Buchhaltung Grundlagen

Einnahmen-Überschuss-Rechnung

6. Mai 2013

Einnahmen-Überschuss-RechnungDie Einnahmen-Überschuss-Rechnung ist aus der Steuerwelt nicht mehr wegzudenken. Sie ist ein wichtiger Bestandteil für die Gewinnermittlung des Unternehmens während eines Wirtschaftsjahres. Hinter diesem Begriff versteckt sich ein buchhalterisches Verfahren, bei dem keine doppelte Buchführung und auch keine Bilanz erstellt werden, denn mit der Einnahmen-Ausgabe-Rechnung müssen lediglich die Ausgaben und Einnahmen erfasst werden. Jedoch kann nicht jedes Unternehmen auf dieses Verfahren zurückgreifen. Der Gesetzgeber hat entsprechende Regeln vorgegeben.

Allgemeine Fakten zur Einnahmen-Überschuss-Rechnung

Der Gewinn eines Unternehmens kann über drei Arten ermittelt werden. Durch den Betriebsvermögensvergleich, durch die Einnahmen-Überschuss-Rechnung oder anhand von Durchschnittssätzen.

Die Einnahmen-Überschuss-Rechnung gemäß § 4 Absatz 3

Gemäß § 4 Abs. 3 des Einkommenssteuergesetzbuch ist die Einnahmen-Überschuss-Rechnung die vereinfachte Art der Gewinnermittlung. Vereinfachte Aufzeichnungen dienen als Grundlage für die Erstellung der Einnahmen-Überschuss-Rechnung.

Sofern die hierfür benötigten Angaben nicht vorhanden sind, wird der Gewinn geschätzt.

In den Aufzeichnungen der Einnahmen-Überschuss-Rechnung (EÜR) werden im Laufe eines Wirtschaftsjahres die zugeflossenen Einnahmen und auch die abgeflossenen Ausgaben erfasst. Jedoch wird das Finanzamt eine Aufgliederung verlangen und sich nicht mit den Posten Betriebseinnahmen und Betriebsausgaben zufriedengeben. Anhand von Belegen muss der Steuerpflichtige bzw. das Unternehmen die Betriebsausgaben und Betriebseinnahmen erläutern können und diese dem zuständigen Finanzhaft dann glaubhaft darstellen.

Die Betriebseinnahmen und die Betriebsausgaben werden nach den Zu- und Abflussprinzip bestimmt. Dies bedeutet, dass die Betriebseinnahmen in dem Wirtschaftsjahr anzusetzen sind, in dem sie eingegangen sind und die Betriebsausgaben sind in dem Wirtschaftsjahr abzusetzen, in dem sie geleistet wurden.

Wer darf die Einnahmen-Überschuss-Rechung anwenden?

Steuerpflichtige, welche nicht aufgrund gesetzlicher Vorschriften dazu verpflichtet sind, Bücher zu führen und regelmäßige Abschlüsse zu machen, und die auch nicht freiwillig Bücher führen und Abschlüsse erstellen, und den Gewinn auch nicht nach den Durchschnittssätzen ermitteln, können als Gewinn den Überschuss der Betriebseinnahmen über die Betriebsausgaben setzen. Diese Art der Gewinnermittelung kommt vor allem für kleine Gewerbetreibende, wie zum Beispiel Einzelhändler oder Handwerker und für die Freiberufler, wie zum Beispiel Ärzte oder Steuerberater, infrage. Land- und Forstwirte, die weder zur Buchführung verpflichtet sind noch die Voraussetzungen des § 13a Absatz 1 Satz 1 Nummer 2 bis 4 erfüllen, können den Gewinn diesbezüglich dann über die Einnahmen-Überschuss-Rechnung ermitteln.

Was zählt zu den Betriebseinnahmen?

Der Begriff Betriebseinnahmen ist nicht im Einkommenssteuergesetz definiert. In Anlehnung an die Definition des Begriffes Einnahmen sind Betriebseinnahmen jedoch stets die Güter, die in Geld oder auch in Geldeswert bestehen und dem Steuerpflichten im Rahmen der Einkunftsarten (Einkünfte aus Land-und Forstwirtschaft, Einkünfte aus Gewerbebetrieb und Einkünfte aus selbstständiger Arbeit) zufließen.

Zu den Betriebseinnahmen zählen unter anderem:

  • Betriebseinnahmen zum allgemeinen und ermäßigten Umsatzsteuersatz
  • umsatzfreie Betriebseinnahmen

Keine Betriebseinnahmen sind beispielsweise:

  • Aufmerksamkeiten, wie zum Beispiel Blumen oder Bücher, bis 40 Euro netto
  • Geldbeträge, in dem Betrieb durch Aufnahme von Darlehen zufließen

Was sind Betriebsausgaben?

Der Begriff Betriebsausgabe wiederum ist im Einkommensteuergesetz definiert. Betriebseinnahmen sind Aufwendungen, die durch den Betrieb veranlasst sind. Dieser Begriff umfasst alle Ausgaben eines Betriebes, egal, ob sie im Veranlagungszeitraum Aufwand geworden sind oder nicht. Jedoch gilt diese nicht für Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens. Dadurch wird der Grundsatz des Abflussprinzips unterbrochen. Die Anschaffungs- oder Herstellungskosten für die abnutzbaren Anlagegüter, wie beispielsweise Maschinen oder PKW, werden als AfA ( Absetzung für Abnutzung) auf die Nutzungsdauer der Anlagegüter verteilt. Die Anschaffungskosten für nicht abnutzbare Wirtschaftsgüter, wie beispielsweise Grund und Boden oder Wertpapiere, sind erst im Zeitpunkt der Entnahme oder Veräußerung als Betriebsausgaben zu berücksichtigen.

Zu den Betriebsausgaben zählen beispielsweise:

  • Gehälter, Löhne für Arbeitnehmer
  • Ausgaben für die Anschaffung von Warengütern des Umlaufvermögens

Keine Betriebsausgaben sind zum Beispiel:

  • Verlust durch Diebstahl oder Unterschlagung
  • Geldstrafen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

*