Buchhaltung

Monatliche oder quartalsmäßige Umsatzsteuervoranmeldung – welche Variante ist sinnvoller?

17. Januar 2013

Finanzamt UmsatzsteuervoranmeldungUnternehmer, die nicht der Kleinunternehmerregelung unterliegen, sind gesetzlich dazu verpflichtet, in regelmäßigen Abständen eine Umsatzsteuervoranmeldung abzugeben und die Umsatzsteuer entsprechend an das Finanzamt abzuführen. Die Abgabe erfolgt entweder monatlich, quartalsweise oder jährlich. Unternehmen besitzen hier allerdings kein Wahlrecht. Die Häufigkeit der Abgabe einer Umsatzsteuervoranmeldung richtet sich immer nach der tatsächlich angefallenen Umsatzsteuer des Vorjahres. Einzig, wenn das Vorsteuerguthaben mehr als 7.500 Euro beträgt, kann der Unternehmer wählen, ob er eine monatliche Umsatzsteuervoranmeldung abgeben möchte.

Sinn und Zweck der Umsatzsteuervoranmeldung

Bei der Umsatzsteuer handelt es sich um eine Jahressteuer. Durch die regelmäßige Abgabe einer Umsatzsteuervoranmeldung soll zum einen das Risiko eines Zahlungsausfalls reduziert werden. Zum anderen wird die Umsatzsteuerlast für Unternehmen durch die Umsatzsteuervoranmeldung auf das ganze Jahr verteilt. Dies beugt eventuellen Zahlungsschwierigkeiten zum Ende des Jahres vor. Dazu erlangt der Staat einen zusätzlichen Zinsvorteil. Im Gegenzug wird den Unternehmen durch die Möglichkeit des Vorsteuerabzugs ebenfalls ein Zinsvorteil gewährt.

Zeitraum der Umsatzsteuervoranmeldung

In welchen Abständen eine Umsatzsteuervoranmeldung abgegeben werden muss, richtet sich nach der Umsatzsteuerlast des Vorjahres. Übersteigt diese einen Betrag von 7.500 Euro so verlangt das Finanzamt die monatliche Vorlage der Umsatzsteuervoranmeldung. Liegt die Vorjahressteuerschuld zwischen 1.000 Euro und 7.500 Euro, muss die Voranmeldung quartalsweise an das zuständige Finanzamt übermittelt werden. Liegt die Vorjahressteuerschuld unter 1.000 Euro, so wird der Unternehmer von der Abgabe einer Umsatzsteuervoranmeldung befreit. Die Umsatzsteuer muss in diesem Fall nur einmal jährlich für das gesamte Geschäftsjahr an das Finanzamt abgeführt werden.

Fristen für die Abgabe der Umsatzsteuervoranmeldung

Die Umsatzsteuervoranmeldung muss immer bis spätestens am 10. Tag nach Ablauf des Vorlagezeitraums beim Finanzamt vorliegen. Für den Monat März muss die Voranmeldung also bis zum 10. April gemeinsam mit der zu zahlenden Umsatzsteuer beim Finanzamt eingegangen sein. Bei nicht rechzeitigem Eingang drohen dem Unternehmer Säumniszuschläge.

Dauerfristverlängerung beantragen

Für den Fall, dass dem Unternehmer die vorgegebene Frist von 10 Tagen nicht ausreicht, um die Umsatzsteuervoranmeldung einzureichen, kann er beim Finanzamt eine Dauerfristverlängerung beantragen. Hierfür ist keine besondere Begründung erforderlich und der Antrag wird vom Finanzamt anstandslos bewilligt. Die Frist zur Abgabe der Umsatzsteuervoranmeldung verlängert sich dann um einen Monat. Die Voranmeldung für den März muss dann folglich erst bis zum 10. Mai an das Finanzamt übermittelt werden. Nach der Bewilligung muss bei monatlicher Abgabe der Umsatzsteuervoranmeldung eine Sondervorauszahlung von 1/11 der Summe der Vorauszahlungen des Vorjahres geleistet werden. Diese wird dann mit der Umsatzsteuervoranmeldung im Dezember verrechnet.

Voranmeldung bei neu gegründeten Unternehmen

Wird ein Unternehmen neu gegründet, so verlangt das Finanzamt für die ersten beiden Geschäftsjahre eine monatliche Umsatzsteuervoranmeldung. Anschließend richten sich die Abgabetermine dann nach der Steuerschuld des Vorjahres. Nach der Gründung kann der Unternehmer direkt eine Dauerfristverlängerung für die Abgabe der Umsatzsteuervoranmeldung beantragen. In diesem Fall wird ebenfalls eine Sondervorauszahlung fällig. Die Höhe richtet sich dabei nach den voraussichtlichen Umsätzen.

Die Form der Umsatzsteuervoranmeldung

Seit 2005 sind Unternehmen dazu verpflichtet, die Umsatzsteuervoranmeldung in elektronischer Form an das Finanzamt zu übermitteln. Hierfür sind immer die amtlich vorgegebenen Formulare zu verwenden. In Härtefällen ist zudem auch die Abgabe in Papierform möglich. Ein solcher Fall liegt beispielsweise vor, wenn der Unternehmer nicht über die benötigte Hardware verfügt um die Umsatzsteuervoranmeldung auf digitalem Wege zu übermitteln. Ein Unternehmer kann also nicht dazu verpflichtet werden sich extra einen Computer anzuschaffen, um die Umsatzsteuervoranmeldung elektronisch übermitteln zu können. Ist allerdings ein PC vorhanden, so muss die Voranmeldung in elektronischer Form übermittelt werden.

Berechnung der abzuführenden Umsatzsteuer

Die Ausfertigung der Umsatzsteuervoranmeldung erfolgt nach den Bestimmungen des Umsatzsteuergesetzes. Möglich sind die beiden Varianten der Ist- und Sollbesteuerung wählen. Bei der Sollbesteuerung wird die Umsatzsteuer immer nach Erbringen der Leistung fällig. Der Zeitpunkt der Rechnungsstellung bzw. der Begleichung der Rechnung spielt dabei keine Rolle. Dagegen muss die Umsatzsteuer bei der Istbesteuerung erst dann abgeführt werden, wenn die Rechnung auch bezahlt ist. Hieraus ergibt sich ein gewisser Zinsvorteil für den Unternehmer. Die Istversteuerung kann vom Unternehmer beantragt werden, wenn gewisse Umsatzgrenzen nicht überschritten werden. Die Vorsteuer ist unabhängig von der Bezahlung immer nach Erbringen der Leistung abzugsfähig.

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