Buchhaltung Grundlagen

Zu spät abgegebene Umsatzsteuervoranmeldung – was nun?

13. August 2013

UmsatzsteuervoranmeldungUnternehmen, die umsatzsteuerpflichtig arbeiten, sind in regelmäßigen Abständen dazu verpflichtet, der zuständigen Finanzbehörde eine Umsatzsteuervoranmeldung zu übermitteln. Dies hat in Deutschland immer bis zum 10. des folgenden Monats zu geschehen. Wer die Umsatzsteuervoranmeldung vergisst, muss mit steuerstrafrechtlichen Konsequenzen rechnen. Laut Gesetz ist es nämlich so, dass eine zu spät abgegebene Umsatzsteuervoranmeldung oder eine, die Fehler aufweist, den Tatbestand der Steuerhinterziehung erfüllt.

Wann eine Selbstanzeige weiterhelfen kann

Da kein Unternehmer im Verdacht einer Steuerhinterziehung stehen möchte, sollte er rechtzeitig handeln. Wird ihm etwa klar, dass die bereits abgegebene Umsatzsteuervoranmeldung Fehler aufweist, dann muss für deren Korrektur unverzüglich gesorgt werden. Bei größeren Korrekturen kann eine Selbstanzeige weiterhelfen.

Doch nicht nur bei Korrekturen von Umsatzsteuervoranmeldungen ist die Selbstanzeige ein probates Mittel. Genauso sollte der Betroffene vorgehen, wenn er seine Umsatzsteuervoranmeldung nicht bis zum 10. des Folgemonats abgibt.

Die Gesetzeslage früher

Wurde die Umsatzsteuervoranmeldung nachgereicht, beziehungsweise wurden inhaltliche Fehler behoben, dann wurde dieser Vorgang von den Finanzbehörden als Selbstanzeige anerkannt. Es stellte bis vor Kurzem auch kein Problem dar, eine Umsatzsteuervoranmeldung mehrfach zu korrelieren. Unternehmen hatten daher entsprechend auch nicht so viel zu befürchten. Mittlerweile hat sich die Gesetzeslage jedoch drastisch geändert.

Die Gesetzeslage heute

In den vergangenen Jahren fanden umfangreiche Gesetzesreformen statt und daher reicht es inzwischen nicht mehr aus, Änderungen nachträglich zu melden oder die Umsatzsteuervoranmeldung nachzureichen. Die Selbstanzeige ist durch diesen Vorgang nicht mehr automatisch wirksam. Der Unternehmer muss bestimmte Voraussetzungen erfüllen, damit sein Fehlverhalten nicht zu strafrechtlichen Konsequenzen führt. Steuerstraftaten sind wie andere Straftaten auch mit einer gesetzlichen Verjährungsfrist belegt. Seit dem 03.05.2011 wurde das Gesetz beispielsweise dahin gehend geändert, dass alle nicht verjährten Steuerstraftaten aus der Vergangenheit korrigiert worden sind. Sollte es in der Vergangenheit noch Umsatzsteuervoranmeldungen geben, die nicht korrigiert wurden und die Finanzbehörde erhält davon Kenntnis, dann kann der aktuelle Vorgang nicht als Selbstanzeige wirksam werden und auf den Steuerpflichtigen können entsprechend nun auch strafrechtliche Konsequenzen zukommen.

Was es mit dem Vollständigkeitserfordernis auf sich hat

Bei der Umsatzsteuervoranmeldung sollte der Steuerzahler in jedem Fall stets sehr gewissenhaft vorgehen. Die tatsächlichen Umsätze sowie die Vorsteuer dürfen weder zu hoch, noch zu niedrig bemessen werden. Dies ist der sachliche Rahmen, welchen der Gesetzgeber für Umsatzsteuervoranmeldungen vorgibt. Zeitlich müssen Korrekturen an der Umsatzsteuervoranmeldung im Zeitraum der strafrechtlichen Verjährungsfrist gemeldet und vorgenommen werden. Unter bestimmten Voraussetzungen können sich die Verjährungsfristen aber auch verlängern. Unternehmern sei empfohlen, sich, befinden sie sich in einer derartigen Situation, von einem Steuerberater unterstützen zu lassen. Dieser kennt die aktuelle Gesetzeslage und hilft dabei, Korrekturen oder zu spät abgegebene Umsatzsteuervoranmeldungen nachzureichen.

Was es bei der Umsatzsteuervoranmeldung alles zu beachten gilt

Im Buchhandel lassen sich zahlreiche Ratgeber und entsprechende Checklisten finden, in welchen übersichtlich erläutert wird, welche Dinge seitens des Steuerpflichtigen Unternehmer beachtet werden müssen, um steuerstrafrechtliche Konsequenzen auszuschließen. Auch der Steuerberater kann darüber natürlich bestens Auskunft geben. Versäumen sollte man jedoch nichts.

Zunächst sollte sich das Unternehmen den Termin für die Abgabe der Umsatzsteuervoranmeldung dick im Kalender markieren und natürlich auch einhalten. Sollte dem Steuerpflichtigen auffallen, dass der Abgabetermin nicht eingehalten werden kann, ist bei der zuständigen Finanzbehörde ein Antrag auf Fristverlängerung zu stellen. Bemüht sich der Unternehmer um eine Fristverlängerung, wird die verspätet abgegebene Umsatzsteuervoranmeldung vom Finanzamt dann auch nicht sofort als Selbstanzeige gewertet. Auch erhöht sich das Risiko, straffrei aus der Angelegenheit herauszukommen.

Nun kann es aber immer auch mal immer passieren, dass sich der Unternehmer zum Abgabezeitpunkt nicht sicher ist, ob die in der Umsatzsteuervoranmeldung gemachten Angaben der Wahrheit entsprechen respektive vollständig sind. Sollte dies so sein, dann sind alle bereits vorhandenen Angaben trotzdem fristgemäß abzugeben. Der unvollständigen Umsatzsteuervoranmeldung ist ein Begleitschreiben beizufügen, in welchem der Sachverhalt zu erklären ist. Es empfiehlt sich, ebenfalls in diesem Begleitschreiben eine Prognose abzugeben, welche steuerpflichtigen Umsätze vom Unternehmer erwartet werden.

Wichtig ist zudem immer, dass sich der Unternehmer mit diesem Anliegen an fachlich kompetente Sachbearbeiter wendet. Hier kann zum einen der Steuerberater weiterhelfen. Dieser ist ohnehin meist in alle Belange und in die Finanzen des Unternehmens involviert. Im günstigsten Fall kann der Steuerberater auch damit beauftragt werden, sich um die fristgemäße Abgabe der Umsatzsteuervoranmeldung zu kümmern. Kommt es dann doch einmal zu einer Verspätung, ist dringend das Gespräch mit der zuständigen Finanzbehörde zu suchen. Nur so lässt sich der Verdacht der Steuerhinterziehung umgehen und strafrechtliche Folgen für den Unternehmer können ausgeschlossen werden.

 

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