Buchhaltung Grundlagen

Kontieren der Buchungsbelege – So geht Kontieren richtig

4. April 2013

Kontieren der BuchungsbelegeIn der Buchführung nennt man das Notieren des Buchungssatzes auf dem jeweiligen Buchungsbeleg das Kontieren. Dabei werden die entsprechenden Soll- und Habenkonten und der spezifische Betrag vermerkt. Prinzipiell wird dabei zwischen vier unterschiedlichen Kontoarten unterschieden, welche Aktiva, Passiva und Ertrags- und Aufwandskonten genannt werden. Das Kontieren sollte stets vor der eigentlichen Buchung stattfinden, um Fehler zu vermeiden und eventuelle Fragen zeitnah zu klären.

Soll- und Haben Buchung

In der kaufmännischen Buchhaltung wird ein Buchungssatz grundsätzlich einer Buchung Soll an Haben zugrunde gelegt. Die T-Buchung bedeutet, dass auf der linken Seite das Sollkonto und auf der rechten Seite das Habenkonto steht. Dabei sollte man sich nicht durch die Namensgebung in die Irre führen lassen, da Soll nicht sollen und Haben nicht mit dem Verb haben in Verbindung gebracht werden darf. Es handelt sich hierbei lediglich um einen buchhalterischen Begriff. Sämtliches Kontieren eines Unternehmens oder einer Firma wird mit diesem Prinzip durchgeführt. Alle Vorgänge müssen streng nach dieser Regel gebucht und bearbeitet werden.

Aktiva und Passiva

Vor jedem Kontieren von Geschäftsvorfällen sollte geklärt werden, ob es sich um eine Aktiva oder Passiva Buchung handelt. Bei der Aktiva und der Passiva Buchung sind die Regeln genau spiegelverkehrt, das heißt, Vorgänge, die im Aktiva im „Soll“ gebucht werden, müssen zwangsläufig im „Passiva“ im „Haben“ gebucht werden. Das Aktivkonto ist Bindeglied zwischen Eröffnungs- und Schlussbilanz. Der Anfangsbestand des laufenden Wirtschaftsjahres ist immer der Schlussbestand des vorherigen Jahres. Dies unterscheidet das Aktivkonto von den Erfolgskonten, da diese im neuen Wirtschaftsjahr immer mit dem Saldo Null eröffnet werden. Im Wesentlichen stellt die Aktiva das Anlage- und Umlaufvermögen des Unternehmens dar und wird immer auf der linken Seite der Bilanz gebildet. Das Passivkonto ist ebenfalls ein Bestandskonto, welches in diesem Fall Auskunft über die Kapitalherkunft bietet. Grundlegend stellen die Passiva die Verbindlichkeiten und Rückstellungen des Unternehmens dar. Anfangsbestände werden im Haben und Abgänge im Soll gebucht. Ebenfalls zu den Passiva gehört das Eigenkapital.

Kontieren bei Aufwands- und Ertragskonten

Grundsätzlich sind Aufwands- und Ertragskonten Erfolgskonten. Aufwands- und Erfolgskonten verändern das Eigenkapital und die Salden werden in der Gewinn-und-Verlust-Rechnung zusammengefügt. Beide Kontenarten werden immer mit dem Saldo Null im Geschäftsjahr eröffnet. Dabei werden bei Aufwandskonten alle Geschäftsfälle prinzipiell im Soll gebucht und das Konto wird durch Übertragung auf die Haben-Seite ausgeglichen. Genau umgekehrt wird bei Ertragskonten vorgegangen, das heißt, alles wird im Haben gebucht und der Saldo entspricht somit der Haben-Seite. Die Saldierung der beiden Konten durch Verrechnung darf nicht durchgeführt werden.

Sachkonten

Jedes Hauptbuch-Konto, welches direkt in die Bilanz oder in die Gewinn-und-Verlust-Rechnung eingeht, wird in der Buchhaltung als Sachkonto bezeichnet. Die Größe des Unternehmens ist ausschlaggebend für die Anzahl der bestehenden Sachkonten. Bestands- und Erfolgskonten gehören zu den Sachkonten. Bei dem Kontieren sind Sachkonten die meist angesprochenen und genutzten Kontoarten.

Richtig Kontieren mittels einem Kontenrahmen

Ein Kontenrahmen beinhaltet alle für das jeweilige Unternehmen verzeichnete und anzusprechende Konten. Dies ist wichtig, um für gleiche Geschäftsfalle auch stets die gleichen Konten anzusprechen und genaue Vergleiche ziehen zu können. Das Kontieren wird mit einem zur Verfügung stehendem Kontorahmen übersichtlicher und fehlerfreier, da sich viele Geschäftsfälle gleichen. Zur Vereinfachung und Automatisierung der Buchungsfälle sind heute schon verschiedenste Buchungsprogramme erhältlich, in denen auch bereits ein oder mehrere Kontenrahmen zur Auswahl stehen. Hierbei wird sogar für jedes Konto eine kurze Beschreibung geboten. Das richtige Kontieren ist dadurch wesentlich einfacher und bequemer. Um den passenden Buchungssatz für den jeweiligen Geschäftsfall zu wählen, muss zu erst der Geschäftsfall analysiert werden. Hierbei geht es im Groben um die Frage, ob es sich um eine Ausgabe oder eine Einnahme handelt. Des Weiteren muss geklärt werden, was genau bezahlt, angeschafft oder veräußert wurde. Das Kontieren der einzelnen Fälle beinhaltet auch die Form des Zahlungsein- und Zahlungsausgangs. Hierfür gibt es Bank- und Kassenkonten, welche beim Kontieren eine wesentliche Rolle spielen. Viele Buchungssätze beim Kontieren ähneln sich oder sind sogar oftmals gleich. Grundlage hierfür ist aber immer die Soll an Haben Buchung.

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