Buchhaltung Grundlagen

Skonto und Rabatte richtig buchen

20. September 2010

Die Gewährung von Skonto oder Rabatten ist in vielen Unternehmen ein gängiges Prozedere. Guten Kunden werden beispielsweise Preisnachlässe gewährt und Schnellzahler werden mit der Möglichkeit zum Skontoabzug belohnt. Ziel ist hierbei meist, eine gute Preispolitik zu betreiben, um die Kunden zum einen auch langfristig an das Unternehmen binden zu können, zum anderen um die flüssigen Mittel aus dem Umlaufvermögen in die Höhe zu treiben oder zumindest auf ein gewisses Level zu halten. Denn nur wenn die Kunden fristgerecht zahlen, kann ein Unternehmen in der Regel in der Geschäfts- und Bankenwelt bestehen. Viele Insolvenzanträge könnten so vermieden werden, wenn die Zahlungsmoral und die Einhaltung der Zahlungstermine für Privat- wie auch für Geschäftskunden eine größere Bedeutung beigemessen würde.

Mit der Gewährung von Skonto, Boni oder auch Rabatten profitieren dem zu Folge Kunde wie auch der Lieferant selbst. Wurde bei der Rechnungsstellung nicht explizit die sofortige Zahlung vereinbart, so hat der Kunde in der Regel ein Zahlungsziel von 30, 60 oder auch 90 Tagen. Auch dies ist eine übliche Vorgehensweise in den Unternehmen, um dem Kunden hier einen sofortigen Kaufanreiz und einen Zahlungskredit nach dem Motto –jetzt kaufen, später zahlen- bieten zu können.

Damit der Kunden jedoch nach Möglichkeit nicht von seinem Zahlungsziel Gebrauch macht, kann man ihm eine Skontoabzugsmöglichkeit anbieten. In der Regel beläuft sich dieser Skontobetrag in den meisten Fällen auf zwischen 1 – 3 Prozent des Rechnungsbetrages. Der Vorteil für den Lieferanten ist in diesem Fall, dass er den Rechnungsbetrag umgehend bezahlt erhält. Selbst wenn der Kunde sich einen Skontobetrag abzieht kann mittels einer Guthabenverzinsung auf dem Bankkonto dieses in der Regel wieder ausgeglichen werden. Für den Kunden bedeutet ein Skontoabzug, dass der Rechnungsendbetrag um meist 1-3 Prozentpunkte reduziert werden kann, jedoch entfallen bei direkter Zahlung hier die Guthabenzinsen auf dem eigenen Bankkonto.
Ein Abwägen ist hier somit vorab angebracht.

Während eine sofort fällige Rechnung beim Verbuchen wenig Aufwand darstellt, sieht es bei einem Skontoabzug hier schon etwas komplizierter aus. Da ein Skontoabzug auch einen Nachlass auf den gesamten Rechnungsbetrag ist, muss sowohl beim Lieferanten wie auch beim Kunden Rechnungsbetrag wie auch Vorsteuer- und Umsatzsteuerbetrag korrigiert werden.

Die Buchungen beim Kunden sehen dann wie folgt aus:

1. Materialaufwandskonto (o.a. Konto) + Vorsteuer an Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
Wird diese Rechnung ohne Abzug gezahlt lautet der Buchungssatz:

2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen an Bank/Kasse
Wird jedoch die Möglichkeit des Skontoabzuges in Anspruch genommen lautet der Buchungssatz wie folgt:

3. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen an Skontoertrag + Vorsteuer + Bank/Kasse
Bei den Jahresabschlussbuchungen ist das Konto Skonto dann direkt über das Materialaufwandskonto abzuschließen.

Die diesbezügliche Buchung lautet hier:

1. Skontoertrag an Materialaufwandskonto

Werden andere Rabatte oder Abzüge in Anspruch genommen, sind entsprechende Rabatt- oder Nachlasskonten anzusprechen.

Die Buchungen des Lieferanten sehen wie folgt aus:

1. Forderungen an Umsatzerlöse + Umsatzsteuer
2. Bank + Skontoaufwand an Forderungen
3. Umsatzsteuer an Skontoaufwand

Zu beachten ist hierbei, dass alle Skonto- und Rabattbeträge vom Brutto-Rechnungsbetrag abgezogen werden müssen. Im Zuge dessen müssen bei den Buchungen der Zahlungseingänge hier auch die Umsatzsteuerbeträge korrigiert werden, da sich bei einer Änderung des Bruttobetrages entsprechend auch der umsatzsteuerpflichtige Nettobetrag ändert.

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