Buchhaltung

Der Anlagenspiegel – wichtiges Instrument der Buchführung

7. September 2012

Der AnlagenspiegelJedes Unternehmen verfügt in der Regel über ein sogenanntes Anlagevermögen. Hierin verzeichnet sind alle Vermögensgegenstände, die zur Entwicklung und zum Fortbestehen des Unternehmens nötig sind und entsprechend hier auch eingesetzt werden. Zum Anlagenspiegel gehören beispielsweise diverse Großgeräte, Computer, Maschinen, Immobilien oder auch Fahrzeuge.

Einige Positionen des Anlagevermögens verlieren mit der Zeit ihren Wert, beispielsweise weil sich Geräte abnutzen oder sich die Preislage verändert und andere Anlagegüter wiederum nehmen in ihrem Wert zu, z. B. weil ein Gebäude renoviert wurde oder alte Teile in einer Maschine durch neue ersetzt wurden. Alle diese Veränderungen werden im Anlagenspiegel berücksichtigt und geschildert.

Was sollte man über den Anlagenspiegel wissen?

Der Anlagenspiegel ist ein sehr wichtiger und pflichtiger Teil der Konzernabschlüsse nach HGB (vgl. § 298 Abs. 1 Satz 1 HGB i.V.m.) § 268 Abs. 2 HGB wie nach IFRS (vgl. IAS 16.73 (e) und IAS 38.118 (e)). In diesem muss die Entwicklungsperiode der einzelnen Gegenstände des Anlagevermögens ursachenbezogen geschildert werden. Das HGB besagt, dass der Anlagenspiegel nach der Bruttomethode auszustellen ist, was soviel bedeutet, dass auf der einen Seite die gesamten (historischen) Erwerbungs- oder Produktionskosten und auf der anderen Seite die entsprechenden Abschreibungen der noch in der Firma verwendeten Gegenstände, ausgehend von dem Ausmaß zu Beginn des Kalenderjahres, geschildert werden.

Die in der Bilanz dargestellten Werte ergeben sich, indem die im Anlagenspiegel geschilderten Erwerbungs- oder Produktionskosten mit den darauf entfallenden und entsprechenden Abschreibungen terminbezogen miteinander verglichen werden. Da der Unternehmensabschluss durch Stabilisierung der Einzelabschlüsse, der in den Stabilisierungskreis einbezogenen Betrieben (Mutterunternehmen und Tochterunternehmen) fertiggemacht wird, sind zunächst nur die Anlagenspiegel der Einzelabschlüsse dieser Firma vorhanden. Genauso wie die Firmenbilanz, die Unternehmen-GuV und ggf. auch die Finanzflussrechnung zum Unternehmensabschluss ist auch der Anlagenspiegel zum Unternehmensabschluss im Wege der Stabilisierung zu erstellen. Was bedeutet, dass zuerst eine Abstimmung der Anlagenspiegel mit den Einzelabschlüssen unbedingt notwendig ist, wenn sog. Warenverkehrsbilanzen II ausgestellt werden.

Werden wegen des Kaufs eines Tochterunternehmens stille Ersparnisse und Belastungen aufgedeckt, so führt auch dies zu den Abstimmungen. Zum Schluss werden die auf diese Weise abgestimmten Anlagenspiegel, je nach Position, zu einem Quote-Anlagenspiegel hinzugefügt und stabilisiert. Alle Abstimmungen sind in den Folgejahren nicht nur in der Firmenbilanz, sondern auch hier zu berücksichtigen.

Aufbau und Darstellung des Anlagenspiegels

Der Anlagespiegel ist also, wie schon oben erwähnt, eine Zusammenfassung, die die Entwicklung des Vermögens eines Unternehmens über mehrere Jahre hinweg schildert. Die Erstellung basiert auf dem Handelsgesetzbuch (HGB) und ist im Paragraf 268 geregelt. Es ist zu erkennen, dass „die Entwicklung der Posten des Anlagevermögens“ darzustellen ist.

Die im HGB vorgegebene Darstellung des Anlagenspiegels sieht Folgendes vor: die gesamten Erwerbungs- oder Produktionskosten, des Weiteren die Gewinne, Verluste, Buchungen und die Zuschreibungen des jeweiligen Unternehmens.

Ergänzt wird diese Darstellung zumeist mit den Informationen zu den Abschreibungen des jeweiligen Jahres sowie dem Vermögen des Vorjahres und dem Vermögen des aktuellen Jahres nach der Abschreibung. Die Abschreibung selbst kann, wie im HGB geregelt ist, ebenfalls alternativ in der Bilanz unter dem bestimmten Bilanzposten nachgewiesen werden oder aber im Nachtrag in einer dem Anlagenspiegel entsprechenden Aufteilung geschildert werden. Diese Darstellung ist jedoch ausschließlich von Kapitalunternehmen (Gesellschaften) zu erstellen. Personen- und Einzelunternehmen sind von dieser Maßnahme ausgeschlossen, genauso wie kleine Kapitalgesellschaften, laut Paragraf 274a Nr.1 HGB. Der Anlagenspiegel, manchmal auch als Anlagengitter bezeichnet, schildert, zusätzlich zur Umsatz-Verlustrechnung und der Bilanz, auch eine weitere Informationsquelle: die Kapitalflussrechnung.

Dank des Anlagegitters ist es für Finanzanalysten, neutralen Instanzen, Finanzämter, Banken und auch für die Firma selber machbar, eine Kontrolle über die Entwicklung des Anlagevermögens zu bekommen. Da Rückschlüsse auf Alter, Qualität und Zustand von Geräten gezogen werden können, kann diese Zusammenfassung somit auch als Entscheidungsfundament für zukünftige Kapitalanlage dienen.

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