Buchhaltung Grundlagen

Soll und Haben in der Gewinn-und-Verlustrechnung

10. August 2012

Die Gewinn-und-Verlustrechnung ist neben der Bilanz einer der wichtigsten Bestandteile des Jahresabschlusses eines Unternehmens. In der Gewinn-und-Verlustrechnung werden die innerhalb eines Geschäftsjahres erzielten Erträge den Aufwendungen gegenübergestellt. Sofern die Erträge überwiegen, hat das betreffende Unternehmen einen Gewinn andernfalls einen Verlust erzielt. Je nach Rechtsform besteht für Unternehmen eine Pflicht zur Aufstellung der Gewinn-und-Verlustrechnung. Dies betrifft beispielsweise alle Kaufleute, das heißt Unternehmer, die ein selbstständiges Handelsgewerbe betreiben. Dazu zählen neben Einzelunternehmen auch Personen- und Kapitalgesellschaften. Für Nichtkaufleute besteht eine Pflicht zur Erstellung der Gewinn-und-Verlustrechnung bei einem Gewinn von mehr als 50.000 bzw. einem Umsatz von mehr als 500.000 Euro.

Das Führen der Gewinn-und-Verlustrechnung

Im Gegensatz zu Bestandskonten haben die Erfolgskonten einen direkten Einfluss auf den Gewinn bzw. Verlust eines Unternehmens. Abgeschlossen werden die Erfolgskonten dabei immer über die Gewinn-und-Verlustrechnung. Dieses Konto wird wiederum über das Konto Eigenkapital abgeschlossen. Die Aufwandskonten erscheinen in der Gewinn-und-Verlustrechnung im Haben, während die Ertragskonten im Soll gebucht werden. Gewinn entsteht immer dann, wenn die Erträge die Aufwendungen übersteigen. In diesem Falle würde Saldo auf der Sollseite der Gewinn-und-Verlustrechnung erscheinen. Umgekehrt, wenn die Aufwendungen höher liegen als die Erträge entsteht ein Verlust und der Saldo erscheint im Haben. Ein Gewinn führt zu einer Mehrung des Eigenkapitals, während ein Verlust dieses reduziert.

Wichtiges zur Gewinn-und-Verlustrechnung

Die Gewinn-und-Verlustrechnung wird immer für die letzte Rechnungsperiode erstellt. In der Regel handelt es sich dabei um das letzte Geschäftsjahr mindestens jedoch um einen Zeitraum von 12 Monaten. Kommt es zu7 Abweichungen von dieser Regel, so müssen diese begründet und dem Leser nach außen hin deutlich gemacht werden. In Deutschland erfolgt die Erstellung der Gewinn-und-Verlustrechnung in Konto- oder Staffelform erfolgen. Bei der Kontoform wird die Gewinn-und-Verlustrechnung als Abschlusskonto verwendet. Die Aufwendungen werden dabei im Soll und die Erträge im Haben gebucht. Bei der Staffelform werden ausgehend vom Umsatz des Vorjahres nacheinander alle Aufwendungen abgezogen und die Erträge hinzugezählt. Entscheidend ist, dass in der Gewinn-und-Verlustrechnung ausschließlich Aufwendungen und Erträge aus demselben Geschäftsjahr berücksichtigt werden dürfen. Es dürfen also nur Umsatzerlöse mit Aufwendungen gegenübergestellt werden, die aus derselben Rechnungsperiode stammen.

Gewinnwirksame Buchungen durchführen

Wie bereits erwähnt haben Buchungen auf Bestandskonten keinen Einfluss auf den Gewinn oder Verlust eines Unternehmens. Dieser wird ausschließlich über die Buchungen auf den Erfolgskonten ermittelt. Hierbei werden Ertrags- und Aufwandskonten unterschieden. Ein Beispiel hierfür wäre das Zahlen der Miete per Banküberweisung. Dabei wird der Aufwand auf dem Konto Miete im Soll und der Abgang des Geldes auf dem Konto Bank im Haben gebucht. Das Konto Miete wird dann als Aufwandskonto über die Gewinn-und-Verlustrechnung abgeschlossen und erscheint dort im Soll.

Abschluss des Kontos Gewinn-und –Verlust

Zunächst müssen alle Erfolgskonten über die Gewinn-und-Verlustrechnung abgeschlossen werden. Sobald dies erledigt ist, erfolgen die Gewinn-und-Verlustrechnung und der Abschluss des Kontos GuV. Das Konto GuV wird immer über das Konto Eigenkapital abgeschlossen. Dabei führt ein Gewinn zu einer Steigerung des Eigenkapitals und ein Verlust verringert dieses. Aus diesem Grunde wird die Gewinn-und-Verlustrechnung oft auch als Unterkonto des Eigenkapitalkontos bezeichnet. Um das Konto GuV abschließen zu können, ist es zunächst erforderlich, den Saldo zu bilden. Bei der Bildung des Saldos sind zwei Fälle möglich. Zum einen können die Aufwendungen im Soll höher sein als die Erträge im Haben und zum anderen können die Erträge im Haben höher sein als die Aufwendungen im Soll. Somit kann also entweder ein Saldo auf der Soll- oder der Habenseite entstehen. Abgeschlossen wird das Konto GuV wie bereits erwähnt über das Konto Eigenkapital. Da es sich hierbei um ein Passivkonto handelt, finden die Mehrung im Haben und die Minderung im Soll statt. Wurde im betreffenden Geschäftsjahr ein Gewinn erwirtschaftet, so muss dieser auf dem Konto Eigenkapital immer im Haben erscheinen. Ein Verlust würde dagegen im Soll gebucht werden. Die Buchung lautet im Falle eines Gewinnes als GuV an Eigenkapital. Als nächsten Schritt müsste dann das Konto Eigenkapital noch über die Schlussbilanz abgeschlossen werden. Hierzu wird auf dem Eigenkapital Konto der Saldo gebildet und entsprechend in die Schlussbilanz übertragen.

 

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