Buchhaltung

Grundlagen der Buchhaltung – Buchungssätze bilden

29. Januar 2014

Fernstudium Bilanzbuchhalter

Für eine ordnungsgemäße Buchhaltung müssen alle Belege, die für das Ergebnis und die Bilanzierung relevant sind, Buchungskonten zugeordnet werden. Nur so kann ein Jahresabschluss erstellt werden, der einer Überprüfung durch die Finanzbehörden standhält. Nach dem System der doppelten Buchführung, in dem das Ergebnis parallel durch die Gewinn- und Verlustrechnung und den Vermögensvergleich in der Bilanz ermittelt wird, müssen bei der Buchung eines Belegs jeweils zwei Konten angesprochen werden. Der Betrag wird als Ganzes oder in Einzelbeträge aufgeteilt einmal auf der Sollseite und einmal auf der Habenseite jeweils unterschiedlicher Konten gebucht.
Zur Dokumentation der Zuordnung muss man zu allen Belegen Buchungssätze bilden, deren Grundstruktur „Per Sollkonto an Habenkonto Betrag x“ lautet. Auch bei der Kurznotierung des Buchungssatzes auf dem Beleg, der Kontierung, steht das Sollkonto immer zuerst. So ist auch eine Notierung in der Form Sollkonto/Habenkonto für jeden Prüfer eindeutig. Diese Reihenfolge darf nicht vertauscht werden.

Wie finde ich die Konten für die Buchhaltung?

Jedes Unternehmen arbeitet mit einem passenden Kontenrahmen. Dabei stehen verschiedene Kontenrahmen für Handelsunternehmen und produzierendes Gewerbe zur Auswahl. Ist ein Kontenrahmen gewählt, sollte er nur aus wichtigem Grund bei einem Jahreswechsel geändert werden. Sonst ist es schwierig, die Kontinuität in der Buchhaltung über die Jahre hinweg zu belegen. Die Konten gehören entweder zu den Bilanzkonten oder zu den Konten der Gewinn- und Verlustrechnung.

Buchungen auf Bilanzkonten

Bei den Bilanzkonten stehen die Vermögenswerte auf der Sollseite. In der Bilanz bilden sie die Aktiva. Hier finden sich beispielsweise Anlagevermögen, Lagerbestände und Forderungen. Erhöht sich das Vermögen, wird das entsprechende Konto im Soll angesprochen. Verringert sich das Vermögen, wird der Betrag im Haben gebucht. Eine Buchung kann somit auch ausschließlich innerhalb der Aktivkonten erfolgen. Beim Kauf einer Maschine unter Barzahlung aus dem Guthaben der Kasse für 2.380 Euro brutto muss ein Buchhalter folgenden Buchungssatz bilden: Per Anlagevermögen Maschinen 2.000 Euro und Vorsteuer 380 Euro an Kasse 2.380 Euro. Das Anlagevermögen erhöht sich um 2.000 Euro und das Vorsteuerguthaben um 380 Euro. Das Barguthaben sinkt um 2.380 Euro.

Die Finanzierungsquellen stehen auf der Habenseite. Sie bilden in der Bilanz die Passiva. Hier sind Eigenkapital, Vorjahresgewinn und aktueller Gewinn sowie die kurzfristigen und langfristigen Verbindlichkeiten aufgelistet. Wenn sich die Verbindlichkeiten oder aber der Gewinn erhöhen, wird das Konto auf der Habenseite angesprochen. Wenn sie sich verringern, wird die Sollseite verwendet. Beim Kauf einer Maschine für 23.800 Euro brutto mit einem langfristigen Kredit, muss man folgende Buchungssätze bilden: 1.) Per Anlagevermögen Maschinen 20.000 Euro und Vorsteuerguthaben 3.800 Euro an Lieferantenverbindlichkeiten 23.800 Euro. 2) Per Lieferantenverbindlichkeiten 23.800 Euro an Kontokorrentguthaben 3.800 Euro und an Bankdarlehen 20.000 Euro. Das Anlagevermögen und das Vorsteuerguthaben, aber auch die langfristigen Verbindlichkeiten in Form eines Bankdarlehens werden erhöht, während sich das Kontokorrentguthaben verringert.

Buchungen auf Konten der Gewinn- und Verlustrechnung

In der Gewinn- und Verlustrechnung stehen die Aufwendungen auf der Sollseite. Hier finden sich Materialkosten und Wareneinkauf, Personalkosten, Abschreibungen, Betriebskosten und Steueraufwendungen. Erhöhen sich die Aufwendungen durch Einkauf, Lohn- und Gehaltsabrechnung oder Steuerzahlungen, finden sich die entsprechenden Beträge auf der Sollseite. Verringert sich der Aufwand durch Rabatte oder Steuererstattungen, wird die Habenseite angesprochen. Für die Zahlung der Gewerbesteuer in Höhe von 1.500 Euro muss man also folgenden Buchungssatz bilden: Per Gewerbesteuer an Kontokorrentguthaben 1.500 Euro. Der Steueraufwand erhöht sich und das Kontokorrentguthaben verringert sich.

Entsprechend finden sich die Erträge auf der Habenseite. Hier finden sich vor allem die Verkaufserlöse. Erhöhen sich die Verkaufserlöse, werden die Ertragskonten auf der Habenseite angesprochen. Müssen die Erträge beispielsweise durch Rabatte oder Retouren nach unten korrigiert werden, erfolgt die Buchung auf der Sollseite. Für einen Barverkauf in Höhe von 1.190 Euro brutto muss man also folgenden Buchungssatz bilden: Per Kasse 1.190 Euro an Verkaufserlöse 1.000 Euro und Umsatzsteuerverbindlichkeiten 1.190 Euro.

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