Buchhaltung Grundlagen

Summen- und Saldenlisten richtig auswerten

14. September 2012

Bei der Summen- und Saldenliste handelt es sich um eine genaue Aufstellung aller im Kontenrahmen aufgeführten Konten, welche im entsprechenden Betrachtungszeitraum Buchungen aufweisen. Umgangssprachlich wird die Summen- und Saldenliste oftmals auch einfach als SuSa bezeichnet. Die Liste gibt dem Betrachter eine genaue Auskunft über Geschäftsumfang, Umsatz, Kosten, Bankbestände, Forderungen usw. Ein genaues Bild über die Ertragslage gibt sich dabei jedoch nicht, da der aktuelle Warenbestand in den Listen nicht aufgeführt wird. Auch andere Punkte wie kalkulatorische Abschreibungen werden in den Summen- und Saldenlisten nur relativ selten aufgeführt.

Wozu wird eine Summen- und Saldenliste benötigt?

Eine Summen- und Saldenliste wird innerhalb der Finanzbuchhaltung für die verschiedensten Anlässe benötigt. Anhand der darin aufgeführten Buchungen lassen sich zum einen betriebswirtschaftlich sinnvolle Aussagen treffen und zum anderen können Summen- und Saldenlisten für eine Vielzahl von Auswertungen genutzt werden. So bildet die Liste unter anderem eine wichtige Grundlage für das innerhalb eines Unternehmens durchgeführte Controlling. Des Weiteren kann die Summen- und Saldenliste auch als Kontennachweis für eine betriebswirtschaftliche Auswertung (BWA) bzw. für die Bilanz, Gewinn-und-Verlust-Rechnung oder die Einnahme/Überschussrechnung genutzt werden. Adressaten einer Summen- und Saldenliste sind Steuerberater, Banken wie auch die Geschäftsführung eines Unternehmens. Es werden dabei jeweils getrennte Summen- und Saldenlisten für Sachkonten, Debitoren und Kreditoren erstellt. Bei Unternehmen, die mit einer Einnahme-Überschussrechnung arbeiten wird, der Gewinn- und Verlust erst nach Zahlungseingang bzw. Ausgang der Zahlung ermittelt. Aus diesem Grunde ist das Führen von Kreditoren und Debitoren hier nicht erforderlich, weshalb ausschließlich Summen- und Saldenlisten für Sachkonten erstellt werden.

Zweck der Summen- und Saldenliste

In früheren Zeiten, in denen Unternehmen noch im amerikanischen bzw. im System der Durchschreibebuchführung gebucht wurde, kam es aufgrund einer fehlerhaften Addition oder der Buchung auf der falschen Kontenseite immer wieder zu Fehlern. Diese Fehler konnten dann mithilfe der Summen- und Saldenliste aufgedeckt werden. Da heutzutage fast immer eine Software zur Buchung eingesetzt wird, sind diese Fehler ausgeschlossen. Eine rechnerische Kontrolle ist somit nicht mehr nötig, weshalb sich die Aufgabe der Summen- und Saldenliste auf die inhaltliche Kontrolle beschränkt. So lässt sich beispielsweise auf einen Blick ersehen, ob der korrekte Buchungsbetrag erfasst bzw. ob auf den richtigen Konten gebucht wurde. Deshalb legen viele Steuerberater oft auch bei Unternehmen die nicht zu einer Bilanzierung verpflichtet sind eine doppelte Buchführung an. Im Gegensatz zu einer Einnahme/Überschussrechnung wird so auch deutlich, wohin das erwirtschaftete Geld geflossen ist.

Der Aufbau einer Summen- und Saldenliste für Sachkonten

Der Aufbau ist im Prinzip bei allen Listen gleich, wogegen sich die verwendeten Begriffe etwas unterscheiden können. In den Spalten 1 und 2 wird die Nummer des Kontos sowie dessen genaue Bezeichnung aufgeführt. Anschließend folgt die Spalte mit den Werten der Eröffnungsbilanz. Hierin werden alle Eröffnungsbilanzwerte zum Jahresbeginn ausgewiesen. Für eine korrekte Eröffnungsbilanz müssen die Spalte Aktiva für die Mittelherkunft und die Spalte Passiva für die Mittelverwendung identische Werte aufweisen. In der nächsten Spalte folgen die Periodenwerte. Hier stehen die Summen für den aktuellen Monat bzw. das aktuelle Quartal. Dabei werden in der Spalte Soll die Abgänge und in der Spalte Haben die Zugänge eingetragen. In der Spalte „Kumulierte Werte“ werden die Werte stehen die Werte von Jahresbeginn bis zum aktuellen Monat. Zum Schluss folgt noch die Spalte „Saldo“, in welcher die Eröffnungsbilanzwerte sowie die kumulierten Werte saldiert dargestellt werden.

Auswertung der Summen- und Saldenliste mittels Software

Wie bereits erwähnt erfolgt die Buchführung in nahezu allen Unternehmen über eine entsprechende Software. Die meisten Programme ermöglichen dabei auch das Ausstellen und Ausdrucken einer Summen- und Saldenliste. Dabei kann der Nutzer individuell festlegen, für welchen Zeitraum eine Summen- und Saldenliste erstellt werden soll. Für die Auswertung der Liste stehen zumeist verschiedene Funktionen zur Verfügung. So kann die Summenbildung beispielsweise für jede Kontenklasse einzeln oder auch je Kontengruppe erfolgen. Weiterhin kann festgelegt werden, ob für alle Konten eine Liste erstellt werden soll oder ob sich diese auf einen bestimmten Nummernkreis beschränken soll. In den meisten Fällen werden in der Summen- und Saldenliste ausschließlich Konten aufgeführt, die auch von einer Buchung betroffen sind. Es besteht jedoch auch die Möglichkeit, die Nullkonten in die Summen- und Saldenliste mit aufzunehmen. Neben der einfachen Auswertung einer Summen- und Saldenliste bietet eine entsprechende Software auch den Vorteil, dass sich mit wenigen Klicks festlegen, lässt ob eine steuerrechtliche oder handelsrechtliche Liste erstellt werden soll.

Eine Antwort auf Summen- und Saldenlisten richtig auswerten

Winnewisser sagt:
16. Oktober 2012 um 19:28

Hallo, ich möchte mich im Gastronomie Bereich selbstständig machen. Dafür bräuchte ich ein Buchhaltungsprogramm der mir Einnahmen+Ausgaben sowie Summen+Saldenlisten und die BWA nach § 3 (3) EStG errechnet. Unter anderen auch zur erstellung von Lohnabrechungen für das Personal. Was können Sie mir da für ein Programm empfehlen der das alles kann, damit ich auch eine Korrekte Buchführung ausführen und eine Korrekte Bilanz erstellen kann. Brauche ich dann trotzdem einen Steuerberater??? Würde mich freuen auf einen Tip von Ihnen und verbleibe.

Mit freundlichen Grüßen

Winnewisser

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