Buchhaltung

Keine Zeit verlieren, wenn es darum geht, Unternehmer-Rechnungen ins Ausland zu stellen (Steueränderung EU-Richtlinie RL 2010/45)

17. September 2013

Rechnungen ins Ausland stellen

Viele Unternehmen arbeiten nicht nur mit inländischen Kunden oder externen Dienstleistern zusammen. Manchmal erfordert es die aktuelle Marktsituation auch, ein ausländisches Unternehmen mit der Durchführung einer Leistung zu beauftragen. Ein Grund dafür können beispielsweise günstigere Produktionskosten sein. Unternehmer, die Geschäfte mit dem Ausland machen, sollten jedoch bei der nach Auftragserfüllung erfolgenden Rechnungsstellung einige wichtige Hinweise beachten. So ist es einerseits erforderlich, mit der Rechnungsstellung nicht allzu lange zu warten. Diesbezüglich gab es kürzlich auch eine Gesetzesänderung, die Unternehmer unbedingt beachten sollten, wenn sie mit Firmen aus dem Ausland zusammenarbeiten.

Welche Fristen es zu beachten gilt

Noch vor der politischen Sommerpause 2013 gab es eine Gesetzesänderung, in welcher eine EU-Richtlinie aus dem Jahre 2010 umgesetzt wurde. Selbstständige Unternehmer können sich nun nicht mehr so viel Zeit bei der Rechnungsstellung ins Ausland lassen. Hier gilt es, eine 15-tägige Frist nach Auftragserfüllung zu beachten. In diesem Zeitraum muss die Rechnungsstellung verbindlich erfolgen. Nicht nur der Unternehmer im Inland muss eine Frist bei Geschäften mit ausländischen Unternehmen beachten. Das gleiche gilt auch für die Unternehmen aus dem Ausland, mit welchen zusammengearbeitet wird. Erhält der ausländische Dienstleister oder Lieferant seine Rechnung innerhalb der 15-täigigen Frist, ist er nun dazu verpflichtet, die Leistung bis zum 15. Des Folgemonats abzurechnen.

Ein Beispiel zur Vereinfachung

Liefert ein deutscher Unternehmer im September eines Jahres Ware ins Ausland, zum Beispiel nach Österreich, dann müssen Rechnungserstellung und Begleichung des Rechnungsbetrages bis zum 15. Oktober vollzogen sein.

Wer ist von der Gesetzesänderung im Einzelnen betroffen?

Die neue Regelung muss von Unternehmen aus dem Inland mit sofortiger Wirkung umgesetzt werden. Es spielt weiterhin keine Rolle, ob Waren ins europäische Ausland geliefert werden sollen oder ob eine sonstige Dienstleistung erbracht wird. An die neue 15-tägige Frist müssen sich alle selbstständigen deutschen Unternehmer halten, die ihre Leistung im EU-Ausland anbieten möchten.

Auslandsrechnungen versus Inlandsrechnungen

Viele Unternehmer sind von der Umsetzung der EU-Richtlinie nun orientiert und fragen sich, ob die Gesetzesänderung auch Auswirkungen auf die Rechnungserstellung bei Leistungen hat, die innerhalb Deutschlands ausgeführt werden. Innerdeutscher Rechnungen bleiben jedoch von der Gesetzesreform unberührt. Bei Rechnungen, die für die Erbringung von Leistungen innerhalb Deutschlands gestellt werden, kann sich der Unternehmer etwas mehr Zeit lassen. Dennoch raten Experten natürlich dazu, die Rechnungserstellung der Auftragserfüllung auf dem Fuße folgen zu lassen. So kann auch der Überblick über die erbrachten Leistungen und die einzutreibenden Zahlungen zu keiner Zeit verloren gehen. Auch die Buchführung enthält dann keine Verwirrungen mehr. Diese könnten auftauchen, wenn sich der Leistungszeitraum vom Erstellungsdatum der Rechnung stark unterscheidet. Dennoch gilt es auch bei innerhalb Deutschlands gestellten Rechnungen gesetzliche Fristen zu wahren und diese zu beachten. Arbeitet das deutsche Unternehmen mit einem Firmenkunden im eigenen Land zusammen, dann sollte die Rechnungsstellung b binnen sechs Monate nach Auftragserfüllung erfolgen. Genau wird dies in § 14 Absatz 2 Umsatzsteuergesetz erläutert.

Was tun, wenn Kunden nicht bezahlen?

Viele selbstständige Unternehmer kennen das Problem, dass sie sich egal, ob innerhalb Deutschlands oder im Zusammenhang mit der Zusammenarbeit mit ausländischen Firmen an die gesetzlichen Fristen bei der Rechnungsstellung gehalten haben. Dennoch kommt es leider nicht selten vor, dass Kunden die Leistung in Anspruch nehmen und der beauftragte Unternehmer nie wieder etwas von ihnen hört. Da der deutsche Unternehmer jedoch eine Dienstleistung erfüllt hat, hat er natürlich auch einen Anspruch auf eine ordnungsgemäße Entlohnung. Sollte einmal ein Kunde nicht zahlen, ist das gesetzlich zulässige Mahnverfahren anzuwenden. Inwieweit der Betroffene den Lohn für seine Arbeit dann wirklich erhält, lässt sich leider pauschal nicht sagen. Oftmals stehen eventuelle Anwaltskosten in keinem Verhältnis zur erbrachten Leistung. Dies trifft zumindest auf kleinere Unternehmen zu. Große Unternehmen sollten jedoch nicht nur mit einem Steuerberater zusammenarbeiten, um ihre Buchführung gemäß der geltenden Gesetze zu realisieren, sondern sich auch bei nicht fristgerechter oder ausfallender Zahlung eines ausländischen Kunden anwaltlichen Rat hinzu ziehen. Eine nicht gezahlte Rechnung kann immer mit negativen Folgen für das betroffene Unternehmen verbunden sein. Dieser Ausfall wird dann spätestens in der Bilanz sowie in der Gewinn-Verlust-Rechnung sichtbar. Es lohnt sich also, gegebenenfalls gegen säumige Kunden rechtliche Schritte einzuleiten.

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