Buchhaltungssoftware

Buchführungssoftware vs. Steuerberater

19. Oktober 2010

Buchhaltungs SoftwareWer sich den Traum der Selbstständigkeit erfüllen möchte, der hat in der Regel bereits explizit unternehmerische Pläne in der Schublade. Ob der kleine Internethandel, die Kfz-Werkstatt, das Import-Export-Unternehmen oder gar der Maschinenbaubetrieb: Jungunternehmer blicken meist durchweg auf zukünftige rosige wirtschaftliche und dem zu Folge auch auf gute finanzielle Zeiten. Nichts soll hier dem Zufall überlassen werden und spielt dann auch noch die Hausbank mit, fällt der Startschuss für die Arbeit im eigenen Betrieb meist recht schnell. Doch neben allen planerischen und wirtschaftlichen Überlegungen darf auch der Aspekt der buchhalterischen Aufzeichnungspflicht nicht vergessen werden. Viele Klein- und Jungunternehmer verstehen zwar ihr Handwerk, mit der Buchführung stehen sie jedoch oftmals auf Kriegsfuß. Vielen fehlt hier schlichtweg auch das nötige Wissen, um jederzeit sachverständigen…

Dritten, wie beispielsweise den Mitarbeitern der Finanzbehörden, ein umfangreiches Bild der wirtschaftlichen und finanziellen Lage des Unternehmens geben zu können. Nicht selten kommt es vor, dass Belege in Kisten und Kartons gestapelt werden und Rechnungen gar nicht abgelegt werden. Wird dann am Ende des Geschäftsjahres die Aufstellung der sogenannten Einnahmen-Überschuss-Rechnung (EÜR) oder gar der Bilanz fällig, beginnt im Betrieb hektisches Treiben. Und oftmals ist es dann so, dass die Kisten und Kartons zum nächstgelegenen Steuerberater gebracht werden, der dann seinerseits erst einmal sortieren muss, um den Jahresabschluss des jungen Unternehmens durchführen zu können.

Aber auch wer die zu führende Buchhaltung nicht vergisst, steht irgendwann vor der Frage, ob diese mittels adäquater Software oder von einem Steuerberater erledigt werden soll. Wobei letztere Möglichkeit für viele Unternehmer oftmals bereits im Vorfeld ausgeschlossen wird, da dies landläufiger Meinung zur Folge mit erheblichen Kosten verbunden ist.

Wer jedoch keinen Buchhaltungs-Sachbearbeiter einstellen möchte und auch die Gebühren für Steuerberatungsarbeiten einsparen will, der muss in der Regel selbst über die nötigen Buchhaltungskenntnisse verfügen und selbstverständlich auch über die Zeit, die diese Arbeiten mit sich bringen. Grundlegendes Wissen ist hier unbedingt angeraten und sollte wenn möglich noch vertieft werden.

In den meisten Betrieben wird die Buchhaltung nicht mehr wie früher handschriftlich, sondern elektronisch mittels entsprechender Software dokumentiert. Wer sich entschließt hier in Eigenregie tätig zu werden, auf den wartet ein großes Sortiment an entsprechenden Buchhaltungsprogrammen, die im Hinblick auf Leistung und Preis oftmals kaum unterschiedlicher sein können. Die richtige Auswahl ist hier nicht selten sehr zeitaufwendig und manchmal auch kostenintensiv. Viele Buchführungsprogramme gibt es jedoch auch als Freeware im Internet, jedoch sollten sich die Unternehmer vorab überlegen, ob ein Warenwirtschaftssystem, eine Anlagenbuchhaltung oder auch –sofern Mitarbeiter eingestellt wurden- eine Lohn- und Gehaltsbuchung mitgeliefert werden kann.

Die Vorteile für ein eigenständiges Führen der Buchhaltung liegen zum einen natürlich im Wegfall der Steuerberatungsgebühren, zum anderen jedoch auch im Wegfall der Fahrtkosten zu diesem. Darüber hinaus ist es möglich, sich selbst zu jeder Zeit ein Bild über die eigene wirtschaftliche und finanzielle Lage des Unternehmens machen zu können. Nachteilig zu sehen sind hierbei jedoch die oben erwähnten Anschaffungskosten der Software, Update-Kosten, das Aneignen von Kenntnissen oder die Gehaltszahlung an die Buchhaltungssachbearbeiter, der Zeitfaktor, und oftmals auch die Richtigkeit der Buchführung.

Ein Steuerberater ist in der Lage, die komplette Buchführung und auch die Jahresabschlüsse für ein Unternehmen zu erstellen. Buchhaltungsfehler können hier in der Regel ausgeschlossen werden, jedoch haftet der Steuerberater, sollte doch einmal eine falsche Beratung oder Buchung stattgefunden haben.
Wer die Buchhaltung zum Steuerberater gibt, der spart darüber hinaus immer auch viel Zeit und –sofern keine Buchhalter eingestellt wurden- auch Lohnkosten.

Nachteilig zu sehen ist hier jedoch meist die Pflicht, die Belege vorab zu sortieren, das Fehlen tagesaktueller Zahlen und Daten, der Kostenfaktor und auch die Fahrtzeit.

Wie man sich nun im Einzelnen entscheidet –Buchführungssoftware oder Steuerberater- sollte letztendlich mittels einer Kosten-Nutzen-Analyse herausgefunden werden. Wer keine Buchhaltungskenntnisse hat, der ist mit einem Steuerberater meist gut beraten. Auch wer zwar Kenntnisse der Buchhaltung hat, den Zeitaufwand jedoch adäquater ausrichten möchte, sollte den Steuerberater zumindest in die Überlegung mit einbeziehen. Und zu guter Letzt: Wer Sachbearbeiter einstellen will, darf die Lohn- und Lohnnebenkosten nicht vergessen!

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