Buchhaltung Grundlagen

Gewinn-und-Verlust-Rechnung (GuV) – unverzichtbar für den Jahresabschluss

22. August 2011

[ad#rectangle]Die Gewinn-und-Verlust-Rechnung ist ein wichtiges buchhalterisches Instrument, wenn es darum geht, die Bilanz zu erstellen. Ohne die Gewinn-und-Verlust-Rechnung (kurz=GuV) ist es nicht möglich den Jahresabschluss, bzw. die externe Rechnungslegung des Betriebes, zu erstellen. Die Gewinn-und-Verlust-Rechnung dokumentiert Aufwendungen und Erträge für einen bestimmten Zeitabschnitt, in der Regel für ein gesamtes Geschäftsjahr, und ermittelt so den Erfolg des Unternehmens. Ebenfalls stellt die GuV die Quelle, die Art und auch die Höhe des unternehmerischen Erfolgs dar, sodass hier auch finanztechnisch immer eine Perspektive entnommen werden kann. Überwiegen in der Gewinn-und-Verlust-Rechnung die Erträge, so hat das Unternehmen einen Gewinn gemacht. Überwiegen jedoch die Aufwendungen, dann schließt der Betrieb mit einem Verlust ab.

Gewinn-und-Verlust-Rechnung ist für Kaufleute Pflicht

Gemäß dem § 242 des HGB ist es Pflicht, dass jeder Kaufmann am Ende des Geschäftsjahres, was aber nicht unbedingt immer am 31. Dezember enden …

muss, eine Gegenüberstellung der Aufwendungen und auch der Erträge zu erstellen. Hierfür gibt es bestimmte Vorschriften, die neben dem Handelsgesetzbuch aber auch in den Steuergesetzen und sogar im internationalen Recht verankert sind. Beispielsweise muss die Gewinn-und-Verlust-Rechnung einen einheitlichen Aufbau und eine Struktur enthalten, ohne die keine GuV ihre Gültigkeit besitzt. Ebenfalls muss sie stets offengelegt werden, damit Außenstehende hier eine Einsicht oder gar Prüfung vornehmen können.

Ausnahmen gibt es nur bei Einzelkaufleuten oder Personengesellschaften, die laut Gesetz auf diese Veröffentlichung verzichten dürfen, wenn der jeweiligen Bilanz eine explizite Anlage mit den erklärenden Angaben zur Verlust- oder Ertragslage beigefügt wurde.

Formaler Aufbau der Gewinn-und-Verlust-Rechnung

Da jede GuV eine bestimmte Form einhalten muss, hat der Gesetzgeber entsprechend auch Formen vorgeben.
Zunächst gibt es hier die Konten- oder Staffelform, bei der die GuV bei ersterer das Ergebnis als Saldo auf dem jeweiligen Konto anzeigt, bei letzterer hingegen das Periodenergebnis gestaffelt und untereinander anzeigen wird. Hat sich das Unternehmen für eine Form entschieden, so gibt es hier keine Wechselmöglichkeit mehr.
Für Kapitalgesellschaften ist allerdings die Staffelform Pflicht.

Die Gewinn-und-Verlust-Rechnung und das Brutto- oder Nettoprinzip

Handelt es sich bei den Positionen der Gewinn-und-Verlust-Rechnung um handelsrechtliche Aufwands- oder Ertragskonten, müssen diese explizit als Einzelpositionen in der jeweiligen GuV aufgeführt werden. Eine andere Handhabung ist hier unzulässig. Lediglich einigen kleineren oder mittleren Unternehmen ist es gestattet, aus Gründen der Wettbewerbsfähigkeit einige Positionen zusammenzufassen. Hierbei handelt es sich dann um das sogenannte Nettoverfahren, welches jedoch nicht von der Pflicht der ordnungsgemäßen Darstellung aller Aufwendungen und Erträge entbindet. Die Erfolgsbestandteile müssen auch hier hervorgehoben werden und auch das Führen eines entsprechenden Kontenplanes ist Pflicht.

Ergebnisermittlung bei der Gewinn-und-Verlust-Rechnung

Um das Betriebsergebnis ermitteln zu können, müssen alle Positionen der GuV saldiert werden, um anschließend den Verlust oder den Gewinn berechnen zu können. Hierzu zählt unter anderem der gesamte Bereich der Umsatzerlöse, die Veränderungen der fertigen und unfertigen Produkte, die Eigenleistungen, sonstige betriebliche Erträge, der Materialaufwand bei den Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen, der Personalaufwand und die Abschreibungen, alle Erträge aus den unterschiedlichen Unternehmensbeteiligungen, Zinsen von Wertpapieren und sonstigen Geldanlagen.

Steht der Jahresabschluss dann an, wird der Saldo der Gewinn-und-Verlust-Rechnung ermittelt und dem Eigenkapitalkonto zugefügt. Je nachdem ob der Saldo der GuV in einen Gewinn oder einen Verlust mündet, ist entsprechend auch das Betriebsergebnis beeinflusst. Ein hoher Verlust auf dem Gewinn- und Verlustkonto bedeutet ein geschmälertes Eigenkapitalkonto und somit auch ein niedrigeres Betriebsergebnis. Im umgekehrten Fall bedeutet dann ein hoher Ertragssaldo eine Steigerung auf dem Eigenkapitalkonto und ein höheres Betriebsergebnis.

Beide Kontenkreise, das Gewinn- und Verlustkonto und auch das Eigenkapitalkonto verbinden sich dann bei der Erstellung des Jahresabschlusses zur Darstellung der doppelten Buchführung.


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