Buchhaltung Grundlagen

Rückstellungen bilden und auflösen

20. August 2010

Jedes Unternehmen hat im Laufe des Jahres eine ganze Reihe Geschäftsfälle getätigt und dementsprechend die einzelnen Buchhaltungskonten be- oder entlastet. Ein gängiges Prozedere, das meist im Sinne der doppelten Buchführung mit dem Kontieren und dem Buchen der Belege erfolgt. Erst am Ende des Geschäftsjahres müssen alle diesbezüglich in Anspruch genommenen Konten abgeschlossen und saldiert werden, um im Anschluss daran als Vermögen oder Verbindlichkeit in die Bilanz eingehen zu können. Die Buchhalter aller großen und kleineren Unternehmen haben nun die Aufgabe, die Abschlussbuchungen vorzunehmen. Zu diesen gehört auch, neben zahlreichen anderen Buchungen, das Bilden von diversen Rückstellungen.

Die meisten Geschäftsfälle sind mit Ende des Geschäftsjahres abgeschlossen. Waren, die Anfang des Jahres eingekauft wurden, sind längst bezahlt und auch für die Lieferungen und verkauften Leistungen sind hier längst alle Zahlungen eingegangen.

Was aber, wenn Bestellungen und Lieferungen von Waren und Dienstleistungen die im Monat Dezember gekauft wurden, im laufenden Geschäftsjahr nicht mehr in Rechnung gestellt werden? In solchen Fällen werden in der Regel Rückstellungen gebildet. Rückstellungen sagen aus, dass zum jeweiligen Bilanzstichtag noch ungewisse Verbindlichkeiten vorhanden sind, die erst im neuen Geschäftsjahr zu begleichen sind. Darüber hinaus setzen sie voraus, dass die Verbindlichkeit in ihrer Höhe und/oder dem Zeitpunkt der Fälligkeit noch nicht feststeht. Auch für drohende Verluste, Steuernachzahlungen oder schwebende und unklare Geschäfte können Rückstellungen gebildet werden.

Rückstellungen gehen als Passivposten in die Bilanz ein und schmälern hier den zu versteuernden Gewinn.Die diesbezüglichen Buchungen erfolgen insofern, dass das jeweilige Aufwandskonto im Soll angesprochen wird und das Konto Rückstellungen im Haben. Ist die Verbindlichkeit, für die die Rückstellung erstellt wurde, mehrwertsteuerpflichtig, so darf diese erst bei Auflösung der Rückstellung gebucht werden.

Ist der Jahresabschluss dann erfolgt und hat das neue Geschäftsjahr begonnen, flattern meist auch die Rechnungen für die im Dezember erbrachten Lieferungen und Leistungen ins Haus. Die hierfür getätigten Rückstellungen müssen nun buchmäßig aufgelöst werden.

Bei der Auflösung von Rückstellungen sind jedoch drei unterschiedliche Fälle zu berücksichtigen. Die Rückstellung für die Verbindlichkeit konnte in der Regel meist nur geschätzt werden. Ist die tatsächliche Verbindlichkeit jedoch höher oder niedriger als die tatsächlich gebuchte Rückstellung, so muss diese Differenz ebenfalls als Aufwand oder Ertrag notiert werden.

Ist die Rückstellung allerdings genau in der Höhe erfolgt wie die tatsächliche Rechnungsstellung im neuen Jahr, wird die Rückstellung ohne weitere Buchungen einfach im Soll aufgelöst. Ist die Verbindlichkeit jedoch größer als die gebildete Rückstellung, so muss die Differenz dem Konto periodenfremde Aufwendungen zugeführt werden. Auch hier werden beide Konten (Rückstellung und periodenfremde Aufwendungen) im Soll bebucht. Ist die gebildete Rückstellung jedoch größer ausgefallen, als die tatsächlich in Rechnung gestellte Verbindlichkeit, so hat auch diese Differenz ordnungsgemäß verbucht zu werden. Hierbei handelt es sich jedoch nicht um einen Aufwand, sondern um einen Ertrag. Die Rückstellung wird somit im Soll erfasst, der Ertrag (die Rückstellungsdifferenz) jedoch im Haben auf das Konto periodenfremde Erträge. Die Gegenbuchungen zur Rückstellung sind meist den Bank- oder Kasse-Konten zuzuschreiben. Ist MwSt. angefallen, so hat auch diese nun ordnungsgemäß verbucht zu werden. Neben der Rückstellung wird diese ebenfalls im Soll gebucht.

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