Buchhaltung

Buchhaltung verstehen – für wen ist das wichtig?

25. November 2013

Buchhaltung verstehen

Die Bedeutung der Buchhaltung

Die Buchhaltung ist für viele Existenzgründer und Selbständige ein Wirrwarr von Buchungsvorschriften und Steuerrichtlinien und wird daher oft recht stiefmütterlich behandelt. Nach der Erfüllung von Kundenaufträgen, nach der Auslieferung der Produkte, nach Kundenakquise und Wareneinkauf wird dann in den letzten Minuten des Arbeitstages noch schnell die Buchhaltung erledigt. Welche Bedeutung die Buchführung für ein Unternehmen hat, wird so leicht unterschätzt.

Die Ziele und Funktionen der Buchführung

Ordnungsgemäß geführte Bücher eines Unternehmens bieten:

  • regelmäßige Auswertungen, die die wirtschaftliche Leitung und Steuerung des Betriebes erleichtern
  • die Grundlage für die Gewinnermittlung und Versteuerung des Unternehmens
  • das Zahlenwerk für die Einschätzung der Finanzkraft und der Ertragsstärke des Unternehmens als Entscheidungsgrundlage für Gläubiger und Kreditgeber

Kennzahlen als Ergebnis der Buchführung

In der Buchhaltung werden alle kaufmännischen Geschäftsvorfälle auf die entsprechenden Konten gebucht. Damit werden alle Vermögensbewegungen nach bestimmten Kriterien kategorisiert. Eine vollständige Buchführung bietet einen exzellenten Überblick über alle Einnahmen und Ausgaben, über Vermögens- und Schuldenstand. Das erlaubt wiederum eine Planung für die Zukunft. Erfahrene Buchhalter oder externe Steuerfachleute ermitteln aus dem Zahlenwerk Kennzahlen, mit denen die Entwicklung eines Unternehmens eingeschätzt werden kann und ein Vergleich verschiedener Unternehmen innerhalb einer Branche möglich wird. So setzen Hausbanken und Finanzierungsinstitute diese Kennzahlen gern ein, um das Rating des Betriebs zu erstellen.

Buchführung als Voraussetzung eines effektiven Controllings

Innerhalb eines Unternehmens gibt es sehr viele Abteilungen, die die Ergebnisse der Buchführung verwenden. Durch den Einsatz hochmoderner Buchhaltungssoftware oder Warenwirtschaftssysteme ist es heutzutage möglich, monatliche Auswertungen zu erstellen. Diese sogenannten Betriebswirtschaftlichen Auswertungen (BWA) verzeichnen alle Einnahmen und Ausgaben und weisen die Gewinn- und Verlustrechnung monatlich sowie kumuliert aus. Damit bieten sie sehr gute Voraussetzungen, mögliche betriebliche Probleme schnell zu erkennen und sofort entsprechende Maßnahmen zu ergreifen. Durch den ständigen Überblick über den Jahresgewinn oder -verlust sind Inhaber, Geschäftsführer oder auch Gesellschafter eines Unternehmens stets über die geschäftliche Entwicklung informiert. Ermittelte Kennzahlen zur Liquidität des Betriebs erlauben eine Vorausschau für die kommende Zeit und lassen frühzeitig erkennen, wenn zusätzlicher Geldbedarf entstehen sollte. Aus der laufenden Buchführung wird auch der Jahresabschluss des Betriebes möglich. Damit ist die Buchhaltung die Voraussetzung für die komplette Aufstellung aller Vermögenswerte sowie der Gewinn- und Verlustrechnung eines Geschäftsjahres.

Buchführung für das Finanzamt

Sowohl auf den Umsatz als auch auf den Gewinn eines Betriebs werden in Deutschland Steuern erhoben – Unternehmen müssen Umsatzsteuer, Gewerbesteuer, Körperschaftssteuer und die Einkommenssteuer an das Finanzamt abführen. Daher haben das zuständige Finanzamt und die Kommunen ein großes Interesse an einer ordnungsgemäßen Buchführung. In Deutschland gibt es eine sehr umfangreiche Steuergesetzgebung, die die einzelnen Sachverhalte regelt und die Buchhaltung damit in ein enges Korsett an Gesetzen, Richtlinien und Verordnungen presst. Fehlerhafte Buchführung kann zu einer zu geringeren Steuerbelastung der Unternehmen führen und wird entsprechend von den Finanzbehörden verfolgt und geahndet.

Auch für Gläubiger und Banken ist die Buchführung wichtig

Gemeinsame Geschäfte erfordern Vertrauen in die Partner. Eine Lieferung von Waren auf Ziel, das Anfertigen hochwertiger Produkte ohne Anzahlung und die Vergabe von Krediten wird heute als Selbstverständlichkeit angesehen. Dabei ist das Risiko Geld zu verlieren nach wie vor groß. Viele Banken und Kreditgeber verlangen daher Sicherheiten, bevor Kreditverträge unterschrieben werden. Regelmäßig müssen Unternehmen ihre Jahresabschlüsse einreichen, um den Banken ein ausführliches Rating zu ermöglichen. Lieferanten lassen sich kostenintensive Aufträge durch eine Bürgschaft absichern. Durch die für viele Unternehmen vorgeschriebene Veröffentlichung des Abschlusses ist es auch Geschäftspartnern möglich, sich über Geschäftszahlen möglicher Partner zu informieren. Das Leihen von Geld, ob als Darlehen oder als Lieferantenkredit, ist immer von der Bonität des Unternehmens abhängig. Diese lässt sich anhand der Buchführungs-Daten leicht ermitteln.

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