Buchhaltung Grundlagen

Soll und Haben verstehen

15. Oktober 2012

Soll und Haben sind zwei Begriffe, die sowohl in der Buchführung wie auch im privaten Leben Anwendung finden. Ist die Bedeutung von Soll und Haben bei einem Girokonto noch relativ einfach zu verstehen, wird dies, was die Buchhaltung von Unternehmen betrifft, schon um einiges komplizierter. Wer die Bedeutung von Soll und Haben jedoch einmal verstanden hat, kann im Prinzip alle Aufgaben der Buchführung ohne Probleme lösen.

Soll und Haben in der Buchführung

Hinter den Wörtern Soll und Haben verbirgt sich im Prinzip das gesamte Geheimnis der Buchführung. Wer die Bedeutung von Soll und Haben nicht verstanden hat, wird kaum in der Lage sein, eine ordnungsgemäße Buchhaltung zu führen. Um die Begriffe Soll und Haben in der Buchführung richtig einzusetzen, muss man sich zunächst vom Gedanken verabschieden, das Soll etwas mit „sollen“ und Haben etwas mit „haben“ zu tun hat. Gerade bei Anfängern führt dies sehr häufig zu Unsicherheiten und Fehlern. Die Folge ist dann zumeist, dass Buchungssätze komplett falsch gebildet werden.

In der Buchführung bezeichnen Soll und Haben lediglich die beiden Seiten eines Kontos. Die Begriffe klingen nur ähnlich wie die deutschen Verben haben jedoch eine völlig unterschiedliche Bedeutung. Die linke Seite eines Kontos wird immer als Soll und die rechte Seite als Haben bezeichnet. Dabei spielt es keine Rolle, um welche Art von Konto es sich genau handelt. Sowohl bei Bestands- wie auch bei Erfolgskonten bleibt diese Einteilung unverändert bestehen. Deshalb lässt sich nicht eindeutig sagen, dass es sich bei einer Buchung im Soll immer um einen Abgang und bei einer Buchung im Haben immer um einen Zugang handelt.

Buchungssätze mit Soll und Haben bilden

Für die Bildung von Buchungssätzen gilt generell die Regel, dass immer Soll an Haben gebucht werden muss. Dabei müssen bei jeder Buchung mindestens zwei Konten betroffen sein. Auf einem wird im Soll und auf dem anderen im Haben gebucht. Hieraus leitet sich auch der Begriff doppelte Buchführung ab. Bei einem Bareinkauf von Waren sind beispielsweise die Konten „Kasse“ und Wareneingang betroffen. Da der Warenbestand zu und der Kassenbestand abnimmt, lautet der Buchungssatz als „Warenbestand an Kasse“.

Unterscheidungen bei den Konten

In der Buchführung werden Aufwandskonten und Ertragskonten sowie passive und aktive Bestandskonten unterschieden. Daraus ergibt sich, dass eine Zunahme je nach Konto sowohl im Soll wie auch im Haben gebucht werden kann. Aktive Bestandskonten geben das Vermögen eines Unternehmens wieder. Alle Zugänge werden hier im Soll und die Abgänge im Haben gebucht. Dagegen beinhalten passive Bestandskonten die Schulden und Verbindlichkeiten. Hier werden die Zugänge im Haben und die Abgänge im Soll gebucht.

Auf Aufwandskonten werden Minderungen des Eigenkapitals festgehalten. Dies können der Warenverbrauch sowie auch Personalkosten oder Mietaufwendungen sein. Aufwendungen werden generell im Soll gebucht. Auf Ertragskonten dagegen werden Zuflüsse gebucht, welche das Eigenkapital erhöhen. Hier erfolgt die Buchung immer im Haben.

Soll und Haben auf dem Girokonto

Was das Girokonto betrifft, fällt die Unterscheidung zwischen Soll und Haben wesentlich einfach aus. Geht Geld auf dem Konto ein, wird dies im Haben verbucht, und wenn ein Betrag vom Konto abgeht, erfolgt die Verbuchung im Soll. Zugänge sind beispielsweise der Eingang des Lohnes oder die Einreichung eines Schecks. Abgänge entstehen durch Daueraufträge, Lastschriften oder Überweisungen.

Sollte das Konto einen Saldo im Haben aufweisen, so bedeutet dies ein Guthaben für den Kontoinhaber, worüber dieser frei verfügen kann. Für den Fall, dass ein Girokonto einen Saldo im Soll aufweist, ergibt sich daraus ein Anspruch seitens der Bank an den Kunden. Hierfür kann die Bank einen entsprechenden Zinssatz berechnen.

Banken sind verpflichtet, über die Kontobewegungen in regelmäßigen Abständen einen Kontoauszug zu erstellen. Auf diesem werden dann alle Buchungen im Soll und Haben aufgeführt. Kunden haben die Möglichkeit innerhalb von 14 Tagen gegen einzelne Buchungen Einspruch zu erheben, ansonsten gilt der Kontoauszug als anerkannt.

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