Buchhaltung Grundlagen

Existenzgründerportale informieren über die Buchführungspflicht

11. Juni 2012

Existenzgründung

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Auch oder gerade wegen wirtschaftlich schwacher Zeiten entschließen sich viele Menschen zu einer Existenzgründung. Sei es, dass sie ein Konzept haben, dass sie auf alle Fälle durchsetzen wollen, oder sei es, um der Arbeitslosigkeit zu entgehen. Mutig sind diejenigen, die auf diese Art und Weise versuchen, ihren Lebensunterhalt selbst zu bestreiten, statt auf staatliche Hilfe angewiesen zu sein.

Was braucht man zur Existenzgründung?

Allerdings ist einiges von Nöten, um eine solche Existenzgründung durchzusetzen. Da wäre zunächst eine Geschäftsidee, die sich möglichst krass von allem, was es in dieser Branche auf dem Markt gibt, unterscheiden sollte. Auch sollte man versuchen, zunächst ohne Angestellte auszukommen. Denn die Lohnkosten schlagen immens zu Buche und damit steigt auch die Verantwortung ganz erheblich. Was jedoch gebraucht wird, sind Familie und Freunde, die auch ohne Bezahlung gern helfen oder einspringen, wenn Not am Mann ist. Schließlich braucht man ein schlüssiges Konzept, um die Banken von der Finanzierung zu überzeugen. Denn ohne Startkapital geht im Allgemeinen gar nichts. Sicher gibt es Ausnahmen, in denen das heimische Arbeitszimmer und der ohnehin vorhandene Computer ausreichen. Aber das dürfte die Ausnahme sein.

Und die kaufmännische Seite …

Wer nicht ohnehin auf diesem Gebiet eine Ausbildung hat, muss sich ganz explizit um die kaufmännische Seite kümmern. Denn diese zu vernachlässigen lässt das Unternehmen oft scheitern. Hierzu ist eine ordentliche Portion Grundwissen nötig. Auch wenn die steuerliche Seite von einem Steuerbüro abgewickelt wird, ( das ebenfalls Geld kostet!), so muss doch ein gewisses Grundverständnis für die Abläufe der Büroarbeiten da sein.

Warum Buchführung?

Die von vielen so gehasste Buchführung ist nicht nur einfach das ordnungsgemäße Ablegen der kaufmännischen Vorgänge. Viele Dinge werden von einem Unternehmer gesetzlich verlangt. Die Buchführung wird also auch kontrolliert und muss einem bestimmten Standard unterliegen.

Um hier einen Einblick zu erhalten, gibt es Seminare, die in jeder Stadt angeboten werden. Oft von der IHK oder aber auch von selbstständigen Unternehmen. Hier wird über die Notwendigkeit und die Grundlagen der Buchführung gesprochen. Aber auch das Internet bietet manche Hilfe an.

Ein Buchführungskurs aus dem Internet

So gibt es inzwischen einige Existenzgründerportale, die über die Buchführungspflicht informieren und über die entsprechenden Maßnahmen. Diese sollte man sich bereits im Vorfeld einmal gründlich zu Gemüte führen. Denn wer sich hier rechtzeitig kümmert, weiß am ehesten, wo er Hilfe nötig hat.

Große Auswahl…

Allerdings gibt es auch unter den Existenzgründerportalen eine große Auswahl, sodass man nicht recht weiß, wem man sich anvertrauen soll. Dies war sogar schon Anlass für die Stiftung Warentest, diese unter die Lupe zu nehmen. Viele Portale haben sich auf ein spezielles Gebiet der Existenzgründung verlegt. So beispielsweise auf die Pflicht der Buchführung, die Finanzierung oder Anderes. Auch kann man den Weg zur IHK suchen, um sich hier beraten zu lassen. Die Internetseite der IHK bietet außerdem zahlreiche Möglichkeiten, an Informationen zu kommen.

Ist jedes Geschäft buchführungspflichtig?

Die Antwort lautet schlicht und ergreifend Nein, und zwar gibt es hier klare Regeln. Beispielsweise nicht buchführungspflichtig sind Freiberufler und Nicht-Kaufleute sowie diejenigen, die ein Kleingewerbe betreiben. Ebenso können Einzelkaufleute nicht unter die Buchführungspflicht fallen, wenn sie zwei Geschäftsjahre hintereinander Umsätze von weniger als 500.000 Euro haben und weniger als 50.000 Euro Jahresüberschuss. Land-und Forstwirte, die nicht als Kaufleute gelten, sind ebenso befreit.

Buchführungspflichtig sind dagegen Unternehmen, die sich freiwillig ins Handelsregister eintragen lassen sowie die Unternehmen mit selbstständigen Handelsgewerben sowie Einzelunternehmen wie OHG und KG, Kapitalgesellschaften und Nicht-Kaufleute, wenn der Gewinn im Jahr die 50.000 Euro-Marke übersteigt oder die Umsätze über 500.000 liegen.

Wo ist die Buchführungspflicht festgelegt?

Die Pflicht zur Buchführung für o. g. Personenkreis ergibt sich aus dem Handelsgesetzbuch, und hier vor allem dem Paragrafen 238. Auch gibt es dazu eine Reihe von Beispielen aus der Rechtsprechung, die ebenfalls im Internet zu finden sind, und daher im Zweifelsfall ebenfalls zu Rate gezogen werden können. Auch verschiedene Steuergesetze weisen auf die Problematik hin und können Auskunft zur Buchhaltungspflicht geben. Der Steuerberater wird das junge Unternehmen auch in dieser Hinsicht beraten können.

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