Buchhaltung Grundlagen

Welchen Einfluss haben geringwertige Wirtschaftsgüter auf das Betriebsergebnis?

8. April 2013

Geringwertige Wirtschaftsgüter AbschreibungJede kleine oder große Firma und jedes Unternehmen verfügt über mehr oder weniger zahlreiche geringwertige Wirtschaftsgüter. Viele geringwertige Wirtschaftsgüter sind bezogen auf ihre Nutzungsdauer sehr kurzlebig und müssen deswegen mehrfach angeschafft werden. Alle GwGs sind in der Anschaffung günstig, müssen aber, wie alle anderen Wirtschaftsgüter, buchhalterisch erfasst und wertmindernd abgeschrieben werden.

Was sind geringwertige Wirtschaftsgüter?

Geringwertige Wirtschaftsgüter gehören aus betrieblicher Sicht zum unternehmerischen Anlagevermögen und dürfen eine bestimmte Preisgrenze hier nicht überschreiten. Prinzipiell sind alle beweglichen und selbstständig nutzbaren Gegenstände, welche einen Anschaffungspreis von 410,- Euro nicht übersteigen als geringwertige Wirtschaftsgüter zu verbuchen.

Geringwertige Wirtschaftsgüter sind in der Regel Wirtschaftsgüter zur täglichen Aufrechterhaltung der betrieblichen Abläufe. In der Buchhaltung muss ein Unternehmen die einmal gewählte Abschreibungsart für diese Güter im laufenden Jahr immer beibehalten. Es kann also beispielsweise nicht während des Geschäftsjahres auf eine Bildung von Sammelposten gewechselt werden.

Das buchhalterische Verfahren und das Abschreiben

Da die geringwertigen Wirtschaftsgüter zum Anlagevermögen gehören, verändern sie die Betriebsausgaben und den zu versteuernden Gewinn. Alle Güter des Anlagevermögens müssen buchhalterisch und wertmindernd abgeschrieben werden. Der tatsächliche Wert eines Gegenstandes mindert sich im Laufe der Zeit durch Abnutzung oder Verschleiß. Diese Wertminderung muss in der betrieblichen Buchführung aufgenommen werden, um den jeweiligen tatsächlichen Wert ermitteln und kontrollieren zu können. Alle geringwertigen Wirtschaftsgüter verlieren im Vergleich zur Anschaffung zeitlich gesehen an Wert und dies wirkt sich auf den betrieblichen Gewinn aus und muss grundlegend in der Buchhaltung erfasst werden.

Die Arten der geringwertigen Wirtschaftsgüter und deren Abschreibung

Für Gegenstände oder Güter mit einem Anschaffungswert von bis zu 150,- Euro können zwei Arten der buchhalterischen Erfassung angewandt werden. Zum einen können diese Wirtschaftsgüter sofort und komplett als Betriebsausgaben verbucht werden und zum anderen können sie, wie sonst üblich, linear oder degressiv laut AfA-Tabelle abgeschrieben werden. Bewegt sich der Wert des Gegenstandes in einer Preisspanne von 150,- Euro bis 410,- Euro, so hat jedes Unternehmen die Wahl zwischen drei Methoden der Erfassung und der Abschreibung. Zu erst einmal können diese geringwertigen Wirtschaftsgüter auch sofort und komplett als Betriebsausgabe angesetzt und verbucht werden. Des Weiteren besteht die Möglichkeit der linearen oder degressiven Abschreibung. Für Firmen oder Unternehmen, welche häufig kleinere oder preisgünstige Güter anschaffen, bietet sich die Anlegung von Sammelposten an. Hierbei werden mehrere Gegenstände zusammengefasst und gemeinsam und gleichmäßig auf fünf Jahre abgeschrieben. Wirtschaftsgüter, welche preislich zwischen 410,- Euro und 1.000,- Euro liegen, können prinzipiell nicht mehr als geringwertige Wirtschaftsgüter angesehen werden. Jedoch erlaubt der Gesetzgeber hier die gleiche Buchungsweise wie bei den anderen Gegenständen mit einem geringen Anschaffungswert. Dabei dürfen diese Güter grundlegend nur linear oder degressiv oder als Sammelposten über fünf Jahre gleichbleibend abgeschrieben werden.

Die Abschreibungsarten – linear und degressiv

Anhand der AfA-Tabelle kann der Abschreibungssatz für bewegliche Wirtschaftsgüter ermittelt werden. Geringwertige Wirtschaftsgüter sind beweglich und müssen abgeschrieben und buchhalterisch aufgenommen werden. Hierbei kann ein Unternehmen zwischen zwei Arten von Abschreibungsformen wählen. Die gebräuchlichste und einfachste Art dieser Wertminderung ist die lineare Abschreibung. Der Bemessungswert wird auf die Dauer der voraussichtlichen Nutzung aufgeteilt und dieser gleichbleibende Betrag wird in jedem Nutzungsjahr abgeschrieben. Am Nutzungsende liegt der Restwert der geringwertigen Wirtschaftsgüter bei null und die Wirtschaftsgüter sind wertmäßig somit komplett abgeschrieben. Bei der degressiven Abschreibung wird im Jahr der Anschaffung der Abschreibungsbetrag ermittelt und der Minderungsbetrag aus dem Restbuchwert in den folgenden Jahren errechnet. Der Abschreibungswert wird bei dieser Minderungsart in jedem Jahr geringer. Im Gegensatz zur linearen Abschreibung von geringwertigen Wirtschaftsgütern bleibt hier am Nutzungsende ein Restbuchwert bestehen.

Jedes Unternehmen hat die Möglichkeit, die Form der Abschreibung einzelner geringwertiger Wirtschaftsgüter zu ändern. Dies geschieht meist von der degressiven zur linearen Methode, da damit ein Restbuchwert von null erreicht werden kann. Viele Firmen entscheiden sich zu diesem Wechsel sobald der lineare Wert genauso groß oder größer ist als der degressive Abschreibungswert. Dies ist der optimalste Zeitpunkt des Wechsels und ist in vielen Unternehmen üblich geworden.

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