Buchhaltung Grundlagen

Werteveränderungen – Aktivtausch oder Passiv-Mehrung?

20. September 2010

Jeder zu buchende Geschäftsfall stellt eine Wertveränderung auf den einzelnen Konten dar, die mehr oder weniger Auswirkung auch auf die Bilanz haben. Doch nicht jede Saldenveränderung beeinflusst die Bilanz im positiven oder auch negativen Sinne. Einige unternehmerische Transaktionen bleiben, bezogen auf das Betriebsergebnis, unbedeutend.

In der Bilanz werden die Vermögensverhältnisse aufgelistet, welche sich zum einen aus dem tatsächlich vorhandenen Vermögen wie auch aus den Schulden errechnen. Die im Laufe des Geschäftsjahres getätigten Buchungen kumulieren sich hier zu Gewinn oder auch zu einem Betriebsergebnis mit roten Zahlen. Einzelne Buchungen sind hier nicht mehr zu erkennen und auch ob sie tatsächliche Auswirkungen auf die Bilanz hatten, ist nun nicht mehr nachzuvollziehen.

Die Wertveränderungen der einzelnen Geschäftsfälle lassen sich vier Kategorien einordnen. Sie haben eine Bilanzverlängerung, eine Bilanzverkürzung oder diesbezüglich gar keine Auswirkung.

Als erste Kategorie ist hier der sogenannte Aktiv-Tausch zu nennen. Buchungen, die einen Aktiv-Tausch zur Folge haben, berühren ausschließlich Konten auf der Aktivseite. Die Soll- und auch die Habenbuchungen betreffen hier beispielsweise das Anlagevermögen oder das Umlaufvermögen. Zwar ändern sich hier mit jeder Buchung mindestens zwei Konten, jedoch haben diese keinen direkten Einfluss auf das Betriebsergebnis.

Der sogenannte Passiv-Tausch steht ebenso für keine direkte Bilanzveränderung, denn hier finden die jeweiligen Buchungen ausschließlich auf der Passivseite statt. Dies kann beispielsweise dann passieren, wenn eine kurzfristige Verbindlichkeit in ein langfristiges Darlehen umgewandelt wird, oder wenn das Eigenkapital aufgrund von Rücklagen erhöht wird.

Bei der Aktiv-Passiv-Mehrung hingegen werden Konten sowohl auf der Aktivseite, wie auch auf der Passiv-Seite angesprochen. Buchungen, die zu einer Aktiv-Passiv-Mehrung führen, ist beispielsweise der Rohstoffeinkauf auf Ziel. Auf der Aktivseite erhöht sich dadurch das Konto Rohstoffe, während auf der Passivseite das Konto kurzfristige Verbindlichkeiten in seiner Gesamtsumme steigt. Explizit stellt hier die Aktivseite die Verwendung des von der Passivseite entnommenen Kapitals dar. Die Bilanz nimmt auf beiden Seiten gleichermaßen zu und die Salden ändern sich entsprechend.

Eine Aktiv-Passiv-Minderung wiederum liegt dann vor, wenn sowohl die Aktivseite, wie auch die Passivseite durch einen bestimmten Geschäftsfall eine Minderung erfährt. Dies ist beispielsweise dann der Fall, wenn für den Rohstoffeinkauf auf Ziel die diesbezügliche Zahlung getätigt wird. Die Verbindlichkeit auf der Passivseite nimmt hier dann ab, während gleichermaßen auf der Aktivseite entweder ein Bankkonto oder auch der Barbestand der Kasse sinkt.

Werteveränderungen aller Art fallen in den Unternehmen in der Regel täglich an, aber erst am Ende des Geschäftsjahres zeigt sich deutlich, welche Auswirkungen diese auch auf die Bilanz haben. Die buchhalterischen Bezeichnungen Bilanzverlängerung und Bilanzverkürzung meinen im eigentlichen Sinne, dass hier von einem schrumpfenden oder auch von einem sich erhöhenden Vermögen die Rede ist.

In keinem Unternehmen wird man jedoch die nötige Zeit haben und sich bei jeder einzelnen Transaktion Gedanken zu machen, um welche Art der Werteveränderung es sich bei der jeweiligen Buchung handelt.
Werteveränderungen passieren und ihre Funktion sollte jedem Buchhalter in der Theorie geläufig sein. Wer hingegen statistische Zwecke verfolgt, der hat die Möglichkeit die Geschäftsfälle dahin gehend zu sortieren, dass im Einzelnen erkennbar ist, wie sich die diesbezügliche Verteilung mit den jeweiligen Buchungssätzen auf die Bilanz auswirkt.

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