Buchhaltung Grundlagen

Verpflegungsmehraufwendungen – Ansprüche prüfen!

26. November 2010

Nicht alle Arbeitnehmer haben das Glück, täglich den gleichen Weg zur Arbeit zurückzulegen, den gleichen Schreibtisch zu nutzen, die immer gleichen Kollegen zu haben. Besonders in der heutigen Zeit ist es oftmals so, dass einzelne Mitarbeiter eines Unternehmens hier keinen festen Arbeitsplatz haben, sondern als sogenannter Springer eingesetzt werden. Dies ist beispielsweise meist dann der Fall, wenn es sich bei dem Unternehmen um einen Betrieb im Bereich IT und Software handelt. Hier übernehmen einzelne Mitarbeiter die Kundenbetreuung gleich vor Ort. Möglich ist jedoch auch, dass Arbeitnehmer je nach Bedarf in Tochterunternehmen untergebracht werden. Und – ein ganz besonders häufig auftretender Fall ist auch der Einsatz von Leiharbeitern. Diese sind in der Regel immer in unterschiedlichen Unternehmen tätig.

Ein daraus entstehender Verpflegungsmehraufwand umfasst hier alle zusätzlichen Spesen und Kosten, manchmal auch Auslöse genannt, die ein Mitarbeiter deswegen zu zahlen hat, weil dieser sich aus…

betrieblichen Gründen außerhalb der eigenen vier Wände oder des Betriebes aufhält und sich aus diesem Grund nicht derart preiswert verpflegen kann, so wie dies zu Hause meist der Fall ist. Alle pauschalen Beträge für die Zahlung von Verpflegungsmehraufwendungen werden oft auch als sogenanntes Tagegeld bezeichnet. Dieser beruflich entstandene Mehraufwand kann unter bestimmten steuerlichen Voraussetzungen als Betriebsausgabe oder auch als Werbungskosten vom Mitarbeiter geltend gemacht werden. Ist dies der Fall, so kann der Arbeitnehmer hier explizit die sogenannten Verpflegungsmehraufwendungen geltend machen. Verpflegungsmehraufwendungen sind immer dann zulässig, wenn nachgewiesen werden kann, dass der Arbeitnehmer keinen festen Arbeitsplatz hat. Die Verpflegungsmehraufwendungen unterliegen festen Regelungen und Beträgen und sind diesbezüglich für alle Mitarbeiter des Unternehmens gültig.

Unternehmen, welche Außendienstler beschäftigen, sollten jedoch ganz besonders darauf achten, ob Verpflegungsmehraufwendungen im jeweiligen Fall denn tatsächlich auch gesetzlich vorgeschrieben sind. Denn in besonderen Fällen kann das Unternehmen hier von Zuzahlungen explizit befreit werden.

Ist der Arbeitnehmer über einen längeren Zeitraum am gleichen Arbeitsplatz tätig, ist es dem Unternehmen erlaubt, hier nur die ersten drei Monate Zahlungen für Verpflegungsmehraufwendungen zu leisten. In diesem Fall geht der Gesetzgeber davon aus, dass es sich bei diesem Außendiensteinsatz um keine regelmäßige Beschäftigung handelt, ein Außendiensteinsatz hier nur für eine kurzfristige Zeit geplant ist.

Anders sieht es, bezogen auf die Verpflegungsmehraufwendungen, bei der Arbeitnehmerüberlassung von Leiharbeitern aus. Wer Leiharbeiter beschäftigt, bietet diesen in der Regel keinen innerbetrieblichen Arbeitsplatz an, sondern vermittelt den Arbeitnehmer immer in andere Unternehmen und Betriebe.
Leiharbeiter haben immer Anspruch auf die Zahlung von Verpflegungsmehraufwendungen. Zu diesem Urteil kam auch der BFH in seinem Bericht vom 17.06.2010 (VI35/08). Aufgrund einer Klage eines Leiharbeiters, der von seinem beschäftigten Unternehmen keinerlei Rückerstattungen für Verpflegungsmehraufwendungen erhielt. Der Arbeitnehmer hatte vergeblich versucht, seine Verpflegungsaufwendungen bei der Unternehmensführung durchzusetzen und hat diese dann bei der Einkommensteuererklärung angesetzt und somit auch hier um Erstattung ersucht.

Auch die zuständigen Finanzbehörden weigerten sich jedoch, die entstandenen Verpflegungsmehraufwendungen entsprechend zu erstatten, sodass dem Arbeitnehmer nun nichts anderes mehr übrig blieb, als vor dem BFH eine entsprechende Klage einzureichen.

Der als Leiharbeiter beschäftigte Mitarbeiter bekam recht und konnte seinen Anspruch auf die Auszahlung von Verpflegungsmehraufwendungen somit explizit darlegen. Eine Erstattung von Verpflegungsmehraufwendungen ist seit dem BFH-Urteil somit für einen Leiharbeiter immer möglich.

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