Buchhaltung Grundlagen

Gewinn und Verlustrechnung – hier stehen die Erlöse

20. Oktober 2010

Vollkaufleute und Unternehmen, die zur doppelten Buchführung verpflichtet sind, haben am Ende eines jeden Geschäftsjahres eine Bilanz zu erstellen. Diese ist an gewisse Regeln gebunden und unterscheidet sich im Einzelnen in Handelsbilanz und Steuerbilanz. Die Handelsbilanz gibt Aufschluss darüber, wie es um die wirtschaftliche Lage des Unternehmens bestellt ist. Sie dient als Grundlage für eigene zukünftige Planungen, wird jedoch auch von Geschäftspartnern und Kreditinstituten gerne zur Hilfe genommen. Letztere dient der Ermittlung des zu versteuernden Gewinns und ist maßgeblich für die Berechnung des zu leistenden Steuervolumens von Nöten.

Um eine Bilanz erstellen zu können, verlangt der Gesetzgeber die Einhaltung spezieller Richtlinien. Explizit vorgegebene Berechnungsschemen müssen von den Unternehmen eingehalten werden, da nur so gewährleistet ist, dass Gewinne und Verluste ordnungsgemäß ermittelt…

werden können.

Neben der Bilanz ist jedoch auch die Gewinn-und-Verlust-Rechnung (GuV) ein wichtiger Bestandteil des Jahresabschlusses. Die Gewinn-und-Verlust-Rechnung dokumentiert Aufwendungen und Erträge, was ebenso wie die Bilanz gemäß § 242 HGB für jeden Kaufmann am Ende eines jeden Geschäftsjahres zwingend vorgeschrieben ist. Aus der GuV wird eine sogenannte Zeitraumrechnung erkennbar, welche alle relevanten Daten hinsichtlich der Aufwände und Erträge einer Rechnungsperiode beinhalten. Bei der Bilanz hingegen wird nach der sogenannten Zeitpunktrechnung verfahren, die in diesem Sinne lediglich die kumulierten Werte wiedergibt und anhand ihres Gesamtergebnisses auch zum Vergleich mit vorherigen Jahren zu Hilfe genommen wird.

Wer eine Gewinn-und-Verlust-Rechnung erstellen muss, hat hierfür zwei verschiedene Möglichkeiten. Zum einen kann hier die sogenannte Staffelform gewählt werden, zum anderen bietet sich ebenfalls eine Kontenform an. Während die Staffelform alle einzelnen Positionen untereinander anordnet und auch eine Fortschreibung dieser nach dem Periodenergebnis verlangt, zeigt die Kontenform lediglich die Salden der einzelnen Aufwands- und Ertragskonten an, welche mit einem Sollsaldo oder Habensaldo abgeschlossen werden.

Die Berechnung des Betriebsergebnisses kann bei der Gewinn-und-Verlust-Rechnung über zwei unterschiedliche Verfahren berechnet werden. Maßgeblich hierfür ist das Gesamt- oder Umsatzkostenverfahren. Das Gesamtkostenverfahren orientiert sich an der Handhabung der gesamten Finanzbuchhaltung, während das Umsatzkostenverfahren eng verbunden ist mit dem Controlling und der Kostenstellenrechnung.

Bei beiden Methoden dreht sich alles um den Bereich der Umsatzerlöse, allerdings werden diese in den einzelnen Verfahren unterschiedlich dokumentiert und verwertet.
Wer einzelne Positionen, wie die in der Bilanz üblichen Reihenfolge sehen möchte, der sollte das Gesamtkostenverfahren wählen. Größere Betriebe mit Kostenstellen und Kostenrechnungsabteilungen wählen hier jedoch in der Regel das Umsatzkostenverfahren, da hier explizit nach Funktionsbereichen sortiert wird.

An erster Stelle stehen jedoch bei beiden Verfahren immer die Erlöse. Erst danach erfolgt eine Unterteilung in die jeweiligen Sektoren.

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