Buchhaltung

Sachbezüge sind als geldwerte Vorteile zu verbuchen

23. März 2012

Ist von einem Sachbezug die Rede, dann ist hiermit eine Zuwendung gemeint, die sowohl im Arbeitsrecht als auch im Sozialversicherungs- und Steuerrecht als Einnahmen zu sehen sind, die nicht aus Geld bestehen. Ein Sachbezug ist jedoch trotzdem immer auch ein geldwerter Vorteil, der jeden Arbeitnehmer insofern bereichert, da er durch diesen geldwerten Vorteil ein zusätzliches Entgelt erhält. Sachbezüge werden auch als Naturalleistungen, zusätzliche Leistungen oder Sachleistungen bezeichnet. Grundsätzlich ist hierbei jedoch immer ein zusätzliches Arbeitseinkommen gemeint.

Monatliche Arbeitseinkommen, die nicht in Geld gezahlt werden

Zum jeweiligen Arbeitseinkommen eines Angestellten oder Arbeiters zählen also nicht nur die Geldzuwendungen, die am Monatsende überwiesen werden, sondern immer auch alle weiteren Sachbezüge, die der Arbeitnehmer vom Arbeitgeber erhält. Zu diesen Arbeitseinnahmen zählen daher auch alle Güter, die sowohl in Geld als auch durch einen Geldwert bestehen (§ 8 Abs. 1 EStG).

Sachbezüge, also geldwerte Vorteile sind stets zu versteuern, da sie das Arbeitseinkommen erhöhen und daher auch sozialabgabenpflichtig und steuerpflichtig sind.

Anwendungsbereiche für den geldwerten Vorteil

Die meisten Anwendungen finden die geldwerten Vorteile in der Überlassung von Dienstwagen und Firmenfahrzeugen. Die private Nutzung ist hier als ein geldwerter Vorteil zu sehen, der für den Arbeitnehmer steuerpflichtig anzusetzen ist. Weiterhin ist beispielsweise auch das verbilligte Kantinenessen als geldwerter Vorteil notieren.

Sachbezüge in dieser Form bleiben jedoch auch weiterhin ohne einen steuerpflichtigen Ansatz, wenn die hier gezahlten Entgelte, sprich, die Sachbezüge, eine Höhe von 44 Euro pro jeweiligem Kalendermonat nicht überschreiten. Dieser Betrag versteht sich als sogenannte Freigrenze.

Die Bewertung des geldwerten Vorteils

Ein geldwerter Vorteil ist immer so anzusetzen, dass er gemäß § 8 EStG mit dem Endpreis am jeweiligen Abgabeort übereinstimmt. Abzüglich hiervon werden Preisnachlässe oder andere Sonderkonditionen zugelassen.

Grundsätzlich ist es so, dass ein Arbeitnehmer von seinem Arbeitgeber während des Arbeitsverhältnisses Waren oder auch Dienstleistungen erhält, die nicht explizit für den Eigenbedarf des Arbeitnehmers hergestellt wurden, so gilt als Definition des Sachbezuges der um vier Prozent gesenkte Endpreis der Ware oder der Dienstleistung. Als Endpreis ist der Preis zu verstehen, zu dem der jeweilige Arbeitgeber, im Zweifel auch der Abnehmer, der diese Sachgüter ansonsten anbieten würde, die Waren oder Dienstleistungen in Umlauf bringt.

Steuerfreiheit erzielt der Arbeitnehmer nur dann, wenn die Sachbezüge im gesamten Kalenderjahr 1.080 Euro nicht überstiegen haben.

Die Besteuerung geldwerter Vorteile

Obwohl die Sachbezüge, bzw. die geldwerten Vorteile vom Arbeitnehmer zu versteuern sind, haben diese die Möglichkeit hier eine Pauschale von 30 Prozent bei der Lohn- oder Einkommensteuer anzusetzen. Der reguläre Steuersatz, zudem der Arbeitnehmer seine Einkünfte ansonsten versteuert, bleibt bei den geldwerten Vorteilen dann unberücksichtigt.

 

Die Zukunft der geldwerten Vorteile

Da der Gesetzgeber mit dem Steuervereinfachungsgesetz schon vor einiger Zeit zahlreiche Gesetzesänderungen vorgenommen hat, so ist es auch im Falle der geldwerten Vorteile durchaus möglich, dass sich in naher Zukunft hier einige Veränderungen ergeben werden. Abzuwarten bleibt daher, wie sich die Lage hinsichtlich der einzelnen Lohnverrechnungsarten entwickeln wird. Bis dato haben die Arbeitnehmer jedoch wenig Aufwendungen für diese geldwerten Vorteile, da sie diese maximal in ihrer Einkommensteuererklärung mit angeben müssen. Für den Arbeitgeber sieht dies allerdings anders aus, da er explizit die Sachbezüge, sprich die geldwerten Vorteile, seiner Mitarbeiter zu verbuchen hat. Besonders für die Überlassung von Dienstfahrzeugen ist das nicht immer leicht, denn hier muss genau überprüft werden, welchen Anteil die private Kfz-Nutzung von der Gesamtnutzung ausmacht.

Bei anderen Sachbezügen ist die Differenzierung leichter möglich, beispielsweise beim verbilligten Kantinenessen, da hier die Beträge immer gleich bleiben, sodass der Buchhaltung hier wenig rechnerischer Aufwand entsteht.

 

Sachbezüge zu unterbreiten sind in vielen Firmen mittlerweile gang und gäbe. Die Arbeitnehmer profitieren vom zusätzlich gezahlten Lohn und der Arbeitgeber kann die eigenen Kosten ebenfalls von der Steuer absetzen.

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