Buchhaltung

Konsolidierung – Konzernabschluss

19. Oktober 2010

Jahresabschluss

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Neigt sich das Geschäftsjahr dem Ende zu, sind alle Geschäftsfälle ordnungsgemäß gebucht und rückt der Inventurstichtag immer näher, dann gilt es, den Jahresabschluss buchhalterisch vorzubereiten. Unabhängig davon, um welche Unternehmensform es sich handelt, hat jeder noch so kleine Betrieb, wie beispielsweise das Einzelunternehmen, zu einem bestimmten Stichtag alle Einnahmen und Ausgaben gegenüberzustellen. Während beim Einzelunternehmen in der Regel diese Gegenüberstellung mittels einer sogenannten Einnahmen-Überschuss-Rechnung erfolgt, sind mittlere und große Unternehmen verpflichtet, eine Bilanz zu erstellen. Diese unterscheidet sich in Handels- und Steuerbilanz, und ist zum einen Bemessungsgrundlage für den zu versteuernden Gewinn, andererseits deklariert sie jedoch…

explizit die finanzielle und wirtschaftliche Lage des Unternehmens.

Handelt es sich bei den Unternehmen jedoch um Konzerne, dh. gibt es Mutter- und auch Tochterunternehmen, so ist der diesbezügliche Jahresabschluss an gewisse Regeln gebunden, die speziell auf diese Unternehmensform ausgerichtet ist. In diesem Fall wird hier ein sogenannter konsolidierter Jahresabschluss erstellt, der für alle Unternehmen, die einer einheitlichen Führung unterliegen, verpflichtend ist.

Bei einem konsolidierten Jahresabschluss geht man fiktiv davon aus, dass die jeweiligen Tochterunternehmen rechtlich zusammen mit der Konzernmutter ein einzelnes Unternehmen bilden. Dh. beispielsweise, dass alle unternehmerischen Verflechtungen untereinander aufgelöst und einheitlich zu bilanzieren sind. Forderungen oder Verbindlichkeiten der jeweiligen Konzerntöchter heben sich in diesem Sinne gegeneinander auf und können so als ein einzelner Bilanzposten bewertet werden. Gleichermaßen wird darüber hinaus bei allen Aufwendungen und Erträgen vorgegangen. Ziel ist es hierbei, außenstehenden Dritten ein objektives Bild des gesamten Konzerns hinsichtlich der finanziellen und wirtschaftlichen Lage zu gewähren. Einzelabschlüsse der jeweiligen Tochterunternehmen geben hier in der Regel kein aussagekräftiges Bild ab.

Ein konsolidierter Konzernabschluss hat jedoch lediglich einen informativen Charakter und dient nicht der Bemessung des Steueraufkommens und auch nicht als Grundlage für die Ausschüttung von Gewinnen.

Rein rechtlich gesehen ist jedoch nicht jeder Konzern dazu verpflichtet, einen konsolidierten Jahresabschluss zu erstellen. Je nach Größe des Gesamtkonzerns kann hier in Einzelfällen davon abgesehen werden. Die Kriterien hierfür ergeben sich zum einen aus den erwirtschafteten Umsatzerlösen und zum anderen aus der errechneten Bilanzsumme. Zusätzlich dient hier allerdings auch die Anzahl der Mitarbeiter des Konzerns als Maßstab für die Erstellung des konsolidierten Jahresabschluss. Werden einzelne Größenmengen hier nicht überschritten, kann eine sogenannte größenabhängige Befreiung zum Tragen kommen.

Um zu Prüfen, ob ein konsolidierter Jahresabschluss zwingend nötig ist, kann auf zweierlei Art und Weise vorgegangen werden. Zum einen können die jeweiligen Einzelbilanzen summiert werden, was als sogenannte Bruttomethode bezeichnet wird, oder aber anhand des bereits erstellten zusammengefassten Abschlusses, welche unter der Bezeichnung Nettomethode geläufig ist. Die sich hieraus ergebenden Werte dienen als Grundlage für die Pflicht oder Befreiung zum konsolidierten Abschluss.

Weitere Gründe für eine diesbezügliche Befreiung können jedoch auch dann gegeben sein, wenn das Mutterunternehmen beispielsweise selbst Tochter eines anderen Unternehmens ist und dieses wiederum zum Konzernabschluss verpflichtet ist. Diesbezüglich gibt es allerdings Unterschiede hinsichtlich des Sitzes des Mutterunternehmens. EU-ansässige Firmen werden hier anders verpflichtet, als beispielsweise Firmen mit Sitz in einem Drittland. Darüber hinaus können jedoch auch noch andere Gründe einen Konzernabschluss unnötig werden lassen. Ebenfalls erlauben nämlich eingeschränkte Verfügungsmächte und auch unverhältnismäßige und hohe Kosten den Verzicht auf die Erstellung eines konsolidierten Abschluss.

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