Buchhaltung

Buchführung für Existenzgründer und Jungunternehmer

9. März 2011

Doppelte oder einfache Buchführung als Informationspflicht

Viele Fachleute behaupten, nur wer seine Buchführung im Griff hat, kann auch ein erfolgreiches Unternehmen führen. Eine nicht ordnungsgemäß geführte Buchhaltung ist in diesem Sinne vielfach auch maßgeblich für ein schlecht laufendes Geschäft. Denn fehlt der Überblick über die Finanzen, sind auch Investitionen nicht kalkulierbar.

Existenzgründer und Kleinunternehmer

Grundsätzlich dient eine ordentliche Buchführung dazu, die Ertragslage sowie die tatsächliche finanzielle Situation des Unternehmens zu beleuchten – und zwar für große Unternehmen und Kleingewerbe gleichermaßen. Die Aufgaben der Buchführung umfassen viele Bereiche des unternehmerischen Handels. Sie liefert…

Informationen über die geschäftliche Entwicklung, verdeutlicht in Zahlen das Eigenkapital und das Fremdkapital, die Aufwendungen und auch die Erträge sowie die einzelnen Geschäftsfälle und Buchungen. Des Weiteren liefert sie die Bemessungsgrundlage für die steuerliche Einstufung und die Steuererklärungen an sich und ist für viele Banken und Kreditinstitute ein gutes Instrument, wenn es um die Einschätzung betrieblichen Finanzen und Investitionspotenziale geht. Innerbetrieblich wird die Buchführung auch für das sogenannte Controlling genutzt, dh. zur Überwachung und Kontrolle der Wirtschaftlichkeit.

Welche Buchführung für Existenzgründer?

Die Buchführung ist immer an gewisse Regeln und Pflichten gebunden. Wer in welcher Form buchhaltungspflichtig ist, ist abhängig vom Unternehmen selbst und vom zu erwartenden Umsatz. Agiert ein Existenzgründer nur unter dem Status Kleingewerbetreibender, so gelten hier andere Vorschriften als beispielsweise bei einem Unternehmen, welches gleich im großen Rahmen startet. Hier ist ebenfalls die Unternehmensform ausschlaggebend: Sogenannte Kaufleute sind grundsätzlich verpflichtet, eine Buchhaltung zu führen. Ob diese nun aber in einfacher oder doppelter Form zu erstellen ist, dafür sind wiederum die Umsatzzahlen verantwortlich. Im ersteren Fall würde hier eine einfache Einnahmen-Überschuss-Rechnung genügen, im zweiten Fall müsste explizit eine Gewinn-und-Verlust-Rechnung (GuV) sowie eine Bilanz erstellt werden –die hier noch mal unterschieden werden muss in Handelsbilanz und Steuerbilanz.

Buchführung für Kaufleute

Wer ein selbstständiges Handelsunternehmen betreibt, der gilt juristisch als Kaufmann und hat entsprechend eine Buchhaltung zu führen. Hier ist es erforderlich, jährlich einen sogenannten Jahresabschluss, inklusive der Gewinn-und-Verlust-Rechnung (GuV) zu erstellen. Hierzu zählen grundsätzlich alle Kaufleute. Kaufleute sind alle Unternehmer, die ein selbstständiges Handelsgewerbe betreiben, mit Ausnahme von Unternehmen, die aufgrund der Art und des Umfangs ihrer Tätigkeit nicht als ein kaufmännisch eingerichteter Geschäftsbetrieb zu sehen sind. Auch Existenzgründer, die mit einer Kapitalgesellschaft, wie beispielsweise einer GmbH oder einer Aktiengesellschaft, auf den Markt stoßen, unterliegen der Buchführungspflicht und müssen diese in doppelter Form vorlegen. Das Gleiche gilt für alle die, die freiwillig einen Eintrag im Handelsregister beantragen. Auch sie sind mit der Eintragung im Handelsregister zur doppelten Buchführung verpflichtet.

Nicht buchführungspflichtige Existenzgründer

Generell nicht buchhaltungspflichtig sind entsprechend alle Nicht-Kaufleute. Sie müssen weder eine Bilanz noch eine GuV erstellen, sondern hier reicht lediglich die einfache Buchführung –die Einnahmen-Überschuss-Rechnung. Eine Ausnahme gibt es jedoch auch hier: Steigt der jährliche Umsatz über die Höchstgrenze von 50.000 Euro, so greift hier wiederum die Buchhaltungspflicht, dh. der Jahresabschluss, die Bilanz und die GuV müssen erstellt werden.

Einfache Buchführung vs. doppelte Buchführung

Die Unterschiede hinsichtlich der einzelnen Buchführungsarten liegen zum einen im Verwaltungsaufwand. Während bei der einfachen Buchführung separat alle Ausgaben und Einnahmen aufgezeigt werden müssen, hat die doppelte Buchführung der Finanzbuchhaltung (FiBu) mit einer Erstellung von einzelnen Konten zu erfolgen. Jedes dieser Konten muss chronologisch und nachvollziehbar geführt werden und hat am Jahresende entweder über die GuV oder der Bilanz abgeschlossen zu werden. Die entsprechenden Belege müssen kontiert werden, dh. aus ihnen muss hervorgehen, auf welches Konto gebucht wurde. Eine Buchung ohne Belege erlaubt weder die einfache noch die doppelte Buchführung.

Um die einzelnen Belege richtig kontieren zu könnten, gibt es branchenspezifische Kontenpläne. Der Kontenplan ist unterteilt in einzelne Kontenklassen, welche sich beispielsweise nach Aufwendungen und Erträge, Umsätze und Erlöse sowie Eigenkapital und Fremdkapital zu unterscheiden lassen.

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