Buchhaltung

Wertpapierkäufe – Tipps und Tricks für Unternehmen

25. September 2012

Wertpapierkäufe richtig verbuchen

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Neben Privatpersonen haben auch Unternehmen die Möglichkeit einer Geldanlage durch Wertpapierkäufe. Dabei Unternehmen den Vorteil, dass Sie aus Wertpapierkäufen stammende Verluste zu einem Teil abschreiben können. Geht es um die korrekte Verbuchung der Wertpapierkäufe, sollten einige wichtige Punkte beachtet werden. Je nachdem wie Wertpapiere in der Bilanz aktiviert werden erfolgt auch deren Bewertung. Dies hat später einen Einfluss darauf, ob bei Wertminderungen eine außerplanmäßige Abschreibung möglich ist oder nicht.

Zuordnung zum Anlagevermögen oder Umlaufvermögen

Wertpapierkäufe werden nach den Regelungen des § 266 HGB verbucht. Danach können Wertpapierkäufe sowohl im Anlage- wie auch im Umlaufvermögen aktiviert werden. Im Anlagevermögen können Wertpapiere als Finanzanlagen beispielsweise unter den Positionen Anteile an verbundenen Unternehmen, Wertpapiere des Anlagevermögens oder Beteiligungen aktiviert werden. Dazu ist auch eine Aktivierung im Umlaufvermögen als sonstige Vermögensgegenstände oder Wertpapiere denkbar. Die Zuordnung der Wertpapierkäufe hat insbesondere Bedeutung, wenn es um deren Bewertung geht. Eine Aktivierung als Finanzanlagen ist immer dann erforderlich, wenn die Wertpapierkäufe dem Geschäftsbetrieb dauerhaft dienen sollen. Dies ist beispielsweise dann der Fall, wenn durch die Wertpapierkäufe dauerhafte Erträge in Form von Dividenden erzielt werden sollen. Wird mit den Käufen eine dauerhafte Geschäftsbeziehung angestrebt, so ist ebenfalls von einer langfristigen Nutzung auszugehen. Ist dagegen bereits beim Kauf klar, dass die Wertpapiere nur zur einmaligen Veräußerung dienen, so müssen diese dem Umlaufvermögen zugeschlagen werden. Um das Ziel der Wertpapierkäufe auch nachträglich noch nachvollziehen zu können, sollten Unternehmen sollten Unternehmen direkt beim Kauf dokumentieren, zu welchem Zweck die Wertpapiere angeschafft wurden.

Wertpapiere in der Handelsbilanz

Auf Wertpapierkäufe, die als Finanzanlagen aktiviert wurden, können außerplanmäßige Abschreibungen vorgenommen werden. Dies ist immer bei einer voraussichtlichen dauerhaften Wertminderung der Fall. Ist der Aktienwert am Bilanzstichtag geringer als der Buchwert, so ist eine außerplanmäßige Abschreibung vom Grundsatz her möglich. Ist die Wertminderung nur vorübergehend, kann das Unternehmen wählen, ob eine Abschreibung vorgenommen wird oder nicht. Bei einer dauerhaften Wertminderung ist eine außerplanmäßige Abschreibung dagegen Pflicht. Für Wertpapier die dem Umlaufvermögen zugeschlagen werden gilt das Niederstwertprinzip. Danach müssen Wertpapiere immer auf den niedrigeren Wert abgeschrieben werden. Als Wert gilt dabei immer der an der Börse notierte Kurswert. Werden keine entsprechenden Depotbestände ausgewiesen, so gilt immer der Kurswert an der umsatzstärksten Börse. Der niedrigere Wertansatz darf auch dann beibehalten werden, wenn der Grund hierfür nicht mehr besteht. Somit muss bei einer Kursteigerung der Wertpapiere nicht zwangsläufig eine Zuschreibung erfolgen. Das Unternehmen besitzt diesbezüglich ein Wahlrecht. Entscheidet sich das Unternehmen für eine Zuschreibung, so darf der Bilanzwert nicht höher sein als die Anschaffungskosten.

Wertpapiere in der Steuerbilanz

Für die Steuerbilanz gilt bei Wertpapierkäufen das Maßgeblichkeitsprinzip. Dieses besagt, dass für die Steuerbilanz die Daten aus der Handelsbilanz maßgeblich sind. Wird in der Handelsbilanz ein Wert angesetzt, der unterhalb der Anschaffungskosten, so ist entscheidend ob dieser vorübergehend oder dauerhaft ist. Ist anzunehmen, dass die Wertminderung dauerhaft ist, so ergibt sich daraus ein nachhaltiges Absinken des Wirtschaftsgutes. Für die Bewertung sind zusätzliche Informationen zum Aufstellungszeitpunkt der Handelsbilanz zu berücksichtigen. Für Unternehmen, die keine Handelsbilanz erstellen müssen, gilt der Zeitpunkt der Steuerbilanz. Für Wertpapierkäufe, die im Anlagevermögen bilanziert werden, ist eine Teilwertabschreibung nur in wenigen Fällen möglich.

Wertpapiere im Umlaufvermögen dienen dem kurzfristigen Verbrauch. Deshalb kommt es steuerrechtlich gesehen besonders auf den Zeitpunkt der Veräußerung an. Besteht die Minderung zum Zeitpunkt des Verkaufs bzw. zum Aufstellungszeitpunkt der Bilanz weiterhin, so ist von einer dauerhaften Minderung auszugehen. Dabei müssen die aktuellen Marktentwicklungen bis zum entsprechenden Zeitpunkt berücksichtigt werden. Dies sind beispielsweise die Kursschwankungen bei börsennotierten Wertpapieren. Da die Kursentwicklung für Wertpapierkäufe des Umlaufvermögens maßgebend ist, empfiehlt es sich für Unternehmen einen Chart über die Wertentwicklung der Aktien aufzustellen. So lässt sich die Entwicklung auch nachträglich noch jederzeit nachvollziehen.

Wertpapiere als gewillkürtes Betriebsvermögen

Nach einem Urteil des Bundesfinanzhofs ist es erlaubt, gewillkürtes Betriebsvermögen zu bilden. Unternehmen die eine Einnahme/Überschussrechnung durchführen, müssen die Zuordnung von Wertpapieren zum gewillkürten Betriebsvermögen eindeutig ausweisen. Hierzu ist eine zeitnahe und eindeutige Aufstellung zu erstellen. Voraussetzung ist zudem, dass die Wertpapiere dem Unternehmenszweck auf Dauer dienen können. Die Aktien müssen demzufolge das Ziel haben dauerhafte Erträge für das Unternehmen zu erzielen.

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