Buchhaltung

Zinsaufwendungen und Zinserträge verändern das Betriebsergebnis

21. Januar 2013

Zinsaufwendungen und ZinserträgeDas Betriebsergebnis steht synonym für den Erfolg eines Unternehmens. Ermittelt wird das Betriebsergebnis durch die Differenz zwischen den durch den Geschäftszweck erzielten Einnahmen sowie den dem Geschäftsbetrieb anzurechnenden Ausgaben. Betriebsfremde Ausgaben und Einahmen haben jedoch keinen Einfluss auf das Betriebsergebnis. Diese müssen separat ermittelt und ausgewiesen werden. Beeinflusst wird das Betriebsergebnis auch die im Geschäftsjahr entstandenen Zinsaufwendungen und Zinserträge. Vorausgesetzt natürlich, die erzielten Zinserträge bzw. die zu leistenden Zinsaufwendungen stehen in einem unmittelbaren Zusammenhang zum eigentlichen Unternehmenszweck. Zinserträge und Zinsaufwendungen aus Wertpapiergeschäften fallen beispielsweise nicht in die Kategorie der betriebsbedingten Einnahmen und Aufwendungen.

Abzugsfähigkeit von Zinsaufwendungen

Um als Selbstständiger oder Gewerbetreibender Einnahmen zu erzielen, muss in vielen Fällen zunächst ein Bankkredit aufgenommen werden. Für den Fall, dass die Aufnahme des Darlehens zu Betriebszwecken erforderlich war, sind die dabei entstehenden Zinsaufwendungen voll abzugsfähig und führen somit zu einer Verringerung des Betriebsergebnisses. Es gelten jedoch einige gesetzliche Einschränkungen, was die Abzugsfähigkeit von Zinsaufwendungen betrifft.

Begrenzte Abzugsfähigkeit der Zinsenaufwendungen bei Überentnahmen

Von einer Überentnahme spricht man immer dann, wenn im laufenden Geschäftsjahr die Entnahmen höher waren als die Summe aus Einlagen und Gewinn. Die Zinsaufwendungen werden in diesem Fall rückwirkend dem Gewinn zugerechnet. Für die Berechnung werden 6 Prozent der Überentnahmen aus dem laufenden sowie der vorausgegangenen Wirtschaftsjahre abzüglich eines Abschlags von 2.050 Euro dem Gewinn hinzugerechnet.

Die Zinsschranken Regelung

Im Rahmen der Unternehmenssteuerreform wurde 2008 auch die sogenannte Zinsschranken-Regelung eingeführt. Mit dieser wurden die bis dahin geltenden Regelungen der Gesellschafter-Fremdfinanzierung ersetzt. Im Gegensatz zu dieser erfasst die Zinsschranken Regelung jedoch nicht nur Kapitalgesellschaften, sondern auch natürliche Personen sowie Personengesellschaften. Die Regelung besagt, dass Zinsaufwendungen bis zu der Höhe absetzbar sind, in der im selben Jahr auch Zinserträge entstanden sind. Die darüber liegenden Zinsaufwendungen können nur bis zu einer Höhe von 30 Prozent des steuerlichen Gewinns vor Steuerabzug abgezogen werden. Zinsaufwendungen, die darüber hinausgehen und nicht abzugsfähig sind, werden vom Finanzamt durch einen gesonderten Steuerbescheid festgestellt und als Zinsvortrag auf die kommenden Jahre vorgetragen. Diese Regelung gilt sowohl für Kapitalgesellschaften wie auch für Personengesellschaften und Einzelunternehmungen.

Ausnahmen bei der Zinsschranken Regelung

Es gibt einige Ausnahmen, in denen die Beschränkung beim Abzug der Zinsaufwendungen keine Anwendung findet. So greift diese Regelung nicht, wenn der Saldo aus Zinserträgen und Zinsaufwendungen 3 Millionen Euro nicht übersteigt und der Betrieb nicht Teil eines Konzerns ist oder als Teil eines Konzerns eine schlechtere Relation aus Eigenkapital und Fremdkapital besitzt als der Konzern selbst.

Zinserträge müssen versteuert werden

Für Zinserträge auf einem Geschäftskonto fällt wie bei privaten Konten auch die Abgeltungssteuer an. Bei diesen Zinserträgen handelt es sich um Kapitalerträge nach dem Einkommenssteuergesetz. Zur Abgeltungssteuer wird den Unternehmen auch der Solidaritätszuschlag von 5,5 auf Zinserträge berechnet. Dazu führen Zinsen, die ein Unternehmen für die Führung des Geschäftskontos erhält, auch zu einer Erhöhung des Betriebsergebnisses und unterliegen somit der Abgeltungssteuer.

Kapitalgesellschaften müssen erhaltene Erstattungszinsen versteuern

Noch im Jahre 2010 hatte der Bundesfinanzhof entschieden, dass vom Finanzamt gezahlte Erstattungszinsen nicht zu den steuerpflichtigen Zinserträgen zählen. Die Oberfinanzdirektion Rheinland erklärte daraufhin, dass die Regelung nur für die Einkommenssteuer gelte und nicht von Kapitalgesellschaften angewendet werden könne. Der Gesetzgeber hat auf die Entscheidung des Bundesfinanzhofs mit neuen Regelungen im Jahressteuergesetz 2010 (JStG) reagiert. In diesen wurde nochmals eindeutig festgelegt, dass Zinserträge aus Erstattungszahlungen des Finanzamtes in jedem Fall einen Ausschlag auf das Betriebsergebnis haben und folglich auch versteuert werden müssen.

Auswirkungen von Zinserträgen auf das Betriebsergebnis

Zinserträge wirken sich nur dann auf das Betriebsergebnis aus, wenn sie in einem direkten Zusammenhang mit dem eigentlichen Leistungsprozess des Unternehmens stehen. Dies trifft unter anderem auf Zinserträge zu die aus dem geschäftlich geführten Konto des Unternehmens stammen. Dagegen gehören Zinserträge aus Wertpapiergeschäften zu den betriebsfremden Erträgen. Diese müssen gesondert festgestellt und aufgeführt werden und haben keinen Einfluss auf das erzielte Betriebsergebnis. Anders verhält e sich bei Darlehen, die beispielsweise auf einen Warenverkauf gewährt werden. Bei Begleichung der berechneten Zinserträge werden diese als betrieblicher Ertrag erfasst und entsprechend verbucht. Somit führen diese immer auch zu einer Erhöhung des Betriebsgewinns.

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