Buchhaltung Grundlagen

Mehrwertsteuer, Umsatzsteuer, Vorsteuer – was bedeuten sie genau?

13. September 2010

Mehrwertsteuer, Umsatzsteuer, Vorsteuer

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Im täglichen Leben begegnen sie uns häufig – die Mehrwertsteuer, Umsatzsteuer und auch die Vorsteuer. Besonders der Begriff Mehrwertsteuer ist sehr geläufig und hat hier für viele Menschen einen negativen Beigeschmack, denn mit ihr verbindet man Kosten, die die Produkte verteuern und die eng verbunden sind mit Abgaben an das Finanzamt. Entgehen kann man ihr nicht, denn auf fast alle käuflichen Produkte oder Dienstleistungen wird diese aufgeschlagen und muss entsprechend gezahlt werden.

Während der Begriff Mehrwertsteuer (MwSt.) eine übliche Bezeichnung für Privatleute ist, so sind MwSt. sowie Umsatzsteuer und Vorsteuer maßgeblich mit einem Unternehmen in Verbindung zu bringen. Alle Steuerarten haben hier ganz spezielle Einsatzgebiete und…

können somit auch nicht pauschal mit der Bezeichnung Mehrwertsteuer versehen werden.

Schaut man sich jedoch die einzelnen Steuerarten genauer an, dann werden die Unterschiede ganz schnell deutlich.

Mehrwertsteuer

Wer ein Unternehmen führt, Produkte und Dienstleistungen verkaufen will, der ist dazu verpflichtet, seinen Kunden die entsprechende Mehrwertsteuer in Rechnung zu stellen. Abhängig von der jeweils erbrachten Leistung beläuft sich diese in der Regel auf entweder 7 Prozent oder 19 Prozent. Zur Berechnungsbasis dient grundsätzlich der Nettorechnungsbetrag. Die 7-Prozent-Regelung gilt hier beispielsweise für Produkte aus der Kategorie Kunstgegenstände, für Bücher und Zeitschriften, für Nahrungsmittel, für landwirtschaftliche Produkte oder auch für lebende Tiere.

Vorsteuer

Will ein Unternehmen Produkte herstellen und verkaufen, benötigt es in der Regel hierfür spezielle Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe für die Fertigung. Diese müssen bei einzelnen Händlern eingekauft werden, welcher wiederum für sich die Umsatzsteuer erhebt. Für das Unternehmen, welches die Bestellung aufgegeben hat, handelt es sich hierbei jedoch keinesfalls um Mehrwertsteuer oder Umsatzsteuer, sondern hier kommt die Vorsteuer ins Spiel. Der ausgewiesene Umsatzsteuerbetrag der Eingangsrechnung ist (trotz einer auf der Rechnung vermerkten MwSt-Bezeichnung) für das beschaffende Unternehmen als Vorsteuer zu betrachten.

Umsatzsteuer

Die Umsatzsteuer ist im Grunde genommen gleichbedeutend mit der Mehrwertsteuer, im unternehmerischen Tätigkeitsfeld ist die Bezeichnung Umsatzsteuer hierfür jedoch geläufiger. Jedes Unternehmen (mit Ausnahme von Unternehmen, die der Kleinunternehmerregelung und dem §19 UStG unterworfen sind) hat den zuständigen Finanzbehörden eine Umsatzsteuervoranmeldung zu unterbreiten. Hierbei müssen alle Vorsteuerbeträge (MwSt. auf Eingangsrechnungen) und alle Umsatzsteuerbeträge (MwSt. auf Ausgangsrechnungen) gegenübergestellt werden. Liegt ein Vorsteuerüberhang vor, dh., es wurden mehr Produkte oder Dienstleistungen eingekauft, als verkauft wurden, so erhält das Unternehmen eine diesbezügliche Steuererstattung von der Finanzbehörde. Wurden jedoch mehr Güter und Dienstleistungen verkauft, als eingekauft, so liegt hier ein Umsatzsteuerüberhang vor, und die Differenz ist an das Finanzamt zu zahlen. Umsatzsteuervoranmeldungen müssen in der Regel in einem dreimonatigem Rhythmus abgegeben werden; nur in besonderen Fällen (beispielsweise bei Neugründung) hat diese Abgabe monatlich zu erfolgen. Zugrunde gelegt wird hierbei die sogenannte Sollbesteuerung, d. h., die Umsatzsteuer ist unabhängig von den Zahlungseingängen der Kunden zu erstatten. Die diesbezüglichen Meldungen haben bis zum 10. Tag des nachfolgenden Kalendermonats übermittelt zu werden. Spezielle Anträge können jedoch dafür sorgen, dass in Ausnahmefällen hier eine Fristverlängerung geduldet wird. Darüber hinaus haben alle Umsatzsteuervoranmeldungen auf elektronischem Wege zu erfolgen, d. h., es ist spezielle Software nötig (beispielsweise das Elster-Programm) um diese Meldung ordnungsgemäß und zeitnah übermitteln zu können.

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