Buchhaltung

Gliederung und Bewertung von Verbindlichkeiten

26. März 2013

Gliederung von VerbindlichkeitenEine korrekte Buchführung stellt immer die Grundlage einer vernünftigen Geschäftsführung dar. Die Buchführung umfasst alle Geschäftsvorgänge, die in einem Unternehmen vorkommen. Basis sind dabei immer die im Laufe eines Geschäftsjahrs angefallenen Belege. Die Buchführung ist eine wichtige Informationsquelle für den Unternehmer, um sich beispielsweise über die vorhandenen Verbindlichkeiten zu informieren. Zum Ende des Jahres wird dann auf Basis der Buchführung eine Schlussbilanz erstellt.

Verbindlichkeiten in der Bilanz

Die Bilanz ist ein eigener Teil des Jahresabschlusses und sie wird immer zu einem bestimmten Stichtag, d. h., am sogenannten Bilanzstichtag erstellt. Des Weiteren wird die Bilanz häufig auch als Zwischenabschluss oder aber zur Stichtagsanalyse genutzt. Die Bilanz gibt dem Betrachter eine genaue Auskunft darüber, woher das Kapital eines Unternehmens stammt und wie es verwendet wird. Dabei wird das vorhandene Vermögen auf der Aktivseite den Schulden auf der Passivseite gegenübergestellt. Die Verbindlichkeiten befinden sich demzufolge auf der Passivseite der Bilanz. Gemeinsam mit der Gewinn-und-Verlust-Rechnung eines Unternehmens lässt sich die wirtschaftliche Lage eines Unternehmens sehr genau beurteilen.

Verbindlichkeiten auf der Passivseite der Bilanz

Die Passivseite der Bilanz wird auch als Passiva bezeichnet und enthält die Schulden sowie die Mittelherkunft eines Unternehmens. Wie die Gliederung erfolgen muss, ist im § 266 des Handelsgesetzbuch (HGB) eindeutig geregelt. So befinden sich auf der Passivseite die Positionen:

A. das Eigenkapital

B. die Rückstellungen

C. die Verbindlichkeiten

D. die Rechnungsabgrenzungsposten

E. die passiv latenten Steuern

Aufgrund der einheitlichen Gliederung lassen sich die Bilanzen verschiedener Unternehmen auch in Bezug auf die vorhandenen Verbindlichkeiten sehr genau miteinander vergleichen.

Die Verbindlichkeiten unter Punkt C. der Passiva

Im Punkt C. de Passivseite werden alle Verbindlichkeiten des Unternehmens zusammengefasst. Unter Verbindlichkeiten werden alle Verpflichtungen verstanden, die das betreffende Unternehmen eingegangen ist. Da Verbindlichkeiten auf unterschiedliche Art und Weise entstehen können, sieht das Handelsgesetzbuch für die Darstellung eine feste Untergliederung vor.

Unter Punkt 1 werden die Anleihen des Unternehmens aufgeführt, wozu auch die konvertiblen gehören. Als Nächstes folgen die Verbindlichkeiten, die gegenüber Kreditinstituten bestehen. Im Punkt 3 werden die Anzahlungen aufgeführt, die das Unternehmen aufgrund von eingegangenen Bestellungen erhalten hat. Wichtig ist auch der Punkt 4, der alle aus Lieferungen und Leistungen entstandene Verbindlichkeiten enthält. Punkt 5 enthält dann die Verbindlichkeiten aufgrund von Wechseln. Dies sind sowohl die aus der jeweiligen Annahme gezogenen Wechsel sowie auch die selbst ausgestellten Wechsel. Im nächsten Punkt folgen die Verbindlichkeiten gegenüber den verbundenen Unternehmen und anschließend solche gegenüber Unternehmen, für die ein Beteiligungsverhältnis besteht. Den Abschluss bildete dann Punkt 8 mit den sonstigen Verbindlichkeiten.

Weitere Pflichten betreffs der Verbindlichkeiten

Für Kapitalgesellschaften gelten betreffs der Verbindlichkeiten noch einige weitere Verpflichtungen. Diese sind im § 268 des Handelsgesetzbuchs aufgeführt. Hier ist insbesondere die Verpflichtung zu nennen, dass Verbindlichkeiten nach ihrer Restlaufzeit ausgewiesen werden müssen. Hierbei werden alle Verbindlichkeiten die eine Restlaufzeit von weniger als einem Jahr besitzen in einem Posten zusammengefasst. Des Weiteren werden auch die Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von mehr als 5 Jahren zusammengefasst. Verbindlichkeiten, die durch Pfandrechte oder anderweitige Rechte gesichert sind, müssen ebenfalls separat ausgewiesen werden. Weitere Regelungen zu Verbindlichkeiten finden sich im § 253 HGB. Dieser besagt beispielsweise, dass Verbindlichkeiten immer mit ihrem Rückzahlungsbetrag angesetzt werden müssen. Dazu müssen in der Bilanz auch die sogenannten Eventualverbindlichkeiten aufgeführt werden. Dabei handelt es sich Verbindlichkeiten, die aus Haftungsverhältnissen und sonstigen finanziellen Verpflichtungen bestehen.

Die Bewertung von Verbindlichkeiten

Verbindlichkeiten bedeuten immer eine Verpflichtung gegenüber Dritten. Aus diesem Grund müssen die Verbindlichkeiten auch lückenlos in der Bilanz ausgewiesen werden. Um die vorhandenen Verbindlichkeiten in der Bilanz korrekt auszuweisen, müssen diese am Bilanzstichtag vollständig vorliegen und auch die Restlaufzeit sowie die Fälligkeiten müssen bekannt sein. Angegeben werden die Verbindlichkeiten immer mit dem kompletten Rückzahlungsbetrag. Das ist immer der Betrag, der zur kompletten Tilgung der Verbindlichkeiten benötigt wird. In den meisten Fällen stimmt dieser mit dem Betrag überein, zu dem die Verbindlichkeiten auch eingegangen sind. Es kann jedoch während der Laufzeit auch zu Veränderungen betreffs der Höhe der Verbindlichkeiten kommen. Dies ist insbesondere bei Valutaverbindlichkeiten häufig der Fall. Hierbei müssen Unternehmen immer das Höchstwertprinzip anwenden. Zum Schutz von Gläubigern müssen Verbindlichkeiten immer vorsichtig bewertet werden insbesondere dann, wenn es mehrere Bewertungsmöglichkeiten gibt. Ein sinkender Rückzahlungsbetrag wird generell nicht bilanziert, da dieser gegen das Realisationsprinzip verstößt.

Weiterhin ist bei den Verbindlichkeiten auch ein mögliches Disagio zu berücksichtigen. Eine solche Differenz zwischen dem Rückzahlungs- und Ausgabebetrag wird stets als aktiver Rechnungsabgrenzungsposten ausgewiesen. Eine Aktivierung darf jedoch nur in dem Jahr vorgenommen werden, in dem die Verbindlichkeiten entstanden sind. Zu einem späteren Zeitpunkt ist dies nicht mehr erlaubt.

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