Buchhaltung

Gründungszuschüsse richtig buchen

24. August 2012

Gründerzuschuss richtig buchenZuschüsse bedeuten ein geschenktes Geld für den Empfänger und bilden den dritten wichtigen Pfeiler der umfassenden Unterstützung durch die Bundesregierung. Es gibt sehr viele verschiedenen Arten von Zuschüssen, um Ideen und Pläne für Gründung, Bildung, Ansiedlung oder Wachstum in zahlreichen Gebieten zu fördern. Dabei sind die Fördervoraussetzungen und Antragsverfahren sehr unterschiedlich. Dies liegt vor allem daran, dass die Projekte von verschiedenen Stellen und in unterschiedlichen Regionen vergeben werden.

Als ein wichtiger Faktor der Arbeitsmarktpolitik gibt es Unterstützung für Gründungen aus der Arbeitslosigkeit. Heutzutage sogenannte Gründungszuschüsse, die noch vor einigen Jahren die Ich-AG hießen, sind besonders wichtig für den Einstieg und bieten eine sehr große Hilfe für die ersten sechs Monate.

Gründungszuschüsse des Arbeitsamts

Die Gründungszuschüsse unterstützen die „neue Ideen“ als Wege aus der Arbeitslosigkeit. Die erste und wichtigste Voraussetzung ist, vor Beantragung keine Arbeit zu haben und als arbeitslos registriert zu sein. Ein Zeitabschnitt spielt dabei überhaupt keine Rolle – sogar nur ein einziger Tag in Arbeitslosigkeit ist genügend, um diese Leistung sinnvoll nutzen zu dürfen. Sehr wichtig ist allerdings, dass die antragstellende Person noch wenigstens 150 Tage Anspruch auf Arbeitslosenhilfe hat.

Die Beantragung der Gründungszuschüsse wird normalerweise durch ein Gespräch mit dem Arbeitsbeamten des zuständigen Arbeitsamtes eingeleitet, welchem der Antragsteller das Konzept und die Pläne der Selbstständigkeit kurz beschreibt. Hierbei muss er einen genauen Finanzplan verfassen und ihn von einer dritten Instanz wie z. B. der IHK, dem Steuerberater, etc. einschätzen lassen. Dieser wird dann im Anschluss beim Arbeitsbeamten eingereicht. Wenn alles erfolgreich beendet wird, bekommt der Antragsteller über die Dauer von sechs Monaten die Gründungszuschüsse –ALG 1-Geld plus 300 Euro. Der Betrag von 300 Euro ist selbstverständlich steuerfrei und wird im Gegenteil zum ALG nicht auf die Steuerprogression einkalkuliert.

Aufwand, Bürokratie…

Besonders bei Gründungszuschüssen ist der bürokratische Aufwand ziemlich groß. Es kommt oft vor, dass man sich lange Zeit mit einem Antrag sprichwörtlich herumschlägt, bis dieser angenommen wird. Hier müssen Sie selbst einschätzen können, wie dringlich Sie ihn behandeln wollen oder ob dies zeitlich doch nicht übermäßig eilig ist. Als Grundregel lässt sich sagen- je höher die beantragte Summe ist, desto mehr Mühe und Zeit wird es kosten und desto mehr Personen werden am Entscheid beteiligt sein. Fast immer wird gerade bei höheren Gründungszuschüssen verlangt, dass diverse unterschiedliche und neutrale Stellen das Projekt bewerten sollen. Es gibt jedoch auch die Alternative, eine Genehmigung zum vorzeitigen Beginn des Projekts anzustreben, auch wenn der Antrag bis dato noch nicht zugelassen wurde. So lässt sich bereits frühzeitig mit dem Geld disponieren und der Anspruch auf die Gründungszuschüsse verlieren sich ebenfalls nicht.

Eine gute Nachricht: Zur Erleichterung zukünftiger Gründungen werden nicht mehr die Fördermaßnahmen, die eine Hauptrolle spielen, sondern gute Rahmenbedingungen notwendig. Trotz vieler Beschwerden im Internet, z. B. von Gründer darüber, dass die für sie  benötigten Erlaubnisse noch immer an viele Stellen hängen bleiben, gibt es doch Verbesserungen zu verzeichnen. Die IHK-Gruppe entscheidet sich beispielsweise für einen Service aus einer Hand: von Erstauskunft über Schulung und Businessplan-Überprüfung bis zur Gewerberegistrierung.

Was man über die Buchungen wissen muss

Hier kommt gleich die gute Nachricht: Gründungszuschüsse sind nach Paragraf 3 Nr. 2 Einkommensteuergesetz völlig steuerfrei, erhöhen den Gewinn des Unternehmens also nicht. In der Regel kommt es allerdings sehr oft vor, dass die Antragsteller sich die Gründungszuschüsse vom zuständigen Arbeitsamt auf ihr geschäftliches Bankkonto überweisen lassen. In einem solchen Fall muss so gebucht werden, dass der Umsatz nicht erhöht wird. Folgende Buchung ist in diesem Fall perfekt: Bank an Privatkonto.

WICHTIG: Der Freibrief-Bescheid bei der Einkommensteuererklärung zählt jedoch nicht beim Bezug von Elterngeld. Erhält ein Initiator Elterngeld und daneben Gründungszuschüsse, so werden diese Zuschüsse auf das Elterngeld einkalkuliert (SG Hamburg, Beschluss v. 18.2.2011, Art. S 38 EG 1/06 ER). Zum Beispiel: Ein Vater erhielt monatlich 1300 Euro Elterngeld und einen Zuschuss von 1350 Euro. Das Ergebnis: Wegen dieser Unterstützung erhielt der Vater nur noch den Betrag von 250 Euro für das Elterngeld.

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