigkeit auf einem adäquat hohen Niveau zu halten. Wer die Abwärtsspirale in Gang gesetzt hat, der findet hier nur schwer wieder hinaus. Das finanzielle Desaster ist in diesem Falle vorprogrammiert und bedeutet darüber hinaus in der Regel das AUS für jede weitere geschäftliche Transaktion.

Die Kreditwürdigkeit gibt Auskunft darüber, inwiefern die Person (noch) in der Lage ist, ihren finanziellen Verpflichtungen nachzukommen. Ermittelt wird diese von der Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung (Schufa), deren Aufgabe darin besteht, ihre Vertragspartner vor Kreditausfällen und die Verbraucher vor Überschuldung zu schützen.

Die Schufa ermittelt anhand der ihr zur Verfügung stehenden Informationen den Bonitätsscorewert, der nun auf eine Reise durch viele Unternehmen geht.

Das Bonitätsverfahren und der darüber hinaus ermittelte Scorewert wird von den meisten Unternehmen und Banken hinzugezogen, wenn es um den Abschluss eines neuen Geschäftes oder einer Kreditanfrage geht. Erfüllt der Scorewert hier nicht seine Erfordernis, platzt in der Regel jegliche geschäftliche Beziehung schon im Vorfeld.

Das Scorewertverfahren ist jedoch umstritten. Viele Fälle sind bekannt, bei denen der Scorewert und die damit berechnete Kreditwürdigkeit über drastische Unzulänglichkeiten verfügen. Da von vielen Unternehmen der Scorewert oftmals jedoch als einziges und aussagekräftigstes Mittel für kommende Geschäftsbeziehungen zurate gezogen wird, stellen falsche Schufa-Auskünfte den Kunden oder Antragsteller vor vollendete Tatsachen.

Ihre Bonitätsinformationen erhält die Schufa zum einen von ihren Vertragspartnern zum anderen aus öffentlichen Verzeichnissen. Alle eingegangenen Informationen werden daraufhin zusammengefasst und mit einem Wert zwischen 0 und 1000 dargestellt.
Dieser Wert soll verdeutlichen, inwieweit bei dem Geschäftspartner oder dem Kunden mit einer Kreditausfallwahrscheinlichkeit zu rechnen ist. Liegt der Score unter der verlangten Norm, wird selbst das Abschließen eines Mobilfunkvertrages, das Wechseln des Stromanbieters oder gar die Zuteilung eines Kredits zu einem unmöglichen Unterfangen.

Auch Unternehmen sind hiervon mehr und mehr betroffen. Sinkt die Liquidität, sind Schecks geplatzt oder konnten bestehende Kredite nicht ordnungsgemäß bedient werden, wirkt sich dies negativ auf den Bonitätsscore aus. Zwar weist die Schufa darauf hin, dass dieser nur ein Instrument für die Beurteilung der Kreditwürdigkeit ist und hier auch weitere Informationen zur Hilfe genommen werden sollen, jedoch verlassen sich viele Kreditinstitute und Unternehmen auch hier ausschließlich auf Schufa- und eigens ermittelte Scorewerte.

Stimmt der Scorewert nicht, sinkt bei steigender Kreditausfallwahrscheinlichkeit auch die Kreditwürdigkeit. Und ab diesem Punkt geht dann kaum mehr etwas.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

*