Buchhaltung Grundlagen

Was ändert sich buchhalterisch durch das neue SEPA-Verfahren?

5. August 2013

SEPA ÜberweisungSpätestens Ende Januar 2014 müssen alle Privatpersonen und Unternehmen ihren Zahlungsverkehr auf das sogenannte SEPA-Verfahren umstellen. Eine Umfrage, die kürzlich von der Universität Regensburg durchgeführt wurde, ergab erschreckende Ergebnisse. So haben sich vor allem Unternehmer bislang kaum mit dem neuen SEPA-Verfahren beschäftigt. Ein anderer großer Teil der Befragten hat sich über die Umstellung noch keine Gedanken gemacht. Dies ist alarmierend, weil vor allem Unternehmen im Zuge der Umstellung vieles beachten müssen.

Was es mit dem SEPA-Verfahren auf sich hat

Die Abkürzung SEPA steht für Single Euro Payments Area und bezieht sich auf einen einheitlichen Zahlungsraum für den Euro. Geschaffen wurde das SEPA-Verfahren um Unternehmen und Privatkunden den Zahlungsverkehr über Landesgrenzen hinaus zu vereinfachen. Die Umstellung muss spätestens bis zum 31.01.2014 erfolgen. Ab dem 1. Februar 2014 wird es nicht mehr möglich sein, Lastschriften und Überweisung auf die gewohnte Weise zu erledigen. Zwischen August 2013 und Ende Januar 2014 besteht eine Übergangsphase. Diese sollten Unternehmen laut einiger Experten nutzen, um ihren Zahlungsverkehr auf das einheitliche SEPA-Verfahren umzustellen.

Wer ist von der Umstellung betroffen?

Betroffen von der neuen Verfahrensweise sind alle Unternehmen, Bankinstitute und Behörden, die in ihrem Geschäftsverkehr auf Überweisungen und das Lastschriftverfahren zurückgreifen. Es ist natürlich nicht jeder Unternehmer im gleichen Maße betroffen. Umso umfangreicher die Zahlungsmöglichkeiten in einem Unternehmen jedoch genutzt werden, umso mehr betrifft die Umstellung das jeweilige Unternehmen.

Was ändert sich bei Überweisungen?

Möchten Unternehmen in Zukunft Geld auf ein anderes Bankkonto transferieren, dann dürfen nicht mehr die Kontonummer und die Bankleitzahl eingegeben werden. An diese Stelle treten IBAN und BIC. Bekannt sind diese Größen bereits im Zusammenhang mit einer Überweisung, die ins europäische Ausland geht. Ab Februar 2014 wird es jedoch keine Rolle mehr spielen, ob die Zahlung innerhalb Deutschlands oder in ein anderes Land vollzogen werden soll. Kontonummer und Bankleitzahl gehören schon bald der Vergangenheit an. Unternehmen sehen sich aber nicht nur dem Stress der Umstellung auf das SEPA-Verfahren gegenüber. Für Transaktionen ins europäische Ausland entstehen auch Vorteile. So können die Transaktionen von den Banken schneller bewerkstelligt werden und auch die Kosten werden für den Unternehmer dann deutlich geringer ausfallen.

Was sich bei Lastschriften ändern wird?

Das Lastschriftverfahren, was vor allem in Deutschland häufig genutzt wird, ist dann nicht mehr nur innerhalb Deutschlands möglich. Durch das SEPA-Verfahren können auch grenzüberschreitende Zahlungen via Lastschrift durchgeführt werden. Beim Lastschriftverfahren wird in das SEPA-Basisverfahren und in das SEPA-Firmenverfahren unterschieden. Das Basisverfahren ähnelt der bisherigen Einzugsermächtigung. Der Schuldner ermächtigt den Gläubiger also dazu, das Geld von seinem Konto einzuziehen. Neu sind Bedingungen und Voraussetzungen, die für die Nutzung des Basisverfahrens erfüllt werden müssen. Die Einzugsermächtigung muss vom Schuldner schriftlich erteilt werden. Dazu ist es jetzt aber auch möglich, diese Ermächtigung elektronisch mit einer digitalen Signatur zu übermitteln. Auch Wege der Telekommunikation also die Erteilung der Ermächtigung über Telefon oder E-Mail wird möglich sein. Neu ist auch, dass der Gläubiger dem Schuldner mindestens 14 Tage bevor der Geldeinzug stattfindet, eine Zahlungserinnerung übermitteln muss. Auch zeitlich wird sich etwas ändern. Damit die Geldinstitute die Basislastschriften zeitnah bearbeiten können, müssen die Aufträge den Banken in einer bestimmten Frist vorliegen. Handelt es sich um einen einmaligen Geldeinzug, dann reicht es, wenn der Auftrag fünf Tage vor der Auftragsausführung bei der Bank vorliegt. Handelt es sich hingegen um Basislastschriften, die regelmäßiger durchgeführt werden, sind zwei Tage vor Auftragsausführung vollkommen ausreichend.

Das Internet hilft weiter

Im Internet gibt es viele Anleitungen, die Unternehmen dabei unterstützen können, ihren Zahlungsverkehr auf das SEPA-Verfahren umzustellen. Nicht nur bei den Transaktionen selbst müssen die Neuerungen beachtet werden. Das SEPA-Verfahren wirkt sich auch auf verschiedene Dokumente in einem Unternehmen aus. So müssen alle Dokumente, in denen Zahlungsinformationen über das Unternehmen enthalten sind geändert werden. Dazu zählen Rechnungsvorlagen genauso, wie die allgemeinen Geschäftsbedingungen. Aber auch hier stellt das Internet eine gute Hilfestellung dar. Als Fazit bleibt festzuhalten, dass Unternehmen gut beraten sind, wenn sie die Übergangsphase ab August 2013 nutzen, um den unternehmerischen Zahlungsverkehr mit allem was dazu gehört auf das SEPA-Verfahren umzustellen. Ist die Umstellung erst einmal erfolgt, werden sich Erleichterungen bei den Transaktionen einstellen.

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